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Basels Trainer Vogel : „Mein Sechser mit Zusatzzahl“

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„Fußball ist mein Lebenselixier“: Heiko Vogel Bild: REUTERS

Raus aus der Pfalz, rein ins Fußballglück. Trainer Heiko Vogel sorgt mit Basel für Furore. Vor dem Champions-League-Duell mit den Bayern am Mittwoch (20.45 Uhr) spricht er über Stierblut in Eimern und die Jagdstrategie der Wölfe.

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          Ein Winzer hätte aus Heiko Vogel ebenso gut werden können, wäre er den Traditionen der Familie und seiner pfälzischen Heimatregion gefolgt. Der Onkel hat einen Weinbaubetrieb, in dem der 36 Jahre alte gebürtige Bad Dürkheimer oft mithalf.

          Sein erstes Traumziel im Fußball verpasste der Sportwissenschaftler, als eine Knöchelverletzung mit zwanzig eine Profikarriere endgültig verhinderte. Vogel schaffte es beim SV Edenkoben bis in die Regionalliga.

          Als Fußballlehrer arbeitet der Pfälzer zehn Jahre in der Jugend des FC Bayern. Er betreut dort Spieler wie Philipp Lahm, Thomas Müller oder Mats Hummels. Der ehemalige Bayern-Profi Thorsten Fink nimmt ihn 2008 als Assistent mit zum FC Ingolstadt, wo der Aufstieg in die zweite Liga glückt.

          Ein Jahr später werden beide überraschend das neue Trainergespann beim FC Basel. Sie werden zwei Mal Meister und holen den Schweizer Pokal. Als Fink im Oktober zum Hamburger SV wechselt, erhält Vogel den Job als Cheftrainer. Dann der Triumph: Basel wirft Manchester United aus der Champions League.

          Immer vornweg - auch ins Viertelfinale? Auf dem Weg dorthin warten die Bayern

          Der FC Basel ist die Sensationsmannschaft dieser Champions-League-Runde. Ihr Team hat Manchester United aus dem Wettbewerb geworfen. Wie war das eigentlich für Sie als Greenhorn, einen Welt-Trainer wie Sir Alex Ferguson so vorzuführen?

          Ich habe es nie darauf reduziert, dass ich Sir Alex samt Manchester United ausgeschaltet habe. Erstens sind meine Spieler und nicht ich dafür verantwortlich gewesen. Zweitens habe ich diese Aspekte während der 90 Minuten völlig ausgeblendet und nur das Spiel elf gegen elf auf dem Platz konzentriert betrachtet.

          War Ferguson eigentlich sauer?

          Ich habe einiges gelernt in diesem Moment. Er hat nach dem Abpfiff sehr viel Größe gezeigt, mir gratuliert und Glück fürs Achtelfinale gewünscht. In diesem Moment war er der absolute Gentleman. Das werde ich mir merken, wenn ich mal eine ähnliche Enttäuschung zu verdauen habe.

          An diesem Mittwoch (20.45 Uhr / Live im F.A.Z.-Ticker) im Achtelfinale mit Bayern-Coach Jupp Heynckes auf die nächste Trainer-Legende.

          Es ist schon ein bisschen kurios, weil ich als junger Student zusammen mit einem Kommilitonen mein erstes Leistungssportpraktikum bei Jupp Heynckes absolviert habe. Das war in der Saison, als er mit Real Madrid dann die Champions League gewonnen hat.

          Was konnten Sie damals aus dieser Begegnung mitnehmen?

          Er hat sich wirklich um uns gekümmert, das fand ich sehr eindrücklich. Rückblickend ist das alles andere als normal gewesen. Ab diesem Zeitpunkt war Jupp Heynckes für mich eine absolute Trainerpersönlichkeit. Zu sehen, wie jemand in seiner Position so demütig sein kann, nicht abhebt, den klaren Blick für die Realität behält und sich nicht von Schulterklopfern beeinflussen lässt - das hat mir ziemlich imponiert.

          Jetzt mal nicht so respektvoll - Sie wollen ja Heynckes ein Bein stellen. Wie sind die Bayern zu bezwingen?

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