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Baurecht in Qatar : Das gefährliche System der „Sponsoren“

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Jeder, der aus einem Staat außerhalb des Golfkooperationsrats kommt, braucht einen einheimischen Bürgen.

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          Mit der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft an Qatar ist in den Staaten des Golfkooperationsrats (GCC) das seit vielen Generationen praktizierte System des „Sponsors“ in den Blick geraten. Das System, das auf arabisch „Kafala“ heißt, schreibt vor, dass jeder, der aus einem Staat außerhalb des GCC kommt, einen einheimischen Bürgen benötigt. Das gilt für Arbeitnehmer wie für Unternehmen.

          Der einheimische Bürge (arabisch kafil), in dessen Unternehmen der einreisende Arbeitnehmer in der Regel beschäftigt sein wird, verpflichtet sich dabei gegenüber dem Staat, die Einreiseformalitäten und Registrierung für diesen zu übernehmen. Im Gegenzug müssen einfache Arbeiter und Hausangestellte ihren Pass bis zur Wiederausreise bei ihrem Sponsor hinterlegen.

          Aufgrund dieser starken Stellung des Sponsors gibt es selten Klagen gegen diesen. Bahrein hat 2009 die Sponsorfunktion auf eine staatliche Stelle übertragen. Das System der Bürgschaft geht auf die Praxis der Beduinen zurück, den durchreisenden Gästen einen gefahrlosen Aufenthalt zu garantieren. Daraus entwickelte sich das spät kodifizierte Gewohnheitsrecht der „Kafala“. Die GCC-Staaten, in denen die einheimische Bevölkerung nur eine Minderheit stellt, wollen das grundsätzlich nicht ändern.

          Die staatlichen Behörden übertragen mit ihm die Überwachung der Ausländer an die Bürger. Die wollen aus zwei Gründen daran festhalten: Zum einen sehen sie darin eine Sicherheit gegen die Überfremdung im eigenen Land, zum anderen ist es, vor allem bei der Bürgschaft für Unternehmen, eine Einkommensquelle, die nicht mit viel Arbeit verbunden ist.

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