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Arne Friedrich im Gespräch : „Für mich ist Spanien der Favorit“

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„Wir haben schon einen Lauf”: Arne Friedrich Bild: AFP

Die Formkurve der Nationalelf steigt parallel zum Aufstieg des Arne Friedrich. Gegen Argentinien traf er sogar, im Halbfinale an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) will Friedrich Spanien stoppen. Im F.A.Z.-Interview spricht der Verteidiger über das Konzept gegen den Europameister, die deutschen Chancen und seine Entwicklung seit der WM 2006.

          5 Min.

          Von ganz unten nach ganz oben: Arne Friedrich hat in den letzten Wochen einen unglaublichen Höhenflug hinter sich. Mit der Hertha musste der 31 Jahre alte Abwehrspieler den Abstieg verkraften, in der Fußball-Nationalmannschaft erlebt der Westfale einen ungeahnten Aufstieg. Die Randfigur der Weltmeisterschaft 2006 ist in Südafrika eine der bestimmenden Persönlichkeiten im Team.

          An der Seite von Per Mertesacker hält Friedrich als Routinier einer jungen deutschen Mannschaft die Defensive zusammen - und setzt sogar vorne unvergessliche Akzente. Beim 4:0 im Viertelfinale gegen Argentinien traf er zum vorentscheidenden 3:0. An diesem Mittwoch (20.30 Uhr / FAZ.NET-WM-Liveticker) will er im Halbfinale gegen Europameister Spanien den Einzug ins WM-Endspiel perfekt machen.

          Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht Friedrich zuvor über seinen Wechsel zum VfL Wolfsburg, sein Tor gegen Argentinien und den Vergleich mit Guido Buchwald.

          Im Stile eines Torjägers: Arne Friedrich trifft zum 3:0 gegen Argentinien
          Im Stile eines Torjägers: Arne Friedrich trifft zum 3:0 gegen Argentinien : Bild: dpa

          War es ein Fehler, jetzt schon beim VfL Wolfsburg zugesagt zu haben?

          Nein. Ich freue mich auf die Aufgabe. Nach den Bayern haben die Wolfsburger in der Bundesliga die größten Möglichkeiten. Sie haben gute Strukturen, sind vor zwei Jahren Meister geworden, und ich rechne mir aus, in der kommenden Saison mit dem Klub in die Champions League zu kommen.

          Als Torjäger steht einem die Welt doch offen?

          Das Tor gegen Argentinien war kein Traumtor, aber schon ein Tor in Stürmermanier (lacht). Ich bin sehr froh, endlich eines in der Nationalmannschaft erzielt zu haben. Die Zeit ohne Tor war unendlich lang (im 77. Länderspiel, die Red.)

          Es scheint, als seien Sie und die ganze Mannschaft in diesem Turnier nicht mehr zu bremsen.

          Wir haben schon einen Lauf. Gegen Serbien gab es zwar einen kleinen Rückschlag, aber ich habe da bereits gesagt, dass eine Mannschaft nicht durch ein Turnier durchmarschiert. Irgendwann ist da halt ein Stolperstein. Doch nun kommt das entscheidende Spiel. Ich glaube, der Sieger unserer Partie hat große Chancen, den Titel zu gewinnen. Spanien ist für mich der Favorit. Die Mannschaft hat über die Jahre konstant gespielt, verfügt über ein überragendes Mittelfeld. Viele Spieler spielen bei Barcelona und sind dementsprechend ausgebildet und eingestellt. Taktisch sind sie stärker als Argentinien, wo sich vieles nur auf Messi konzentriert hat.

          Der spanische Trainer bezeichnet die deutsche Mannschaft als beste der Welt.

          Die beste Mannschaft der Welt - da gibt es natürlich viele Faktoren, da ist viel Spekulation dabei. Vielleicht will sich Spanien einfach etwas Druck nehmen und uns die Favoritenrolle zuschieben. Aber die nehmen wir nicht an. Für mich ist Spanien als Europameister im Vorteil. Wir sind der Außenseiter. Mit dieser Rolle sind wir bisher gut zurechtgekommen, obwohl wir in diesem Turnier schon zu den Mannschaften gehören, die am überzeugendsten gespielt haben.

          Worauf kommt es gegen Spanien an?

          Wir müssen als Mannschaft gut verteidigen. Die Spanier sind offensivstark, sie haben mit David Villa einen extrem guten und erfolgreichen Stürmer, der die Torschützenliste anführt. Und wir müssen uns vorne durchsetzen. Das wird nicht so einfach wie gegen Argentinien. Die haben mit zwei Reihen gespielt - vorne fünf und hinten fünf. Gegen Spanien wird es taktisch nicht so einfach werden, weil die Mannschaft viel arbeitet, sich permanent verschiebt und die Räume sehr eng macht. Es könnte ein sehr kniffliges, ausgeglichenes Spiel werden - vielleicht mit Verlängerung. Beide Mannschaften sind auf Augenhöhe, da wird keiner groß abfallen.

          Als Sie nach Ihrem 3:0 gegen Argentinien sekundenlang am Boden gelegen haben, was haben Sie da gedacht?

          Es war vor allem eine unglaubliche Erleichterung. Das Spiel war damit entschieden, Argentinien ausgeschaltet.

          Im Vergleich zu 2006 ist Ihre Rolle heute eine ganz andere. Sie können endlich auf Ihrer Lieblingsposition spielen, haben im Gegensatz zur Heim-WM eine gute Presse und das Publikum hinter sich. Was hat sich getan?

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