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Antisemitismus im Fußball : Ist der Fußballverband auf dem rechten Auge blind?

3. Februar 2018, beim Spiel SC Freiburg gegen Bayer Leverkusen: Solidarität mit dem SV Babelsberg. Bild: Imago

Der Viertliga-Verein SV Babelsberg 03 führt einen Kampf. Es geht um deutsche Geschichte. Um Nazis. Um den Hitlergruß. Um Antisemitismus. Um Auschwitz. Vor allem aber um den Umgang damit im Jahr 2018.

          10 Min.

          Archibald Horlitz kennt sich aus mit Neuen Medien. Und damit, wie man dort große Aufmerksamkeit erzielt. Mehr als ein halbes Leben hat er mit Computern verbracht. Alles begann, als in den Achtzigerjahren in seiner Berliner Studenten-WG ein Kumpel aus Stanford mit einem Mac auftauchte. Horlitz kaufte ihm das Ding ab. Damit war er der erste Besitzer eines Macs in Deutschland. Horlitz erkannte die Chance, die in diesem Gerät schlummerte, erweiterte dessen Kapazität und legte sich zwanzig davon zu. Die Macs und ein Laserdrucker sollten zur Basis seines ersten Unternehmens werden. Später gründete er die Firma Gravis, die er vor rund fünf Jahren an Freenet verkaufte.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Wie das mit dem Internet läuft, muss Horlitz, dem Präsidenten des SV Babelsberg 03, also niemand erklären. „Social Media haben wir schon vor vielen Jahren intensiv genutzt. Aber das, was hier gerade in Babelsberg passiert, ist ohne Beispiel. Das mediale Echo, das unser Fall über alle Grenzen hinaus erregt, ist im Sport meines Wissens ohne Vorbild“, sagt er. Wenn ein Star wie Aubameyang seinen Dienst bei einem Klub wie Borussia Dortmund boykottiere, dann ziehe das selbstverständlich große Kreise. „Aber darüber berichten nicht die New York Times, die Washington Post, Hareetz in Israel oder der New Zealand Herald. Aber unser Fall zieht diese Kreise, der Fall eines Viertligisten. Wenn man so vermessen ist, auch deren Follower dazu zu nehmen, dann landen wir mit der Reichweite im dreistelligen Millionenbereich.“

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