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Bastian Schweinsteiger : „Es ist schade, dass es hier zu Ende ist“

  • Aktualisiert am

Bastian Schweinsteiger hatte in dieser Saison nur selten etwas zu lachen. Bild: Picture-Alliance

Chicago Fire beendet die Saison auf dem vorletzten Platz. Nun ist die Zukunft von Bastian Schweinsteiger in den Vereinigten Staaten offen. Er ist nicht der einzige große Name, der die Playoffs verpasst.

          Auch nach dem letzten Spiel einer enttäuschenden Saison ließ Bastian Schweinsteiger seine Zukunft bei Chicago Fire offen. „Ich werde mit meiner Frau reden und dann entscheiden“, sagte der Fußball-Weltmeister von 2014 nach der abschließenden Vorrundenpartie seines Teams in der nordamerikanischen MLS am Sonntag. Schweinsteiger ergänzte: „Mir gefällt es hier.“ Vor allem diese Aussage könnten viele Fans als Hoffnung auf einen Verbleib werten.

          Das Team des früheren Bayern-Profis verabschiedete sich mit einem 0:0 gegen DC United aus der Spielzeit. „Es ist schade, dass es hier für uns zu Ende ist. Es war eine unglückliche Saison mit Verletzungen, vor allem zu Beginn“, bilanzierte der 34 Jahre alte Schweinsteiger. Chicago beendete die reguläre Saison auf dem vorletzten Platz in der Eastern Conference und verpasste dadurch den Einzug in die bevorstehenden MLS-Cup-Playoffs. Trotz der negativen Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr hebt Schweinsteiger auch positive Eigenschaften seiner Mannschaft hervor: „Die Mentalität dieser Mannschaft und ihr Charakter, wir haben niemals aufgegeben und das ist gut zu sehen.“

          Allerdings sei es „natürlich kein Zufall, dass wir dort stehen, wo wir stehen“, sagte Schweinsteiger. „Ich denke, uns hat auch ein wenig Qualität gefehlt und das macht am Ende des Tages in den Spielen den Unterschied.“ 2017 qualifizierte sich Chicago noch mit 55 Punkten als Dritter im Osten für die Playoffs. In diesem Jahr lag die Endrunde in weiter Ferne. Der Rückstand auf den letzten Playoff-Platz betrug am Ende 18 Punkte. Mit nur acht Siegen und 32 Punkten blieb Chicago weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

          Schweinsteiger kam auf vier Tore und sechs Assists in 31 Saisoneinsätzen. Beides sind ordentliche Werte, besonders wenn man sich vor Augen hält, dass der frühere Nationalmannschaftskapitän in dieser Saison häufig in der Abwehr eingesetzt wurde. Mit lediglich 48 Treffern stellt Chicago die viertschlechteste Offensive der gesamten Liga. „Ich denke, uns hat die Konstanz gefehlt“, sagte Trainer Veljko Paunovic, dessen Zukunft auf der Trainerbank ebenfalls offen ist.

          Schweinsteiger erklärte, dass viele seiner ehemaligen Mitspieler Interesse an einem Wechsel in die Vereinigten Staaten hätten. „Es ist eine interessante Liga mit viel Potential“, sagte er. „Aber sie ist immer noch nicht auf europäischem Niveau. Das kann man von Woche zu Woche sehen“. Mit einer Entscheidung über Schweinsteigers weitere sportliche Zukunft dürfte erst im neuen Jahr gerechnet werden. „Wir werden sehen wie es weitergeht“, sagte er.

          Auch Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic verpasste mit Los Angeles Galaxy die Playoffs, weil Galaxy beim 2:3 (2:0) gegen Houston Dynamo eine 2:0-Führung verspielte. Ein Sieg hätte gereicht. Das letzte noch zu vergebene Play-off-Ticket im Westen ging somit an Real Salt Lake, im Osten an Columbus Crew. Bestes Team der regulären Saison sind die New York Red Bulls.

          Einen starken Ausstand feierte Alphonso Davies bei den Vancouver Whitecaps. Beim 2:1 gegen die Portland Timbers erzielte der 17-Jährige beide Treffer für Vancouver, das die Playoffs dennoch verpasste. Davies wechselt im Winter zu Bayern München. Der deutsche Rekordmeister zahlt für den Offensivspieler aus Kanada angeblich 11,5 Millionen Euro. Davies werde nach dem Länderspiel in St. Kitts und Nevis am 19. November „nach Deutschland umziehen und mit uns trainieren“, sagte Bayern-Coach Niko Kovac am Montag. Der Youngster sei fest für die Profis eingeplant. „Wenn man so viel Geld für einen jungen Spieler ausgibt, parkt man ihn nicht bei der zweiten Mannschaft“, betonte Kovac.

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