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Ali Krieger : „Ich war nicht mehr glücklich beim FFC“

Rückkehr im Nationaltrikot: Ali Krieger bereitet sich in Frankfurt auf das Länderspiel gegen Deutschland am Freitagabend vor Bild: dpa

Kurz vor dem Jahreswechsel verließ Ali Krieger überstürzt den FFC Frankfurt. Nun kehrt sie mit dem amerikanischen Frauenfußball-Nationalteam nach Frankfurt zurück - und deutet erstmals die wahren Gründe für den Abschied an.

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          Ihr Deutsch ist noch immer hervorragend, das Tattoo mit dem Wort „Liebe“ ist natürlich noch auf dem linken Unterarm. Ali Krieger strahlt im Frankfurter Mannschaftshotel des amerikanischen Fußball-Nationalteams, das sich seit dem Wochenende auf das Spiel gegen Deutschland am Freitag (18.15 Uhr) im Stadion auf dem Bieberer Berg in Offenbach vorbereitet.

          Die ehemalige Spielerin des FFC Frankfurt freut sich über ihre erste Rückkehr in ihre Wahlheimat seit dem überstürzten Abschied kurz vor Weihnachten. Damals ließ der Verein nur knapp verlauten, dass Ali Krieger nach fünfeinhalb Jahren beim deutschen Vorzeige-Frauenfußballklub um eine Rückkehr in die Vereinigten Staaten gebeten habe - aus Angst, dass sie sonst keine Chance mehr im derzeit besten Nationalteam der Welt habe. Die Erklärung klang plausibel, weil der amerikanische Verband tatsächlich in der Vergangenheit fast ausschließlich auf Spielerinnen vertraute, die in den Vereinigten Staaten spielen.

          Merkwürdigerweise setzte aber in den Wochen nach Kriegers Heimkehr eine Wanderbewegung in die entgegengesetzte Richtung ein: Die Nationalteamkolleginnen Megan Rapinoe und Tobin Heath gönnen sich Auslandserfahrung in Frankreich. Zudem setzte der aus Schottland stammende neue amerikanische Nationaltrainer Tom Sermanni beim Testturnier um den Algarve-Cup Anfang März weitere fünf Europa-Legionärinnen ein.

          Probleme außerhalb des Spielfelds

          Und so gesteht Ali Krieger im Gespräch mit dieser Zeitung nun erstmals ein, dass es durchaus weitere gewichtige Gründe für ihren Abschied nach Amerika gegeben habe, die mit der anhaltenden Krise beim FFC zu tun haben. „Ich wollte schon zur Nationalmannschaft und auch die neue amerikanische Liga unterstützen“, sagt sie. „Aber es gab auch andere Gründe, die FFC-Manager Siggi Dietrich in der Pressemitteilung nicht kommuniziert hat. Ich war hier nicht mehr glücklich.“

          Die 28 Jahre alte Rechtsverteidigerin will keine Details nennen, sie deutet nur an, dass es Probleme außerhalb des Spielfelds gab. Sie weist darauf hin, dass erst in der vergangenen Woche Sarah Thunebro als nächste Spielerin den Verein vorzeitig und ähnlich überstürzt verlassen habe. „Es war teilweise etwas chaotisch im Team, aber ich dachte immer, dass diese Kleinigkeiten uns auf dem Spielfeld nicht stören dürfen. Aber vielleicht war das zu viel für uns“, sagt sie. „Ich glaube jedenfalls, dass ich auch deshalb selbst sehr schlecht gespielt habe.“ Zudem habe sie - wie das gesamte Team - darunter gelitten, dass Woche für Woche eine völlig andere Aufstellung aufs Feld geschickt worden sei. „Mir und vielen anderen hat die Sicherheit gefehlt, obwohl wir jede Woche richtig gute Trainingseinheiten hatten. Aber sonntags ging dann gar nichts.“

          Da war Ali Krieger noch glücklich beim FFC: 2011 jubelt sie mit Kerstin Garefrekes

          Die Außenbahnspielerin mit dem Kämpferherz führt dabei bewusst nur am Rande ihre Kreuzbandverletzung und die Nachwirkungen der Operation Anfang 2012 als Grund für ihr Formtief an. Eine desolate Leistung bei der 2:4-Niederlage beim VfL Wolfsburg im November sei schließlich der letzte Anlass gewesen, einen räumlichen wie sportlichen Neuanfang zu wagen. „Für mich war das der entscheidende Punkt. Ich wusste, dass ich so nicht weitermachen konnte, wenn ich wieder eine gute Spielerin werden wollte“, sagt sie. Mittlerweile ist Ali Krieger fast wieder die alte. Beim Algarve-Cup überzeugte sie ihren Trainer. Sie hat damit gute Aussichten, ihre Position mit Blick auf die WM 2015 zu festigen.

          „Im Nationalteam immer besser als beim FFC“

          Gute Leistungen erwartet sie derweil am kommenden Freitag auch von ihren ehemaligen Klubkameradinnen vom FFC, die wie gewohnt in fast voller Mannschaftsstärke mit acht Spielerinnen im Kader von Bundestrainerin Silvia Neid vertreten sind. „Die Mädels haben im Nationalteam immer viel besser gespielt als im Klub. Das wird auch Freitag so sein“, sagt Ali Krieger. „Mich hat das immer gewundert, und ich habe mir das damit erklärt, dass sie ihren Platz im Nationalteam vielleicht zu sicher hatten. Sie wurden ja alle selbst dann nominiert, als wir wie im Herbst monatelang alle richtig schlecht gespielt haben. Vielleicht ist für viele deutsche Nationalspielerinnen das Nationalteam auch zu wichtig im Vergleich zum Verein. Vielleicht haben wir deshalb zu viel an unsere Egos gedacht und nicht als Mannschaft gespielt.“

          Ali Krieger betont, dass sie nun keineswegs mit dem FFC gebrochen habe. Wenn am Sonntagvormittag keine Trainingseinheit mit dem Nationalteam auf dem Programm gestanden hätte, hätte sie sogar als Zuschauerin den 7:0-Sieg gegen Sindelfingen im Stadion am Brentanobad mitverfolgt. „Der Weggang war für mich die richtige Entscheidung, aber dennoch mag ich den Klub und meine ehemaligen Teamkolleginnen“, sagt sie. „Und jetzt läuft es beim FFC ja auch hoffentlich wieder besser, und vielleicht werden sie ja doch noch Meister.“ Ein bisschen wäre das dann auch Ali Kriegers Titel.

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