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Bayern wollen Hitzfeld halten : „Heute bleib' ich länger - und trinke noch ein Bier“

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Der General kennt den Weg Bild: ddp

„Wenn Ottmar signalisiert, dass er sich vorstellen kann, nächstes Jahr Trainer zu sein, werden wir die Letzten sein, die das verhindern“, sagte Bayern Münchens Vorstandschef Rummenigge nach dem Sieg gegen Real Madrid.

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          Der FC Bayern München hat Ottmar Hitzfeld einen Tag nach dem Einzug in das Champions-League-Viertelfinale einen Freibrief ausgestellt, über die laufende Saison hinaus Trainer des deutschen Fußball-Meisters zu bleiben.

          „Wenn Ottmar signalisiert, dass er sich vorstellen kann, nächstes Jahr Trainer zu sein, werden wir die Letzten sein, die das verhindern“, sagte Vorstandschef Karl- Heinz Rummenigge. Man wolle zum „geeigneten Zeitpunkt“ mit Hitzfeld, dessen Vertrag am Saisonende endet, darüber reden. Ottmar Hitzfeld selbst sagte auf die Frage, ob er nicht doch länger bei Bayern München Trainer bleiben wolle: „Heute bleib' ich länger - und trink jetzt noch ein Bier.“

          „Jetzt ist alles möglich“ für „Außenseiter Bayern“

          Erfolgscoach Hitzfeld behielt auch in der Stunde des Triumphes kühlen Kopf. „Generell haben wir noch nichts erreicht. Wir sind im Viertelfinale der Champions League, aber das kann man von einem FC Bayern auch erwarten. Aber in der Bundesliga sind wir nicht einmal auf einem Champions-League-Platz. Das ist nach wie vor eine kritische Situation. Wir haben noch einige Arbeit vor uns, wir dürfen uns nicht ausruhen“, meinte der General streng und forderte gegen Bremen zum Abschluss der Woche der Wahrheit einen Sieg: „Wir haben uns in Europa zurückgemeldet. Jetzt müssen wir uns in der Bundesliga zurückmelden.“

          1:0 für Ottmar Hitzfeld

          Doch vor dem Schlager gegen Bremen schaut der Bundesliga-Vierte erst einmal gespannt in Richtung Athen, wo am Freitag im Megaron International Conference Centre um 12.00 Uhr der Viertelfinal-Gegner in der Königsklasse ausgelost wird. Hitzfeld merkte an, dass der FC Bayern zwar eher ein Außenseiter sei, „aber jetzt ist alles möglich“.

          Am Ende glücklich gewonnen

          Zumal sich der deutsche Rekordmeister dank Hitzfeld wieder in der Spur wähnt. Hoeneß sprach nach dem historischen Treffer von Roy Makaay nach nur elf Sekunden und dem Tor von Lucio (66.) - Ruud van Nistelrooy (83.) schaffte mit einem unberechtigten Foulelfmeter nur noch den Anschluss - von einem „Wahnsinn-Fußballspiel, vom besten Spiel das wir bisher in der Arena gezeigt haben. Wir hätten Real in den 90 Minuten abschießen können.“

          Ganz so toll wie der Manager das Spiel gesehen hat, war es zwar nicht. Doch in der Tat vergaben Lukas Podolski, Makaay, der starke Hasan Salihamidzic und Claudio Pizarro vor 66.000 Zuschauern beste Möglichkeiten, weshalb die Bayern zum Schluss noch einmal kräftig zittern mussten und Glück hatten, dass Schiedsrichter Lubos Michel einem Treffer von Sergio Ramos (89.) wegen Handspiels die Anerkennung verweigerte.

          „Wir müssen Ottmar dankbar sein“

          Über den Grund für den Aufschwung nach einer bislang nicht sehr berauschenden Saison sind sich beim FC Bayern alle einig: Ottmar Hitzfeld. „Wir müssen Ottmar dankbar sein. Er hat ohne Frage sehr großen Anteil. Die Ergebnisse stimmen, es wird von Woche zu Woche besser“, lobte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

          Präsident Franz Beckenbauer legte Hitzfeld beim gemeinsamen Premiere-Auftritt erneut nahe, über die Saison hinaus weiterzumachen. „Er ist der optimale Trainer für den FC Bayern. Ich hoffe, dass er uns auch nächstes Jahr erhalten bleibt. Du hast dich jetzt zweieinhalb Jahre ausgeruht, das reicht“, sagte der Kaiser mit einem Schmunzeln in Richtung Hitzfeld.

          „Erfolgsorientierte Führung eines Teams“

          Der 58-Jährige wollte sich zwar nicht aus der Reserve locken lassen, ein kategorisches Nein wie zuletzt blieb erstmals jedoch aus. „Ich will jetzt erst einmal in Ruhe weiterarbeiten. Ich möchte zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen, um keine Spekulationen zu schüren. Wichtig ist das Spiel am Sonntag.“

          Beim Training am Donnerstag fehlte der Trainer allerdings. Zwei lange vereinbarte Termine in der Schweiz konnten nicht mehr rückgängig gemacht werden. Hitzfeld hielt in Bern und Luzern bei zwei Versicherungsgesellschaften Vorträge - Thema: „Erfolgsorientierte Führung eines Teams.“

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