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Beckham goes to Hollywood : 250 Millionen Dollar

  • -Aktualisiert am

Posh und Becks: Medienversiertes Glamourpaar der Popkultur Bild: REUTERS

David Beckham bekommt in Los Angeles 250 Millionen Dollar in fünf Jahren. Weil er neben Tiger Woods, Wayne Gretzky und Michael Jordan einer der wenigen Superstars im Sport ist. Nur ist Beckham keineswegs der beste Fußballspieler der Welt, sondern nur der berühmteste.

          Das Erste, was vielen ins Auge sprang, war diese Summe: 250 Millionen Dollar in fünf Jahren. Der Betrag schien nicht nur den Rahmen einer kleinen Fußballliga zu sprengen, sondern alles, was man aus dem Milliardengeschäft des amerikanischen Profisports gewohnt ist. Aber nicht alle waren so entsetzt wie das Fußvolk der „Major League Soccer“, das seit Jahren um eine bessere Entlohnung kämpft.

          „Das ist unglaublich“, meinte Alecko Eskandrian, der vor einem Monat von DC United in Washington an den neuen Klub in der kanadischen Wirtschaftsmetropole Toronto abgegeben wurde. Der Stürmer dachte an all die jüngeren Spieler, die pro Saison das Minimum von 11.700 Dollar bekommen. „Dass einer an einem Tag Training mehr verdient als andere im ganzen Jahr, das ist schockierend.“

          Woods, Gretzky, Jordan und Beckham

          Das ist wohl eine Frage der Perspektive. Denn kaum war die Nachricht von David Beckhams Wechsel nach Kalifornien in den Vereinigten Staaten angekommen, registrierten die Geschäftsstellen der amerikanischen Fußballliga die ersten Ausschläge der Erschütterung. Nicht nur Fußballanhänger seines neuen Klubs Los Angeles Galaxy wollten Tickets erwerben.

          Die ersten und letzten Seiten der englischen Tageszeitungen haben (fast) nur ein Thema

          Selbst an Eskandrians neuer Wirkungsstätte am fernen Ontario-See spürte man das Beben: „Wir hatten heute morgen über 500 Anrufe und haben hundert Jahreskarten verkauft. Es gibt nur wenige Superstars im Sport: Tiger Woods, Wayne Gretzky, Michael Jordan. Und David Beckham ist in dieser Kategorie. Es ist großartig für die Liga“, sagte ein Sprecher des Toronto FC.

          Zehn Millionen Dollar Grundgehalt pro Jahr

          Das gilt sicher für jenen Teil des als Eigentümerkollektiv geführten Unternehmens namens Major League Soccer, der keinen unmittelbaren Beitrag leisten muss, um die exorbitanten Garantiebeträge aufzubringen, die am Donnerstag undementiert kursierten. Wer oder was wirklich zu dem finanziellen Paket beisteuert, dessen Details Beckhams Manager Simon Fuller durchsickern ließ, ist allerdings schwer auszumachen.

          Da war von Tantiemen aus bestehenden Sponsorenverträgen mit Firmen wie Motorola und Pepsi die Rede, für die niemand aufkommen muss, auch nicht die Anschutz Entertainment Group, die als Eigentümer der Los Angeles Galaxy den Vertrag ausgehandelt hatte. Lizenzanteile aus dem Verkauf von Trikots wurden ebenfalls drauf geschlagen, und angeblich soll der 31 Jahre Engländer demnächst auch noch an den Erlösen seines neuen Arbeitgebers aus dem Fußballgeschäft beteiligt sein. Da kam rasch weit mehr zusammen als die zehn Millionen Dollar pro Jahr an Grundgehalt, die den Berichten zufolge als Gegenleistung für fußballerische Tätigkeiten auf dem grünen Rasen ausgelobt wurden.

          Nicht der beste, nur der berühmteste Spieler

          In der Konfusion um das viele Geld ging rasch unter, dass man sich in den Vereinigten Staaten keineswegs einen der besten Spieler der Welt geangelt hatte, sondern nur den mutmaßlich berühmtesten. Einen Kicker, dessen Name unter anderem auch deshalb so viele der Millionen amerikanischer Freizeitfußballspieler kennen, weil der ohne sein Zutun im Titel eines Kinofilms auftauchte: „Bend It Like Beckham“ - die Geschichte eines Mädchens in England, das sich als Einwandererkind gegen die sozialen Reglements zweier Kulturen behaupten muss.

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