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Bayern München : Kahn: „ Es gibt keinen Grund aufzuhören“

  • Aktualisiert am

Oliver Kahn will noch lange vorne weglaufen Bild: dpa/dpaweb

Oliver Kahn will auch nach der WM 2006 weiter zwischen den Pfosten stehen. „Ein Torhüter kann bis an die 40 heran Top-Leistungen bringen“, sagte er. Ob er bei den Bayern verlängert oder nach Japan wechselt ist offen.

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          Fußball-Nationaltorhüter Oliver Kahn wird seine Karriere nach der Weltmeisterschaft nicht beenden, sondern womöglich noch mit Vierzig zwischen den Pfosten stehen. „Ich werde nach 2006 weiter Fußball spielen, das eine oder andere Jahr. Es gibt keinen Grund aufzuhören“, sagte der 36jährige Schlußmann, dessen Vertrag beim FC Bayern München 2006 ausläuft, am Donnerstag in Bonn.

          Ehrgeizig wie eh und je und ohne jeglichen Gedanken an ein Karriere-Ende hat sich Fußball Nationaltorhüter Oliver Kahn aus dem dreiwöchigen Urlaub zurückgemeldet. Die verbissenenen Gesichtszüge früherer Tage waren bei der ersten Pressekonferenz vor der neuen Bundesliga-Saison im Trainingslager des deutschen Meisters Bayerb München in Bonn einem verschmitzten Lächeln gewichen, dennoch setzte der „Titan“ mit deutlichen Worte gleich ein Zeichen.

          „Ich fühle mich fit und bin absolut motiviert“

          „Ich werde sicher nach der WM weiter Fußball spielen. Wo und wie, das wird man sehen“, sagte Kahn mit Blick auf seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag beim „Double“ Gewinner: „Ich fühle mich fit und bin absolut motiviert. Es gibt keinen Grund, aufzuhören. Deshalb bin ich zu dem Entschluß gekommen, noch das in oder andere Jahr dranzuhängen.“

          Wie viele es noch werden sollen, hält Kahn offen: „Wenn die körperliche Verfassung und die Motivation da sind, kann ein Torhüter bis an die 40 heran Top-Leistungen bringen. Danach wird es sicherlich schwierig.“

          Rensing muß weiter warten

          Leidtragender einer nochmaligen Vertragsverlängerung von Kahn beim Rekordmeister wäre Michael Rensing. Der U 21-Nationaltorhüter wird von allen Münchner Verantwortlichen als großes Talent gepriesen und brennt darauf, 2006 endlich zur Nummer 1 beim Rekordmeister befördert zu werden. Kahn forderte den 21 Jahre jungen Kollegen, der erst sechs Bundesligaspiele bestritten hat und dessen Vertrag bis 2007 läuft, schon einmal dazu auf, notfalls weiterhin Geduld zu üben: „Michael ist sehr, sehr jung und talentiert. Aber es kann auch ein Bumerang sein, wenn man bei Bayern zu früh reinkommt. Er wird extrem unter Druck stehen. Das ist eine große Aufgabe, die auf ihn zukommt.“

          Daß Kahn bei der WM im eigenen Land das deutsche Tor hüten und seinem Dauer-Rivalen Lehmann damit erneut das Nachsehen geben wird, scheint für den Keeper trotz der Torwart Rotation von Bundestrainer Jürgen Klinsmann beschlossene Sache. „Daß ich bei der WM auf der Bank sitzen werde, kann ich mir kaum vorstellen“, sagte der dreimalige „Welttorhüter“ bestimmt: „Jeder bei der Nationalmannschaft weiß, was ich kann, was ich geleistet habe und wie konzentriert ich auf Ziele hinarbeiten kann.“ Selbst nach der WM will er seinen Platz im deutschen Tor nicht kampflos räumen. „Nur die WM 2014 ist vielleicht utopisch“, meinte Kahn schmunzelnd.

          Jahr für Jahr

          Über die Fortsetzung seiner Karriere will Kahn künftig von Jahr zu Jahr entscheiden. „Ich hatte immer langfristige Verträge. Die Situation jetzt empfinde ich als sehr angenehm und befreiend. Sie gibt mir eine gewisse Leichtigkeit“, sagte der Bayern-Kapitän. Deshalb könne es mit seiner Entscheidung über eine Vertragsverlängerung in München auch „noch einige Zeit“ dauern: „Aber ich will keinen langfristigen Vertrag mehr, was soll das? Man
          muß den richtigen Zeitpunkt für das Karriere-Ende finden. Das kann sehr schnell gehen. Aber momentan bin ich von diesem Punkt noch sehr, sehr weit weg.“

          Sollte Kahn München nach der WM-Saison verlassen, scheint ein Wechsel nach Japan wahrscheinlich. In Nippon genießt der Schlußmann seit der WM 2002 nahezu Helden-Status.
          Erstmal strebt Kahn aber für 2006 die beiden wichtigsten Titel seiner Karriere an. „Im Vorjahr hatten wir sehr großen Erfolg. Nun wollen wir noch einen Tick erfolgreicher sein“, forderte der Zerberus in Bezug auf seinen Klub. Sein großes Ziel bleibt aber der WM-Triumph: „Wir waren 2002 nur Zentimeter davon entfernt. Und wenn man so etwas einmal erlebt hat, entwickelt man eine ungeheuere Motivation auf ein bestimmtes Ziel hin.“ Das letzte seiner Karriere soll es aber auf keinen Fall sein.

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