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Alexander Hleb im Gespräch : „Wir dürfen nicht in Panik verfallen“

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Im Mittelpunkt bei Bate: Alexander Hleb ist wieder zurück in Borissow Bild: REUTERS

Alexander Hleb ist der bekannteste Spieler bei Bate Borissow. Vor dem Duell in der Champions League an diesem Dienstag (20.45 Uhr) mit dem FC Bayern spricht er im F.A.Z.-Interview über die Stärken der eigenen Elf und seine Zukunft.

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          Alexander Hleb war einer der jungen Wilden des VfB Stuttgart. Danach versuchte sich der Weißrusse an einer Weltkarriere. Doch weder beim FC Arsenal und erst recht nicht beim FC Barcelona gelang ihm der große Durchbruch. Über Birmingham, Wolfsburg und Samara kehrte er im Sommer zu seinen Anfängen zurück.

          Mit Bate Borissow empfängt Hleb an diesem Dienstag (20.45 Uhr / Live im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET) den FC Bayern. Zuvor spricht er im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über seine neue Mannschaft, seine Vergangenheit bei den Topklubs und sein Karriereende.

          Müssen die Bayern Angst vor Bate Borissow haben?

          Nein, warum denn? Die Bayern sind eine der stärksten Mannschaften der Welt. Es wäre normal, wenn sie bei uns drei Punkte holen würden.

          Was zeichnet Ihre Mannschaft aus?

          Wir sind ausgeglichen besetzt, haben in jeder Linie starke Spieler. Bate spielt seit fünf Jahren ununterbrochen in der Champions-League-Qualifikation und ist das dritte Mal in der Gruppenphase. Die Mannschaft hat einige internationale Erfahrung gesammelt und vieles aus den Spielen gegen überlegene Gegner gelernt. Wir dürfen uns natürlich gegen die Bayern keine Fehler erlauben.

          Wie spielt Borissow? Schnelles Umschalten wie Dortmund, viel Ballbesitz wie Bayern oder Mauerfußball?

          Von allem ein bisschen. Wir sind in der Lage, verschiedene Stile zu spielen. Gegen die Bayern werden wir natürlich nicht offensiv spielen, das wäre Unsinn. Wir werden diszipliniert sein, aber versuchen, unsere Chancen zu bekommen und zu nutzen. Wir dürfen nicht in Panik verfallen.

          Gegen Lille hat das prima geklappt. Hat Sie der 3:1-Auswärtssieg zum Start genauso überrascht wie den Rest von Europa?

          Nein. Wir haben schon versucht, in Lille auf Sieg zu spielen, denn wir wussten, dass danach mit Bayern und Valencia zwei noch stärkere Teams auf uns warten. Dann haben wir zwei schnelle Tore geschossen und konnten das Spiel tatsächlich ziemlich sicher gewinnen. Es war ein kleiner Schritt, gegen Bayern wird es viel schwerer.

          Seine Karriere nahm im Trikot des VfB Stuttgart richtig Fahrt auf
          Seine Karriere nahm im Trikot des VfB Stuttgart richtig Fahrt auf : Bild: AFP

          Ihr Trainer Gonscharenko war mit 31 der jüngste Trainer, der jemals mit einem Verein die Gruppenphase der Champions League erreichte. Er hat mit 30 die erste Mannschaft von Borissow übernommen und seitdem immer die nationale Meisterschaft geholt. War er auch ein Argument für Ihre Rückkehr?

          Natürlich, ich habe ja noch mit ihm gespielt. Er hat mich gemeinsam mit dem Präsidenten Kapski davon überzeugt, in die Heimat zurückzukehren. Er bildet mit seinem Assistenten Alexander Jermakowitsch ein sehr gutes Tandem. Sie haben von Jahr zu Jahr viel dazugelernt, weil sie immer versuchten, sich das Beste von den Topvereinen abzuschauen.

          Ist es nicht langweilig, wieder in der Heimat zu kicken, nachdem Sie bei großen Vereinen wie Barcelona und Arsenal gespielt haben?

          Nein, ich war lange verletzt und ich bin froh, überhaupt wieder zu spielen, zudem noch in der Champions League. Bate ist natürlich nicht mit Arsenal zu vergleichen, aber der Klub ist durchaus auf dem Niveau eines europäischen Mittelklasseteams. Wir haben gute Strukturen. Trainingsbedingungen, medizinische Versorgung, die Organisation im Verein: Das ist alles sehr in Ordnung. Dazu kommt, dass wir viel Spaß in der Mannschaft haben und meine Familie in der Nähe wohnt. Ich habe einen Vertrag bis zum Dezember, ich will alles geben und versuchen, hier etwas Besonderes zu machen.

          Zuletzt ließ er sich nach Wolfsburg ausleihen ohne jedoch Akzente setzen zu können
          Zuletzt ließ er sich nach Wolfsburg ausleihen ohne jedoch Akzente setzen zu können : Bild: dapd

          Das klingt im Gegensatz zu vielen anderen mittelgroßen osteuropäischen Klubs nach gesunden Verhältnissen. Hat der Verein einen Präsidenten oder Besitzer, der viel Geld gibt?

          Bei Bate wird nicht besonders viel Geld ausgegeben. Wir haben keine Stars und keine teuren Spieler. Präsident Anatoli Kapski macht aber viel richtig, er entwickelt den Verein langsam nach oben. Für ihn ist der Verein wie ein Kind. Er leistet ehrliche Arbeit.

          Wollen Sie bei Bate Borissow Ihre Karriere beenden?

          Nein, ich will noch einmal angreifen und auf Topniveau spielen. Ich hatte in meiner Karriere wegen der vielen Verletzungen viele schwierige Momente. Aber nun bin ich wieder fit. Ich weiß, dass es mit 31 Jahren schwierig ist, aber ich habe das Gefühl, dass es wieder in meiner Hand liegt, noch einmal nach oben zu kommen. Wenn ich nur mit Gottes Wille unverletzt bleibe: Alles andere kann ich schaffen.

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