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DFB-Pokal-Sieg für Bielefeld : Walldorf verpasst Sensation nach Elfmeter-Krimi

  • Aktualisiert am

Walldorf verpasste die Überraschung erst im Elfmeterschießen. Bild: dpa

Der Außenseiter aus der vierten Liga scheidet nach einem Drama aus. Die Arminia gewinnt nach Elfmeterschießen. Immerhin verewigt sich Walldorf durch ein Novum in der Geschichte des DFB-Pokals.

          Arminia Bielefeld hat den Siegeszug der Feierabend-Fußballer des FC-Astoria Walldorf mit viel Glück gestoppt und steht nach zwei Jahren wieder im Viertelfinale des DFB-Pokals. Die Zweitliga-Mannschaft von Trainer Jürgen Kramny kam am Dienstagabend aber erst mit einem hart erkämpften 5:4 im Elfmeterkrimi weiter. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1,0:0) gestanden. Erst in der 53. Minute ging der Favorit durch Tom Schütz in Führung, Marcel Carl glich vor rund 4000 Zuschauern im ausverkauften Dietmar-Hopp-Sportpark für die Amateure aus der Regionalliga Südwest mit einem kuriosen Kopfballtreffer aus (78.). Stephan Salger verhinderte mit dem entscheidenden Treffer vom Punkt eine Blamage der Ostwestfalen.

          „Einen Klassenunterschied habe ich nicht gesehen - wenn, dann am Anfang, aber hinten raus waren wir besser“, meinte Walldorf-Kapitän Timo Kern. „Wenn man im Elfmeterschießen rausfliegt, kann man nur von Pech reden.“ Tom Schütz war dagegen mit seinen Bielefeldern im Glück. „Ich freue mich riesig. Es war das altbekannte Pokalspiel – wir hatten genug klare Chancen zum 2:0. Aber dann kriegen wir so ein ganz krummes Ding“, sagte der Torschütze zum 1:0.

          Walldorf hatte schon den VfL Bochum und Erstligaverein Darmstadt aus dem Pokal befördert. Bielefeld stand zuletzt 2015 im Viertelfinale, besiegte damals Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen und schied im Halbfinale mit 0:4 gegen Wolfsburg aus. Für das Weiterkommen erhält jeder Viertelfinalist knapp 1,3 Millionen Euro.

          Die Bielefelder stürmen im DFB-Pokal in die nächste Runde. Bilderstrecke

          Die Arminia hätte schon zur Pause klar führen müssen – doch der glänzend aufgelegte Keeper Jürgen Rennar hielt Walldorf im Spiel. Der Favorit erarbeitete sich Chance um Chance – nur das befreiende Tor wollte lange nicht gelingen. Nach Flanke von Kapitän Fabian Klos köpfte Christopher Nöthe drüber (13.), wenig später verzog David Ulm nur um Zentimeter.

          Nach dem Ausgleich durch Marcel Carl – Sohn des früheren Karlsruher Bundesliga-Stürmers Eberhard Carl – kam beim Pokalschreck wieder Hoffnung auf. Doch die Gäste wirkten insgesamt robuster, waren aktiver und hatten zudem die Lufthoheit. „Wir sind Favorit und wollen in der regulären Spielzeit gewinnen“, hatte Kramny schon vor dem Duell in der Kurpfalz gesagt. Deshalb gab es auch kein spezielles Elfmetertraining.

          Walldorf merkte man an, dass ihnen vor Rückrundenbeginn der Regionalliga noch Spielpraxis fehlt. Die bekam diesmal vor allem Rennar – der beste Walldorfer auf dem Platz: Mit einer Super-Parade verhinderte der Torhüter beim Kopfball von Torjäger Klos das 0:1 (26.) und konnte sich bis zum Schluss noch mehrfach auszeichnen. Nach Gelb-Rot für Keanu mussten die Gäste in den letzten fünf Minuten mit neun Feldspielern auskommen.

          Immerhin sorgte Walldorf für ein Novum im DFB-Pokal. Die Kurpfälzer sind die erste deutsche Mannschaft, die vier Auswechslungen in einem Pflichtspiel vorgenommen hat. In der 117. Minute kam Benjamin Hofmann als vierter Einwechselspieler für Marcus Meyer ins Spiel. Im Pokal ist es seit Jahresbeginn erlaubt, in der Verlängerung einen vierten Spieler auszutauschen. Das für die Fußball-Regeln zuständige International Football Asscociation Board IFAB hatte bei seiner Sitzung im März 2016 in Cardiff den Weg für die Neuerung frei gemacht. Noch handelt es sich aber um eine Testphase.

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