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Transfers und vermisste Kinder : Die besondere Aktion der AS Rom

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Transfermeldungen auf der einen Seite, Vermisstenmeldungen auf der anderen bei AS Rom Bild: FAZ.NET

Wenn Klubs neue Spieler verpflichten, wird daraus heute ein großes Tohuwabohu gemacht. Die AS Rom nutzt das, um auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen.

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          Der Profifußball weiß sich zu vermarkten. Auch, wenn er gar nicht stattfindet. In der Sommerpause sind dann die Spielertransfers das beherrschende Thema. Und vor kurzem ist man bei den Vereinen auf die Idee gekommen, dass diese doch viel spannender präsentiert werden können als üblich. Statt einer Pressekonferenz, ein bisschen Ball-Jonglieren im Stadion und ein paar Fotos mit dem neuen Trikot basteln die Klubs heute mal lustige, mal ironische Clips mit ihren Verpflichtungen. Ein Beispiel gefällig? Als Borussia Dortmund Páco Alcacer verpflichtete, suchte der seine neue (echte) Liebe, den BVB, kurioserweise auf einer Datingapp, die doch so gar nicht für echte Liebe steht. Und trotzdem: Es war ein Match.

          Andere Vereine lassen aufwendige Videos produzieren, die auch im Kino oder zumindest im Fernsehen laufen könnten. Die Wechsel werden versehen mit Hashtags, so wie bei der Rückkehr von Paul Pogba zu Manchester United mit #PogBack. Und gerne zeigt sich einer der Hauptsponsoren des Akteurs. Für den Wechsel von Bastian Schweinsteiger zu Chicago Fire drehte dessen persönlicher Werbepartner, ein kalifornisches Unternehmen für Audiotechnik, ein emotionales Video, in dem der Ur-Bayer nach 17 Jahren seinen Abschied von den Münchenern erklärte und gleichzeitig die Produkte seines Partners präsentierte. Marketing at its best.

          Die AS Rom geht nun andere Wege. Der italienische Hauptstadtklub arbeitet bei der Präsentation seiner Zugänge für die kommende Saison mit Wohltätigkeitsorganisation in Italien, Amerika und Großbritannien zusammen, die auf spurlos verschwundene Kinder aufmerksam machen. Romas neue Profis, wie der gerade erst von Juventus Turin gekommene Leonardo Spinazzola, sind dabei neben Kindern zu sehen, die vermisst werden. Links: signed (verpflichtet); rechts: missing (vermisst). Bald soll es auch Videos geben, die über die Situation der Kinder und der Familienangehörigen aufklären. Dafür hat sich der Verein etwa mit dem nationalen Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder in Amerika und der italienischen Organisation „Telefono Azzurro“ (Blaues Telefon) zusammengetan.

          Auch die britische Organisation „Missing People“ arbeitet mit dem mehrfachen italienischen Fußballmeister zusammen. Dessen Geschäftsführer Jo Youle ist dankbar für das Engagement der Roma. In Großbritannien würden jedes Jahr das Verschwinden von mehr als 80.000 Kindern gemeldet – und etwa zwei Prozent von ihnen werden nicht innerhalb einer Woche gefunden. „Es ist entscheidend, so viele Menschen wie möglich über das Problem aufzuklären“, sagte er.

          In den Vereinigten Staaten machte die Band Soul Asylum mit einer ähnlichen Kampagne schon 1993 darauf aufmerksam. In ihrem Song „Runaway Train“ heißt es: „Seems like I should be getting somewhere, Somehow I'm neither here nor there“ (Es sieht so aus, als sollte ich irgendwohin gehen, irgendwie bin ich weder hier noch dort). Es ist die Beschreibung der Flucht vor der Welt, einem Nie-Wieder-Zurückkehren – das Ticket für den Weglauf-Zug. In verschiedenen Videos zu dem Song in Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Australien zeigte die Band insgesamt 36 vermisste Menschen in der Hoffnung, dass der Aufruf dank ihrer Bekanntheit Menschen wieder zusammen bringt, oder sich zumindest Menschen melden, die die Vermissten gesehen haben.

          Das hofft nun auch die Roma. Sie hat angekündigt, künftig alle Spielertransfers derart zu präsentieren. Auf den Clips auf Twitter ist eine Nummer eingeblendet, bei der sich Menschen melden können, die die Vermissten kennen oder gesehen haben.

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