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Am Rande des Länderspiels : Ermittlung nach Rassismus-Vorwurf

  • Aktualisiert am

Angefeindet: Leroy Sané Bild: EPA

Die Polizei in Wolfsburg ermittelt nach rassistischen Äußerungen von Zuschauern gegen Sané und Gündogan während des Länderspiels gegen Serbien. Ein Journalist hatte die Ausfälle dokumentiert. Laut DFB ist der Kartenkäufer ausfindig gemacht.

          Die Polizei in Wolfsburg hat nach mutmaßlich rassistischen Äußerungen von Zuschauern während des Länderspiels gegen Serbien Ermittlungen eingeleitet. Es habe mehrere Hinweise unter anderem vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gegeben, sagte ein Polizeisprecher an diesem Donnerstag. „Wir prüfen das jetzt und stimmen die möglichen nächsten Schritte ab“, ergänzte er.

          Zuvor hatte der Journalist André Voigt in den sozialen Netzwerken ein Video veröffentlicht, in dem er von verbalen Ausfällen einiger Zuschauer während der Partie am Mittwochabend in Wolfsburg berichtete. So sollen drei Zuschauer, die in der Reihe hinter ihm saßen, vor allem die Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan verunglimpft haben.

          Der DFB reagierte zunächst mit einer Twitter-Botschaft und einer Collage mit Fotos aller Nationalspieler und den Worten „Für Vielfalt“ und „100 & Menschenwürde, zusammen gegen Rassismus“. Präsident Reinhard Grindel sagte bei einer Podiumsdiskussion in Frankfurt: „Das hat mich sehr betroffen gemacht. Kein Spieler darf diskriminiert werden. Wir als DFB werden jedem, der das tut, die Rote Karte zeigen.“ Nach Angaben des DFB konnte der Kartenkäufer für die Plätze, auf denen die drei Fans saßen, ausfindig gemacht werden.

          Der deutsche Basketball-Meister FC Bayern München schrieb: „Wichtige Worte“. Der Fußball-Bundesligist Hertha BSC twitterte: „Für mehr Toleranz. Für mehr Courage. Für mehr Respekt. Rassismus hat nirgendwo einen Platz verdient – auch nicht im Fußball! Danke fürs Aufstehen, @drevoigt!“ Die TSG 1899 Hoffenheim schrieb: „Nicht nur am #TaggegenRassismus zum Kotzen. Immer zum Kotzen. Danke für deinen Mut.“ ZDF-Moderatorin Dunja Hayali meinte: „danke, dass sie gesicht [sic!] gezeigt haben!“

          „Die drei haben zuerst die ganze Zeit über Löw, die Spieler und das Stadion hergezogen. In der zweiten Halbzeit ging es dann mit rassistischen Beleidigungen gegen (Leroy) Sané und (Ilkay) Gündogan weiter, drei-, vier-, fünfmal, immer wieder“, sagte Voigt, Chefredakteur des renommierten Basketball-Magazins „Five“, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

          „Irgendwann habe ich mir gedacht: Wenn ich jetzt nichts sage, kann ich heute Nacht nicht einschlafen. Auch wenn meine Tochter gerade mit ihrem Kopf in meinem Schoß schlief, ich musste einfach was sagen“, berichtete der 45 Jahre alte Journalist. „Aber auch danach ging es immer weiter, bis hin zu Äußerungen wie „Heil Hitler“. Was mich schockiert hat, dass ansonsten niemand im Block etwas dagegen gesagt hat, sondern es auch noch Bestätigung für die drei gab“, sagte Voigt.

          Der DFB habe sich bei ihm gemeldet und wollte die Sitzplatznummern haben. „Ich bin gespannt, wie es ausgeht. Ich weiß, dass es auch unangenehm für mich werden kann durch die ganzen Reaktionen von Rechten – aber wenn ich aufstehe, muss ich auch den Kopf dafür hinhalten“, sagte Voigt, der nach eigenen Angaben zahlreiche Reaktionen auf sein Video erhielt. „Ich hätte nie gedacht, dass es solche Wellen schlägt. Ich habe ja kein Katzenbaby gerettet, sondern bin nur gegen ein paar Idioten aufgestanden.  Es kommt auch einiges an Hass, aber das positive Feedback überwiegt“, sagte Voigt der dpa.

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