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2:1 gegen Frankfurt : Bayern München steht im DFB-Pokalfinale

  • -Aktualisiert am

Der Siegtreffer: Robert Lewandowski schießt die Bayern ins Finale. Bild: dpa

In der zweiten Halbzeit des Pokal-Halbfinals muss sich Bayern München quälen: Aber am Ende reicht es gegen Eintracht Frankfurt. Im Finale treffen die Bayern auf Leverkusen. Trainer Flick kritisiert die Terminplanung.

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          Für die große Pokal-Überraschung reichte es nicht. Aber die Frankfurter Eintracht gestaltete das Halbfinale bei Bayern München immerhin spannender als viele vor dem Anpfiff und alle nach dem Verlauf der ersten Halbzeit erwartet hatten. Aber aus seiner erdrückenden Überlegenheit machte der phasenweise beeindruckend kombinierende Rekordmeister nur eine 1:0-Pausenführung durch Ivan Perisic (14. Minute). Und als Danny da Costa in der 69. Minute unerwartet den Ausgleich erzielt hatte, wurde die einseitige Partie eine offene Veranstaltung. Robert Lewandowski schaffte zwar schnell wieder das 2:1 für München, bei dem es dann auch blieb. Aber in der Schlussphase lieferten die Frankfurter den Bayern ein Duell auf Augenhöhe, nachdem sie die Partie aus der Froschperspektive begonnen hatten.

          DFB-Pokal
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          „Wir müssen deutlich höher führen in der ersten Halbzeit“, sagte der Münchner Thomas Müller in der ARD und sprach von „geschlauchten“ Bayern. „Gefühlt bin ich alles andere als zufrieden heute. Summa summarum war es eines der pomadigsten Halbfinals, die ich so in Erinnerung habe.“  Der Frankfurter Sebastian Rode ärgerte sich am Sky-Mikrofon nach der guten zweiten Hälfte der Eintracht über das Ausscheiden: „Die Chance wäre heute da gewesen.“

          Dass das Pokal-Halbfinale nicht schon zur Pause entschieden war, grenzte an ein Fußball-Wunder. Der FC Bayern hatte sich Torchancen fast nach Belieben erspielt und ging entsprechend mit ihnen um – nicht so ernsthaft wie mit einem raren Gut, sondern ein wenig unbedacht wie mit den Dingen des Alltags. Nur Perisic gelang es in der 14. Minute, den Frankfurter Torwart Kevin Trapp zu überwinden – mit einem wunderbaren Flugkopfball. Die Vorarbeit von Müller war ebenso sehenswert, ein auf den Zentimeter genauer Chip, als hätte Tiger Woods ein Pitching Wedge geschwungen.

          Großzahl an Bayern-Chancen

          Der beste deutsche Nationalspieler dieses Jahrtausends, auf den ein Bundestrainer jahrelang freiwillig verzichtet, hätte schon in der sechsten Minute fast das 1:0 für die Bayern erzielt. Doch der Frankfurter Kohr wehrte Müllers mit dem Hinterkopf auf das Tor gelenkten Ball auf der Torlinie stehend noch ab.

          Das Aufzählen weiterer Torchancen des Rekordmeisters könnte viele weitere Zeilen füllen, doch bevor Ermüdung einsetzt, soll es bei zwei besonderen Momenten von Lewandowski belassen werden. Einmal parierte Trapp dessen Drehschuss mit einer phänomenalen Parade, nachdem der Pole sich mit der Hacke freigespielt hatte. In einer anderen Szene zischte ihm fast auf der Torlinie der Ball zwischen den  Beinen hindurch, ohne eine Chance zu haben, ihn irgendwie ins Tor zu lenken.

          Finale: Ivan Perisic ebnete mit dem 1:0 den Weg für die Bayern.

          Und die Frankfurter? Machten einen ausgezeichneten Eindruck, maßgeblich durch ihr Trikot. „Black Lives Matter“ stand darauf, ein Statement gegen Rassendiskriminierung. Kaum ein Bundesligaverein ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung so bewusst wie der Frankfurter.

          Trainer Hütter hatte sich entschlossen, das Heil seines Mannschaft in der Defensive zu suchen. Vor der Dreierkette mit Abraham, Hinteregger und Ndicka postierte er mit Ilsanker, Rode und Kohr drei Sechser, flankiert von Toure und Chandler, die ihre Außenseiten-Rollen auch betont vorsichtig interpretierten. Blieben Gacinovic und Silva, die aber auch lange dazu verdammt waren, mehr erste Verteidiger als Angriffsspieler zu sein.

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