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Argentinien vor Deutschland : Buenos Aires hält sich noch zurück

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Alles himmelblau-weiß: Buenos Aires während der WM Bild: REUTERS

Alles ist „albiceleste“, also himmelblau-weiß - aber so richtig los geht es erst, wenn die „Albiceleste“, also Argentiniens Nationalteam, ins WM-Finale einzieht. Die Argentinier halten sich mit dem ganz großen Jubel noch ein wenig zurück.

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          „Die Geschäfte laufen gut“, sagt der junge Mann an seinem Stand, den er in Buenos Aires an der Avenida Santa Fe aufgebaut hat. „Aber so richtig geht es erst los, wenn Argentinien ins Endspiel kommt.“ Der fliegende Händler bietet, was der Fußballfan braucht in den Nationalfarben - Schals, Krawatten, Nationalflaggen, Narrenkappen. Alles „albiceleste“, also himmelblau-weiß. Und Tröten jeglicher Bauart.

          Neu im Sortiment sind in diesem Jahr die Vuvuzelas. Sieben standen zum Verkauf, eine ist übrig geblieben. Sie hat einen Fabrikationsfehler. Das Mundstück sieht ausgefranst aus. Ersatzweise stehen andere Krachmacher daneben, von Hupen bis zur Trillerpfeife. Sie können es an Lautstärke mit der Vuvuzela nicht aufnehmen, wie die hingebungsvolle Probevorführung durch den Verkäufer im tosenden Feierabendverkehr beweist.

          „Ich kann alles besorgen, auch Flaggen in Schwarz-Rot-Gold“

          Neben den vielen anderen Ständen fliegender Händler, die in immer größerer Zahl auf den Bürgersteigen kunsthandwerklichen Nippes, Unterwäsche, Gemüse oder Piraten-DVDs feilbieten, nimmt sich die Verkaufsecke für Fußballdevotionalien bescheiden aus. Die Argentinier halten sich mit dem ganz großen Jubel ohnehin noch ein wenig zurück, auch wenn sie inzwischen ihrem Trainer Maradona alle Entgleisungen nachgesehen haben und ihm sogar zutrauen, das Team ins Endspiel zu führen. In den Fenstern und an den Balkonen der Wohnungen hängen erst wenige himmelblau-weiße Fahnen. Eine Tageszeitung will dem nachhelfen und am Tag vor dem Spiel gegen Deutschland Nationalflaggen verteilen.

          „So richtig geht es erst los, wenn Argentinien ins Endspiel kommt”

          Ob wir trotz des kleinen Fehlers nicht doch die Vuvuzela, seine letzte, mitnehmen wollen, fragt der Verkäufer. Sie kostet 15 Pesos, drei Euro. Nein, sagen wir, sie müsste schon schwarz-rot-gold sein. „Es wird ein schweres Spiel gegen Deutschland“, sagt der junge Mann. Auf welchen Ausgang des Spiels wir am Samstag tippen, will er wissen. „2:1 für Deutschland.“ Mit seinem Tipp zögert er. „Ich glaube, es wird wieder unentschieden ausgehen und ein Elfmeterschießen geben. Dann werden wir gewinnen - vielleicht“, sagt er mit überraschender Zurückhaltung. „Ich kann übrigens alles besorgen, auch Vuvuzelas und Flaggen in Schwarz-Rot-Gold.“

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