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Attaque : Bis zum letzten Halm

Attaque – hier wird angegriffen! Bild: F.A.Z.

Von wegen heilig: Zehnmal in drei Jahren ist der Wembley-Rasen ausgetauscht worden, die Lieferanten wurden gewechselt, ein Platzwart hat seinen Job verloren - geholfen hat das alles nichts. Es ist eine Schande. Attaque!

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          Etwa an der Fünfmeterlinie ging Michael Dawson zu Boden. Und wie er danach auf dem Rücken lag und die Hände von sich streckte – das sah aus, wie Fußballprofis eben aussehen, wenn sie nach einem Foul im Strafraum den Elfmeter fordern. Nur: Dawson, der Verteidiger von Tottenham Hotspur, hatte den Boden unter den Füßen vor dem eigenen Tor verloren. Er war auch nicht von einem Gegenspieler zu Fall gebracht worden, Dawson war schlichtweg ausgerutscht und musste nun wie eine Schildkröte auf dem Rücken mit ansehen, wie die Profis des FC Portsmouth im Wembley-Stadion den Führungstreffer im Halbfinale des FA Cup bejubelten.

          Man muss nicht anglophil sein, um zu verstehen, dass Dawsons Fall die englische Seele an einem empfindlichen Punkt berührte. Der Rasen, das weiß man auch von Elton John, Asterix oder aus Wimbledon, ist auf der Insel eine mythische Kategorie. Und rechnet man dazu, dass Wembley das nationale Fußballheiligtum ist, dann wird schnell klar, dass die Fallhöhe hier eine andere ist als im schnöden Gezänk zwischen Bayern München und Schalke 04 vor ein paar Wochen.

          Schickt das Rasenkompetenzteam nach England!

          Mit dem schönen britischen Fluch „disgrace“ – Schande –, den Tottenhams Teammanager Harry Redknapp gebrauchte, war eigentlich alles über die Wiese von Wembley gesagt, was zu sagen war. Zehnmal in drei Jahren ist der Rasen ausgetauscht worden (Kosten jeweils 140.000 Euro), die Lieferanten wurden gewechselt, und ein Platzwart hat schon seinen Job verloren – geholfen hat das alles nichts.

          Da liegt der arme Dawson am Boden - niedergestreckt vom schlechten Rasen!

          Was uns das angeht? Mitte Mai spielt der FC Chelsea mit Michael Ballack im Finale um den FA Cup dort – und wen beschliche so kurz vor der WM in Südafrika kein ungutes Gefühl beim Gedanken an 2006, als Ballacks malade Wade ein ganzes Land in Atem hielt. Damals hatten die deutschen Organisatoren auch das sogenannte Rasenkompetenzteam erfunden, um dem Spiel eine solide Grundlage zu garantieren. Schickt sie nach England, schnell!

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