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2:1 gegen Frankfurt : Bayern München steht im DFB-Pokalfinale

  • -Aktualisiert am

Die Eintracht kam nicht hinterher

Trotz ihrer Neigung zum Mauerbau schafften es die Frankfurter zunächst nicht, ihren Strafraum abzuriegeln, die beweglichen Bayern schufen immer wieder Lücken. Die Eintracht-Profis standen zwar dicht an dicht, kamen aber nicht hinterher und nicht in die Zweikämpfe, wenn dynamische Bewegungen die Spielsituation verkomplizierten.

Hoffnungsschimmer für die Eintracht: Da Costa gleicht aus.
Hoffnungsschimmer für die Eintracht: Da Costa gleicht aus. : Bild: dpa

Bis zur 35. Minute war die Münchner Überlegenheit riesengroß, dann ließ ein wenig ihre Konzentration nach. In den letzten zehn Minuten der ersten Hälfe vermochten die Frankfurter, ein paar Mal den Ball länger in den eigenen Reihen zu halten, ohne einen Hauch von Gefährlichkeit zu entwickeln. Der Unterschied bei Ballbesitz war eklatant. Die Bayern nutzten jeden kleinen Vorteil, um daraus zielstrebig und konsequent einen Angriff zu initiieren.

Statement auf den Eckfahnen
Statement auf den Eckfahnen : Bild: dpa

Die Verschnaufpause vor dem Halbzeitpfiff und die Verschnaufpause in der Kabine tat den Frankfurtern gut. Sie kehrten mutiger auf das Spielfeld zurück und machten den Münchnern durch ihre neu entdeckte Aggressivität das Leben deutlich schwerer. Die Bayern gerieten nicht unter Druck, aber das Geschehen spielte sich nun auch mal in ihrer Hälfte ab. Und dann passiert manchmal das völlig Unerwartete im Fußball. Ein hoffnungsloser Flankenball des Einwechselspielers Kamada wird von einem Bayern-Verteidiger so abgefälscht, dass er dem anderen Einwechselspieler, da Costa, vor die Füße fällt – 1:1 in der 69. Minute.

Als eine Minute später Silva frei zum Schuss ansetzen konnte, aber über das Ziel hinaus schoss, schienen die Bayern zu wackeln. Wenn es so gewesen sein sollte, dann nicht lange. In der 73. Minute konnte Trapp noch den Ausgleich vereiteln, in dem er Müllers Schuss entschärfte. Eine Minute später lag der Ball im Tor, Lewandowski war dafür verantwortlich gewesen. Aber Schiedsrichter Fritz folgte seinem Assistenten und erkannte den Treffer zunächst nicht an. Nach Intervention der Videoassistentin revidierte er sich. 2:1 für die Bayern.

An diesem Ergebnis änderte sich bis zum Schlusspfiff nichts mehr, aber immerhin an der Struktur des Spiels. Die Eintracht kämpfte leidenschaftlich um den Ausgleich und bescherte so den Zuschauern am Fernsehen wenigstens eine spannende Schlussviertelstunde. 

„Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht“, sagte Bayern-Trainer Hansi Flick. „Man hat gemerkt, dass bei meiner Mannschaft die Müdigkeit kam. Wir sind im Finale, das wollten wir so.“ Flick übte dann noch Kritik an der Ansetzung des Halbfinals in durch die Corona-Krise ohnehin strapaziösen Zeiten an einem Mittwoch. „Vielleicht hätte man so ein Halbfinale, ähnlich wie es die Champions League plant, auch nach der Runde machen können, um sich erst einmal komplett auf die Meisterschaft zu konzentrieren“, sagte Flick. Er habe dies auch von Anfang an intern so gesagt, „aber leider ist beim DFB keiner auf die Idee gekommen, das umzusetzen. Das ist so, das muss man hinnehmen“, ergänzte der ehemalige Assistent von Bundestrainer Joachim Löw. Die Bayern treffen am 4. Juli im Endspiel im Berliner Olympiastadion auf Bayer Leverkusen.

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