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Aus für Mönchengladbach : Bayern hat die besseren Nerven

  • -Aktualisiert am

Freud und Leid: Dante (links) verschießt seinen Elfmeter, Torhüter Neuer jubelt. Bild: dpa

Nach zwei Ligasiegen über die Bayern hoffte Gladbach im Pokal auf einen Erfolg - vergebens. Mit 4:2 im Elfmeterschießen setzen sich die Münchner durch. Im Finale treffen sie auf Dortmund.

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          Auch das zweite Halbfinalspiel im DFB-Pokal geriet zu einer spannenden Vorstellung mit wenig Toren, mit viel Spannung - und mit Überlänge. Am Ende folgte Bayern München dem deutschen Meister Borussia Dortmund ins Endspiel des DFB-Pokals. Am 12. Mai kommt es im Berliner Olympiastadion zu einer Neuauflage des Endspiels von 2008.

          Wie am Abend zuvor in Fürth war die Partie in die Verlängerung gegangen, aber nach auch nach 120 Minuten war vor 54.000 Zuschauern im Borussia-Park kein Tor gefallen. Im Elfmeterschießen setzten sich die Bayern durch. Dem Gladbacher Abwehrchef Dante, der für die neue Saison bei den Bayern im Gespräch ist, und Mittelfeldspieler Havard Nordtveit versagten die Nerven. Die vier Münchner Schützen Alaba, Ribery, Lahm und Kroos indes gaben sich keine Blöße, und die Bayern waren wieder einmal am Ziel. Sie erreichten zum 18. Mal das Endspiel um deutschen Pokal.

          Zweimal hatte Mönchengladbach den FC Bayern in dieser Saison schon bezwungen: am ersten Spieltag und beim Start in die Rückrunde. Drei Siege über den Rekordmeister binnen einer Spielzeit waren überhaupt erst einer Mannschaft gelungen. In der Saison 1977/78 brachte Eintracht Frankfurt drei Erfolge gegen die Bayern zustande - innerhalb von fünfzehn Tagen. Die Hessen gewannen eine Bundesligapartie und beide Spiele im Achtelfinale des Uefa-Cups. Für die Borussen ging es also nicht nur um den Einzug ins Finale des nationalen Pokalwettbewerbs, sondern auch um das Erreichen einer historischen Bestmarke.

          DFB-Pokal-Halbfinale : Dantes Luftnummer

          Die Bayern aber hatten sich zuletzt in hervorragender Verfassung gezeigt, in der Bundesliga wie in der Champions League. In den drei Spielen gegen Hoffenheim, Basel und Berlin hatten sie insgesamt zwanzig Tore geschossen. „Wir sind sehr gut drauf im Moment“, sagte Flügelspieler Arjen Robben vor dem Semifinale. „Wir werden am Mittwoch von Anfang an da sein und ins Finale kommen.“

          Die Münchner machten sich also mit dem Selbstbewusstsein ans Werk, aber nicht ohne Respekt vor dem Gegner. Schließlich trafen sie dieses Mal auf den Bundesliga-Dritten, der seinen steilen Aufstieg in den vergangenen Monaten vor allem starken Abwehrleistungen verdankte.

          In der ersten Viertelstunde unterstrichen die Bayern ihren sportlichen Anspruch mit zwei guten Chancen: zuerst mit einem Pfostenschuss von Toni Kroos aus siebzehn Metern, dann mit einem Kopfball von Mario Gomez, den der Gladbacher Torhüter Marc-Andre ter Stegen mit einer starken Parade ins Aus lenkte. Doch die Heimelf ließ sich nicht einschüchtern.

          Meist aufs Verteidigen fixiert, wagten die Borussen sich manchmal auch nach vorn. Marco Reus und Filip Daems scheiterten jedoch an Torwart Manuel Neuer, dem in den beiden Bundesligaspielen gegen Gladbach jeweils ein folgenschwerer Fehler unterlaufen war. Gegen Ende der ersten Hälfte, nach einer Phase ohne spannende Szenen, zeigten die Bayern wieder mehr Esprit. Ribéry, Robben und Alaba wussten gute Möglichkeiten jedoch nicht zu nutzen. Gladbach antwortete mit einem Kopfball von Dante.

          Robbéry gegen ter Stegen

          Nach dem Seitenwechsel versuchten die Bayern die nächste Druckwelle zu erzeugen. Ribéry und vor allem Robben stifteten die meiste Unruhe in der gegnerischen Hälfte, doch der Niederländer zielte immer noch nicht genau genug und hatte zudem in ter Stegen einen starken Torwart gegen sich.

          Die Gladbacher sahen sich in der Defensive weiter stark gefordert, brachten sich von Zeit zu Zeit aber auch als Angreifer in Erinnerung, so etwa bei Juan Arangos Schuss, der knapp über das Ziel hinausging. Beide Mannschaften zeigten das, was sie am besten können: Die Bayern trieben den Ball nach vorn, die Borussen lauerten auf die Gelegenheit zu kontern - von der 61. Minute an auch wieder mit Patrick Herrmann, der nach überstandenem Schlüsselbeinbruch sein Comeback gab.

          Die Bayern waren dem Führungstreffer lange Zeit näher, konnten sich aber nie sicher fühlen im Borussia-Park; der Heimmannschaft gelang es stets, im Spiel zu bleiben. In der 84. Minute standen die Borussen sogar kurz davor, den Lucky Puch zu setzen.

          Reus stürmte auf Neuer zu, doch der Nationaltorwart stellte sich dem Gladbacher Glück mit viel Geschick und starken Nerven in den Weg. So ging auch die zweite Halbfinal-Begegnung in die Verlängerung. Anders als in Fürth bedurfte es am Ende aber eines Elfmeterschießens, um den Einzug ins Finale zu regeln. Dort erwiesen die Bayern sich als nervenstärker.

          Bor. Mönchengladbach - Bayern München 2:4 i.E. (0:0)

          Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl (62. Brouwers), Dante, Daems - Neustädter, Nordtveit - Wendt (62. Herrmann), Arango - Reus, Hanke (75. de Camargo)
          Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Badstuber, Alaba - Luiz Gustavo, Kroos - Robben, Müller (105. Petersen), Ribéry - Gomez (100. Olic)
          Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
          Zuschauer: 54.049 (ausverkauft)
          Elfmeterschießen: 0:1 Alaba, 1:1 Daems, 1:2 Ribéry, 2:2 Herrmann, 2:3 Lahm, Dante verschossen, 2:4 Kroos, Nordtveit gehalten
          Gelbe Karten: Jantschke / Kroos, Robben

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