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Ballon-d’Or-Kommentar : Ein Sieg der Marke Ronaldo

  • -Aktualisiert am

Geschafft: Cristiano Ronaldo wird zum dritten Mal Weltfußballer Bild: dpa

Weltfußballer wird nicht Neuer, sondern die große Marke Ronaldo. Bei der Wahl hat die Deutschen genau das geschwächt, was sie auf dem Platz so stark gemacht hat. Für Teamwork war in Zürich kein Preis vorgesehen.

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          Es war ein deutscher Abend in Zürich – und doch auch wieder nicht. Natürlich war das Land des Weltmeisters höchst angemessen vertreten bei der Gala des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa). Dass es mit Manuel Neuer, Philipp Lahm und Toni Kroos drei Spieler in die Weltauswahl schafften, die von den Mitgliedern der Spielervereinigung Fifpro gewählt wurde, von Kollegen also, konnte sich sehen lassen.

          Von der Wahl Joachim Löws zum Trainer des Jahres war schon im Vorfeld ganz selbstverständlich ausgegangen worden. Dass er es dann mit einigem Abstand vor Carlo Ancelotti und Diego Simeone auch wurde, verbriefte die Anerkennung, die der Bundestrainer weltweit genießt, noch einmal. Und natürlich gehört auch der Doppelsieg im Frauenfußball, für Ralf Kellermann als Trainer und Nadine Keßler als Spielerin, zum prächtigen Bild, das der deutsche Fußball in diesem festlichen Rahmen abgab.

          Der ganz große Preis aber ging an Deutschland, ging am Weltmeister vorbei. Da konnten im Kongresshaus von Zürich noch so oft Bilder von jubelnden Männern mit dem WM-Pokal gezeigt werden, da mag es noch einmal ein besonderer Moment gewesen sein, als Löw und sein inzwischen abgetretener Kapitän Lahm den Goldpokal ins Auditorium brachten.

          Weltfußballer des Jahres : Schon wieder Cristiano Ronaldo

          An den großen Marken im Weltfußball, Cristiano Ronaldo und Lionel Messi, führte bei der Wahl durch die Nationaltrainer, ihre Kapitäne sowie ausgewählte Journalisten auch diesmal kein Weg vorbei. Nichts unterstrich dies besser als die Tatsache, dass selbst Messi, der im vergangenen Jahr nichts von Rang gewonnen hat, noch vor Neuer landete – wenngleich nur mit hauchdünnem Vorsprung.

          Das Ergebnis von Zürich zeigt aber noch etwas anderes: Wie schwer es sein kann, den Erfolg einer Mannschaft in seine Einzelteile zerlegen zu wollen. Wäre eine Mannschaft zur Wahl gestanden – es hätte gewiss keinen anderen Sieger gegeben als die deutsche.

          Auch für Ronaldo junior gab es einiges zu sehen in Zürich Bilderstrecke
          Die Bilder der Gala in Zürich : Mehr als Ronaldo, Messi, Neuer

          Und wenn man die Abstimmungsliste für den Spieler des Jahres noch etwas weiter liest als nur die ersten drei Plätze, stößt man schnell auch auf Thomas Müller, Philipp Lahm und Toni Kroos, die es ebenfalls in die Top Ten geschafft haben.

          Man kann es also auch so sehen: Bei der Wahl hat die Deutschen genau das geschwächt, was sie auf dem Platz so stark gemacht hat. Nicht ein einzelner, auch nicht Neuer, kann für sich reklamieren, der entscheidende Faktor gewesen zu sein. Es war eben Teamwork im besten Sinne – und dafür war am Montag kein Preis vorgesehen.



          Christian Kamp
          Sportredakteur.

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