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3:1 im Finale in Berlin : Frankfurter Pokalsensation gegen Bayern

„Fußballgott“ Alex Meier darf den Pokal als Erster hochrecken. Bild: dpa

Jupp Heynckes verabschiedet sich mit einer Niederlage im DFB-Pokalfinale. Sein Nachfolger Niko Kovac siegt mit der Eintracht in einem dramatischen Finale. Kurz vor Ende gibt es Aufregung um den Videobeweis.

          Die große Sensation dieser Saison hat sich der deutsche Fußball bis zum letzten Spiel aufgehoben. Der krasse Außenseiter Eintracht Frankfurt besiegte im DFB-Pokalfinale den großen Favoriten FC Bayern München 3:1. Die ersten Treffer für den größten Erfolg der Eintracht seit dreißig Jahren erzielte Ante Rebic (11.und 82. Minute), der zwischenzeitliche Ausgleich war Robert Lewandowski kurz nach der Pause geglückt. Der eingewechselte Mijat Gacinovic erzielte dann in der letzten Minute der packenden Nachspielzeit den dritten Treffer für die Eintracht. Er lief wie im Triumphzug alleine auf das verlassene Münchner Tor zu und schob den Ball unter dem tosenden Beifall der Eintracht-Fans über die Linie. „Der Fußball schreibt die schönsten Geschichten, das macht den Sport so interessant“, sagte ein gerührter Eintracht-Trainer Niko Kovac.

          DFB-Pokal
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          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Der völlig unerwartete und letztlich sogar verdiente Triumph führt die Frankfurter in der kommenden Saison in die Europa League – und Kovac verabschiedete sich in seinem letzten Spiel als Eintracht-Trainer mit einer taktischen Meisterleistung. „Ich denke, unterm Strich haben wir nicht unverdient den Pokal geholt. Ich freue mich über den Titel, aber ich bin auch traurig, dass ich gehe. Das, was wir geleistet haben, das war groß“, sagte Kovac. Einen glanzvolleren Abschied aus Frankfurt hätte sich der gebürtige Berliner in seiner Heimatstadt nicht wünschen können. Für Jupp Heynckes und die Bayern endete die Saison dagegen mit einer unerwarteten und bitteren Enttäuschung. Aus dem erhofften Triple wurde nun alleine die deutsche Meisterschaft. Für den 73 Jahren alten Heynckes ist es damit bei einem einzigen DFB-Pokalsieg in seiner Trainerkarriere geblieben – in jenem Jahr, in dem er das Triple mit den Bayern gewann.

          „Heute war das eine vermeidbare Niederlage. Sie haben einen unbändigen Willen gehabt, das Spiel heute für sich zu entscheiden. Da muss man einfach zwingender sein, noch mehr Biss vor dem Tor erzeugen“, sagte Heynckes. „Das haben wir nicht gemacht und deshalb darf man sich nicht beklagen.“ Für die erste Überraschung hatte sein Gegenüber Kovac schon vor dem Anpfiff gesorgt. Der Eintracht-Trainer hatte Alexander Meier – den bekanntesten Frankfurter Profi, der von den Fans verehrt wird und dessen Vertrag ausläuft – nicht in den Kader aufgenommen. Auf der anderen Seite setzte Jupp Heynckes den Langzeitverletzten Manuel Neuer im letzten Saisonspiel erstmals wieder auf die Bank.

          In den vergangenen vierzehn Pflichtspielen hatten die Bayern elfmal gegen die Eintracht gewonnen und nie verloren. Zuletzt siegten sie in der Bundesliga mit teilweise dritter Besetzung 4:1 – die Rollen in Berlin waren also so eindeutig verteilt wie schon länger nicht mehr. Aber den Abschieds-Hinweis von Heynckes nach dem Titelgewinn an die Liga, die Konkurrenz sich doch endlich was trauen solle gegen die Bayern, setzte die Eintracht von Beginn an beherzt in die Tat um. Die Frankfurter schnürten den Favoriten in der eigenen Hälfte ein – aber nur für fünf Minuten. Dann schien die Partie ihren erwarteten Verlauf zu nehmen. Die Bayern dominierten wie gewohnt die nationale Konkurrenz und kamen nach acht Minuten auch gleich zu einer erstklassigen Chance, doch der Freistoß von Lewandowski landete an der Unterkante des Frankfurter Tores.

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