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Schweinsteiger nimmt Abschied : „Die Zeit ist gekommen“

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Ein Moment, der zusammenschweißt: Bastian Schweinsteiger (links) und Joachim Löw nach dem WM-Titel 2014 Bild: dpa

Ein Weltmeister von 2014 verabschiedet sich: Bastian Schweinsteiger gibt das Ende seiner aktiven Karriere als Fußballspieler bekannt. Er freue sich nun „auf die spannenden Aufgaben“, die ihn bald erwarten.

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          Der frühere Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger hat seine große Karriere beendet. Der 35-Jährige, der mit dem FC Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft große Erfolge hatte, teilte seine Entscheidung am Dienstag per Twitternachricht mit, zwei Tage nach seinem letzten Spiel für den amerikanischen Klub Chicago Fire. Schweinsteiger war 2017 in die MLS gewechselt, um seine Laufbahn allmählich ausklingen zu lassen. „Ich danke euch und meinen Mannschaften FC Bayern, Manchester United, Chicago Fire und der deutschen Nationalmannschaft – ihr habt mir diese für mich so unglaubliche Zeit ermöglicht“, schrieb er. „Und natürlich danke ich meiner Frau Ana Ivanovic und meiner Familie für ihre Unterstützung.“

          Mit den Bayern gewann der Mittelfeldspieler acht deutsche Meisterschaften und sieben Mal den DFB-Pokal. 2013 holte er unter Trainer Jupp Heynckes mit den Münchnern das Triple, ein Jahr später triumphierte er mit der Nationalmannschaft im WM-Finale von Rio. In 121 Länderspielen erzielte Schweinsteiger 24 Tore, nach der WM 2014 war er bis zu seinem Abschied vom DFB-Trikot nach der EM 2016 Kapitän der Nationalmannschaft.

          „Mein Abschied als aktiver Spieler stimmt mich ein bisschen wehmütig, aber ich freue mich auch auf die spannenden Aufgaben, die mich bald erwarten. Dem Fußball werde ich treu bleiben“, schrieb Schweinsteiger. Die sportlichen Argumente, noch eine weitere Spielzeit bei Chicago Fire zu spielen, hielten sich in Grenzen. Das Team aus Illinois verpasste vorzeitig die Teilnahme an den Playoffs. Der abschließende 5:2-Sieg am Sonntag bei Orlando City war sportlich bedeutungslos. Schweinsteiger spielte ein letztes Mal durch und feierte die Tore.

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          „Wir sind sehr enttäuscht, dass wir uns nicht für die Playoffs qualifiziert haben“, hatte er bereits in der Vorwoche gesagt. Seinem Klub hatte er aber großes Potential bescheinigt. Der neuerdings alleinige Eigentümer Joe Mansueto „will Dinge verändern. Natürlich war nicht alles ideal. Aber ich denke, Joe ist sehr smart und wird die richtigen Entscheidungen treffen.“ Unter anderem war bereits bekanntgegeben worden, dass der Klub in der kommenden Saison wieder im deutlich größeren Soldier Field spielen wird.

          In seinen 85 Saisonspielen hat der frühere Mittelfeldlenker, der vor seinem Wechsel in die Vereinigten Staaten zwei Jahre für Manchester United aufgelaufen war, acht Tore erzielt und 15 vorbereitet. Nur 2017 spielte er ein Spiel in den Playoffs. Wie schon während seiner Jahre in München galt Schweinsteiger in Chicago als Publikumsliebling. Mit seiner Ehefrau, der früheren Tennisspielerin Ana Ivanovic, und seinen inzwischen zwei Kindern scheint sich der einstige Bayern-Profi, dessen Karriere im Verlauf der Heim-WM 2006 enorm Fahrt aufgenommen hatte, in der „Windy City“ sehr wohl zu fühlen. Anfang Oktober postete Schweinsteiger ein Bild mit Sonnenbrille vor der Chicagoer Skyline. „Was ein großartiger erster Morgen im Oktober“, schrieb er dazu.

          Kurz zuvor hatte Bundestrainer Joachim Löw seinen früheren Kapitän Schweinsteiger in den höchsten Tönen gewürdigt. Zugleich bot der Bundestrainer ihm am Dienstag jederzeit eine Rückkehr zur deutschen Fußball-Nationalmannschaft etwa als Trainer-Praktikant an. „Für ihn haben wir immer einen Platz bei uns“, erklärte Löw. „Ich weiß nicht, was Bastian für Pläne hat und weiß auch noch nicht definitiv, ob er seine Karriere beendet. Es ist gut möglich“, sagte der Bundestrainer wenige Stunden vor Schweinsteigers Erklärung.

          „Wenn der Basti aufhört, wird eine Persönlichkeit gehen, wie sie der deutsche Fußball nicht oft erlebt hat. Er war einer der größten Spieler, die Deutschland hatte“, schwärmte Löw von Schweinsteiger, der vor drei Jahren seine DFB-Karriere beendete. Löw erinnerte auch an das größte Spiel von Schweinsteiger, das mit 1:0 nach Verlängerung gewonnene WM-Finale 2014 in Rio gegen Argentinien. „Jedem von uns ist ein Bild von seiner Karriere im Kopf, das Finale in Maracanã 2014. Er ist blutüberströmt, steht immer wieder auf, kämpft bis zum Umfallen. Den Siegeswillen von ihm konnte man jeder Aktion anmerken. Er war ein großer Spieler, er war auch eine große Persönlichkeit. So kenne ich ihn, immer offen, immer ehrlich, immer empathisch gegenüber den Fans.“

          In den Trainerstäben des DFB bestehe für frühere Nationalspieler immer die Möglichkeit „zur Hospitation oder zum Reinschnuppern“, erklärte Löw. Jeder Spieler, der das Ziel habe, mal Trainer zu werden, sei natürlich immer willkommen, erklärte Löw: „Bastian sowieso.“ Bei der WM 2018 gehörte der 2014-Weltmeister Miroslav Klose zu Löws Stab.

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