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Bayern München : DFB-Ermahnung wegen Mandzukic-Jubel

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Mit seinen Jubelgesten gegen Nürnberg hat Bayern-Profi Mario Mandzukic für Irritationen gesorgt. Der Berater des Kroaten nimmt seinen Schützling gegenüber der F.A.Z. in Schutz. Der DFB hat den Spieler ermahnt.

          Der Deutsche Fußball-Bund hat die beiden Bayern-Profis Mario Mandzukic und Sherdan Shaquiri aufgefordert, Jubelszenen wie am Samstag in Nürnberg in Zukunft zu vermeiden. Dies steht in einem Schreiben des DFB-Kontrollausschusses an die Münchner, wie ein Verbandssprecher am Montag in Frankfurt/Main bestätigte: „Beide wurden aufgefordert, entsprechende Jubelformen zu unterlassen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.“

          Militärischer Gruß sorgt für Irritationen

          Mandzukic hatte nach seinem Tor zum 1:0 im Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag bei seinem Jubel den rechten Arm wie bei einem militärischen Gruß an die Stirn gelegt und dann weit von sich gestreckt. Eine ähnliche Geste zeigte anschließend auch der im Kosovo geborene Schweizer Nationalspieler Shaqiri.

          In diversen Medienberichten wurde diese Jubelform als Gruß an die kroatischen Kriegsgeneräle Ante Gotovina und Mladen Markac gedeutet. Gotovina und Markac waren am Freitag vom UN-Kriegsverbrechertribunal überraschend von der Anklage schwerster Verbrechen freigesprochen worden. In erster Instanz waren sie zu 24 und 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. In Kroatien hatten Zehntausende Menschen das Urteil gefeiert. Auch kroatische Sportler hatten sich positiv über den Freispruch geäußert.

          Berater wird mit merkwürdiger Aussage zitiert

          Mandzukics Berater Ivan Cvjetkovic wurde von der Tageszeitung „Vecernji List“ mit den Worten zitiert: „Ich bin stolz auf Mario und erfreut darüber, wie er sein Tor gefeiert hat und sich allen Kroaten angeschlossen hat in der Freude über die Rückkehr unserer Generäle.“ Im Gespräch mit FAZ.NET bestätigte Cvjetkovic, eine solche Aussage getätigt zu haben, die für Menschen außerhalb seiner Heimat sicher schwer nachzuvollziehen sei. „Allerdings habe ich nur meinen Eindruck widergegeben und meine Freude zum Ausdruck bringen wollen. Mario hat mir im Gespräch gesagt, dass er nicht diese Intention hatte. Er hat alleine aus dem emotionalen Moment heraus gejubelt.“

          Mandzukic hatte einen Zusammenhang ebenfalls bereits vehement zurückgewiesen. „Ich habe mit Politik absolut nichts am Hut“, hatte er am Sonntag über die Pressestelle des FC Bayern ausrichten lassen. Stattdessen habe er „Kroatien gegrüßt und den Fans zugewunken“. Es habe sich lediglich um einen Torjubel gehandelt.

          Bayern beschwichtigt

          Ähnliches behauptete Shaqiri von sich. „Ich bin einfach zu Mario gerannt, um mit ihm zu jubeln“, ließ er über den FC Bayern ausrichten. „Ich weiß nichts von den dortigen politischen Verhältnissen. So etwas hineinzuinterpretieren, ist völlig falsch.“

          Die Vereinsführung des FC Bayern München hat versucht, die Diskussion um den Jubel von Mario Mandzukic und Xherdan Shaqiri zu entschärfen. „Ich weiß nicht, was er damit sagen wollte. Wir sollten aber nicht zu viele Dinge hineininterpretieren“, sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß am Tag vor der Champions-League-Partie beim FC Valencia über den kroatischen Angreifer Mandzukic.

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