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Anhörung im Fifa-Skandal : Unschuldsbeteuerungen

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Gespräch mit Blatter: Amos Adamu hat in der Schweiz keine strafrechtlichen Konsequenzen zu fürchten Bild: dpa

Die Fifa will den mutmaßlichen Korruptionsskandal um die Bewerbungen für die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 intern aufklären. Im Fokus stehen auch bislang nicht genannte Fifa-Offizielle sowie Nationalverbände und Bewerbungskomitees.

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          Der Fußball-Weltverband bemüht sich von diesem Mittwoch an um die interne Aufarbeitung eines Skandals in den eigenen Reihen, dessen Dimension noch nicht absehbar ist. Vier Tage nach Bekanntwerden von Korruptionsvorwürfen gegen zwei Fifa-Exekutivmitglieder tagt die Ethikkommission des Verbandes. In der Verbandszentrale in Zürich wird das Gremium unter dem Vorsitz des Schweizers Claudio Sulser den Nigerianer Amos Adamu und Reynald Temarii aus Tahiti anhören. Beide sollen verdeckt recherchierenden Reportern signalisiert haben, ihre Stimmen bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zu verkaufen. Das 24-köpfige Exekutivkomitee vergibt beide WM-Turniere am 2. Dezember in Zürich.

          Temarii wiederholte am Dienstag gegenüber dem Internetportal „insideworldfootball.com“, „zu 100 Prozent“ integer zu sein. „Ich bin unschuldig“, sagte er und betonte, dies vor der Ethikkommission beweisen zu können. Er wolle nicht zurücktreten. Adamu hatte ein Gespräch mit Fifa-Präsident Joseph Blatter, über Inhalte wurde nichts bekannt. Im Fokus stehen auch noch andere, bislang nicht genannte Fifa-Offizielle sowie Nationalverbände und Bewerbungskomitees. Die Aufarbeitung des Falls wird vorerst in den Händen des Verbandes bleiben, strafrechtliche Konsequenzen haben Temarii und Adamu zumindest in der Schweiz nicht zu fürchten.

          Nach Ansicht von Anti-Korruptions-Fachleuten wie Sylvia Schenk, Vorstandsmitglied von Transparency International Deutschland, ist der Sport „nicht korrupter als andere gesellschaftliche Bereiche oder Wirtschaftsunternehmen“, aufgrund seiner ehrenamtlichen Struktur aber „schlecht gegen solche Angriffe gerüstet“. In vielen Organisationen fehle die Transparenz. „Dadurch fällt es schwer einzuschätzen, wie integer die Mandatsträger sind“, sagte die Juristin.

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