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3:1 gegen Bremen : Bielefelder Alm hat noch eigene Pokal-Gesetze

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In Bielefeld hat der Pokal eigene Gesetze: Arminia mit Torschütze Sebastian Schuppan (l.) und Dennis Mast schlägt Bremen 3:1 Bild: dpa

Der Pokal-Mittwoch beginnt mit einer Überraschung: Drittliga-Tabellenführer Bielefeld schlägt Bremen. Der Matchwinner heißt Junglas. Werder scheitert wie in den vergangenen drei Spielzeiten bei einem unterklassigen Gegner.

          Favoritenschreck Arminia Bielefeld hat den nächsten Coup gelandet und steht erstmals seit 2006 wieder im Viertelfinale des DFB-Pokals. Der souveräne Drittliga-Spitzenreiter schaltete Fußball-Bundesligist Werder Bremen am Mittwoch mit einem 3:1 (1:0) aus und darf sich nun über weitere dringend benötigte Einnahmen aus dem Pokal freuen.

          Manuel Junglas (32. Minute/84.) und Sebastian Schuppan (57.) ließen mit ihren Toren die Arminia-Fans unter den  26.137 Zuschauern in der seit Dezember ausverkauften Arena jubeln. Werder-Kapitän Clemens Fritz (76.) konnte nur noch den Anschlusstreffer erzielen und musste zudem kurz vor Schluss nach einem Frustfoul mit Gelb-Rot vom Platz.

          Die Alm lebt: Choreographie vor einem großen Pokalabend Bilderstrecke

          In der zweiten Runde hatte die Mannschaft von Trainer Norbert Meier, der als Profi 281 Spiele für Werder absolvierte, Hertha BSC im Elfmeterschießen bezwungen (4:2). Die hoch verschuldeten Ostwestfalen standen 2005 und 2006 jeweils im Viertelfinale. Für die Bremer war das Pokal-Aus der zweite Dämpfer nach dem spektakulären 3:5 in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag.

          Werder-Trainer Viktor Skripnik wechselte für das Pokalspiel den Torwart: Für den formschwachen Raphael Wolf spielte der im Winter von 1899 Hoffenheim ausgeliehene Koen Casteels. Wolf waren zuletzt einige Patzer unterlaufen.

          Bremen übernahm die Initiative und erspielt sich die ersten Möglichkeiten. Vorlagengeber war der agile Davie Selke. Zunächst scheiterte Santiago Garcia aus 15 Metern an Schwolow (7.), dann zog Fin Bartels auf rechts im Strafraum knapp am langen Pfosten vorbei (12.).

          Die Arminia ließ sich allerdings nicht einschüchtern. Aus einer kompakten Formation mit drei defensiven Mittelfeldspielern vor der Abwehr versuchtem die Gastgeber mit Konterattacken zum Erfolg zu kommen.

          Die Pässe waren zunächst aber zu ungenau. Bei den Bremern schlichen sich mit zunehmender Spieldauer Fehler im Mittelfeld ein. Ursache war auch der durch Regen lädierte Rasen. Aber auch die zunehmend frechen Gastgeber provozierten Ballverluste. Das zahlte sich aus. In der 32. Minute schickte Kapitän Fabian Klos Tom Schütz steil in den Strafraum, der wiederum den Ball flach in die Mitte spielte. Junglas brauchte nur abstauben. Beflügelt durch die Führung war Bielefeld ebenbürtig, nach dem Rückstand fand Werder überhaupt nicht mehr ins Spiel. Auch nach der Pause hatten Bielefeld die besseren Chancen.

          Bremen konnte sein Angriffsspiel nicht entfalten, nur durch Einzelaktionen wie von Zlatko Junuzovic entstand Gefahr. Das 2:0 fiel nach einer wohl einstudierten Ecke: Christian Müller ließ den Ball passieren, Schuppan hielt das Bein rein und traf. Werder spielte nun konsequenter nach vorn und fand zunächst in Arminen-Schlussmann Alexander Schwulow seinen Meister. Fritz traf von der Strafraumgrenze ins untere Eck.

          Abermals Junglas schloss dann kurz vor Schluss einen Konter erfolgreich ab und sorgte für die Entscheidung. Werder Bremen ist somit wie in den vergangenen drei Jahren bei einem Klubs aus der dritten oder gar noch niedrigeren Liga ausgeschieden.

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