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Albaner Kapllani zum Skandalspiel : „Das alles gehört nicht zum Fußball!“

  • Aktualisiert am

Erschreckende Szene: Ein Zuschauer rennt aufs Spielfeld und attackiert den albanischen Spieler Bild: dpa

Das EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien ist nach Auseinandersetzungen zwischen Spielern und Zuschauern abgebrochen worden. Edmond Kapllani, Spieler des FSV Frankfurt, war für Albanien dabei und spricht über das Chaos.

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          War die Partie am Dienstag das schlimmste Fußballspiel Ihrer Karriere?

          Auf jeden Fall. So etwas habe ich noch nie erlebt. Und ich gehe davon aus, so etwas nie wieder erleben zu müssen.

          Hatten Sie Angst um Ihr Leben?

          Für mich war es ein komisches Gefühl. Ich bin froh, am Mittwoch wieder gut in Frankfurt gelandet zu sein.

          Wie haben Sie die Geschehnisse erlebt?

          Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel werden wird. Aber das es so eskalieren würde, damit hatten wir nicht gerechnet. Wir haben uns auf das Spiel konzentriert und ein gutes Spiel abgeliefert. Leider ist es dann zur Randale gekommen.

          Wie ist es abgelaufen?

          Wir hatten keine Schlägerei mit den serbischen Spielern. Ein paar serbische Spieler haben uns auch in Schutz genommen. Sie haben versucht, serbische Anhänger zurück auf die Tribüne zu schicken. Die Emotionen waren hoch. Wir sind mit Steinen und Flaschen beworfen worden. Auch ich habe versucht, den einen oder anderen serbischen Spieler zu beruhigen. Ich war jedenfalls nicht mittendrin.

          Wie bewerten Sie die Aktion mit der Drohne, die in das Stadion geschwebt war und an der eine Flagge, die Großalbanien zeigt, befestigt war?

          Das war für uns auch überraschend. Wir haben gar nicht gesehen, was da oben vom Himmel kam. Wir haben gedacht, da kommt etwas von den Serben. Auf einmal sehen wir, das da etwas von uns kommt. Wir waren alle schockiert – wie die serbischen Spieler und die Zuschauer. Am Ende hat auch der eine oder andere Spieler versucht, die Flagge zu schützen. Wie ich mitbekommen habe, sollte die Flagge vielleicht zerrissen oder weggenommen werden. Das war zumindest mein Eindruck. Und dann sind auch die Fans auf den Platz gekommen.

          Spielt sonst für den FSV Frankfurt: Edmond Kapllani

          War diese Drohne nicht eine Provokation und damit falsch?

          Das alles gehört nicht zum Fußball! Wir wussten, dass es ein Psychospiel wird. Es geht nicht um richtig oder falsch, ich kann das nicht beurteilen. Wir als Spieler dürfen nicht in Gefahr geraten.

          Wie bewerten Sie das Verhalten des Serben und Freiburger Bundesligaspielers Stefan Mitrovic, der die Fahne an sich riss?

          Ich kann das nicht bewerten. Es war für mich eine unglückliche Szene. Am besten wäre es gewesen, wenn alle Spieler gleich in die Kabine gegangen wären – und sich die Polizisten um die Sache gekümmert hätten. Es war dann unberechenbar. Rein sportlich war alles in Ordnung.

          Wie ist Ihre Mannschaft dann aus dem Stadion rausgekommen?

          Wir waren in der Kabine, bis sich die Situation beruhigt hatte. Danach sind wir direkt mit dem Bus unter Polizeischutz zum Flughafen gebracht worden.

          In Ihrer Heimat sollen Sie dann begeistert und von Politikern empfangen worden sein.

          Wir sind positiv empfangen worden.

          Wer hat die Drohne gesteuert?

          Das ist ein großes Geheimnis. Jeden würde das interessieren, wer das war. Auch für uns ist das ein großes Rätsel.

          Die Fragen stellte Jörg Daniels.

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