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Teure Nations-League-Rechte : Ob ARD und ZDF noch Spaß am deutschen Fußball haben?

„Die letzten zehn Minuten waren etwas wacklig“: Bundestrainer Joachim Löw. Bild: dpa

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft spielt nun in der zweiten Liga der Nations League. ARD und ZDF hatten sich anderes erhofft. Schließlich geben sie viel Geld für den Wettbewerb aus. Das lohnt sich nicht wirklich.

          Der Abstieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in die zweite Liga der Nations League ist nicht nur unter sportlichen Gesichtspunkten und für die Fans ein Desaster. Er trifft auch ARD und ZDF hart. Haben sich die öffentlich-rechtlichen, aus dem Rundfunkbeitrag finanzierten Sender die Rechte an der Nations League doch, wie der Evangelische Pressedienst unwidersprochen berichtete, 122 Millionen Euro kosten lassen.

          Dafür gibt es bis zu zwölf Spiele der deutschen Mannschaft in den Spielzeiten 2018/19 und 2020/21 im Ersten oder Zweiten zu sehen. Im Falle eines Abstiegs, den Bundestrainer Löw zielsicher angesteuert hat, indem er Spiel für Spiel die Falschen aus- und die Falschen eingewechselte, soll der Preis für ARD und ZDF allerdings etwas niedriger ausfallen.

          8,48 Millionen Zuschauer sahen am vergangenen Montag im Ersten die am Ende jämmerlich vergurkte Partie gegen die Niederländer. Das ist für Fußball-Verhältnisse nicht viel und lässt die Investition der Öffentlich-Rechtlichen, die in den Aufsichtsgremien umstritten war, noch einmal fragwürdiger erscheinen. Die Senderechte an der Fußball-WM in Russland, die nicht wirklich ansehnlich war, zumindest wenn man zu „La Mannschaft“ hielt, haben sich ARD und ZDF 218 Millionen Euro kosten lassen. Bei den Sendern begründet man solche Ausgaben mit dem Auftrag zur „Grundversorgung“. Die deutschen Fans freilich dürften mit Fußball zum Wegschauen längst grundversorgt sein.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

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