https://www.faz.net/-gtl-7wc8p

Afrika-Cup 2015 : Äquatorialguinea übernimmt von Marokko

  • Aktualisiert am

Äquatorialguinea und seine Hauptstadt Malabo springen ein für Marokko Bild: AFP

Weil Marokko wegen der Ebola-Epidemie auf eine zeitliche Verlegung des Afrika-Cups drängte, wurde dem Land die Gastgeberrolle entzogen. Nun übernimmt Äquatorialguinea. Dabei war das Land erst im Juli für das Turnier gesperrt worden.

          Das eigentlich vom Afrika-Cup 2015 ausgeschlossene Äquatorialguinea ist neuer Ausrichter des Turniers. Der Wettbewerb werde vom 17. Januar bis 8. Februar in dem zentralafrikanischen Land stattfinden, teilte der afrikanische Fußballverband CAF am Freitag mit. Drei Tage zuvor war der ursprüngliche Gastgeber Marokko vom Afrika-Cup ausgeschlossen worden. Laut CAF hätten „ein paar“ Länder Interesse an der Ausrichtung gezeigt. Spielorte in Äquatorialguinea sind die Hauptstadt Malabo, Bata, Mongomo und Ebebiyin.

          Die Wahl des neuen Gastgeberlandes fiel nach einem Treffen zwischen dem afrikanischen Verbandschef Issa Hayatou und dem umstrittenen Präsidenten von Äquatorialguinea, Teodoro Obiang Nguema. „Nach brüderlichen und fruchtbaren Gesprächen hat Präsident Teodoro Obiang zugestimmt, dass sein Land das Turnier ausrichten wird“, hieß es in einer CAF-Mitteilung. 2012 war Äquatorialguinea gemeinsam mit Gabun Gastgeber der Kontinentalmeisterschaften.

          International dürfte die Wahl Kritik hervorrufen, weil in dem kleinen Land in Zentralafrika eine Diktatur herrscht. Teodoro Obiang gilt als einer der brutalsten und korruptesten Diktatoren in Afrika. Er kam 1979 durch einen Militärputsch an die Macht. Amnesty International hält dem Regime willkürliche Festnahmen von Oppositionellen, Scheinprozesse und Folter vor. Im vergangenen Jahr sah sich die Nationalmannschaft Spaniens harter Kritik ausgesetzt, weil sie zu einem Testspiel in Äquatorialguinea antrat. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch betonte damals: „Unter Obiang herrschen in Äquatorialguinea Korruption, Armut und Unterdrückung.“

          Dabei ist das Land dank seiner Erdölvorkommen eines der reichsten in Afrika. Der Reichtum kommt aber nur einem kleinen Teil der 1,6 Millionen Bewohner zugute. Äquatorialguinea war im Juli für das Turnier gesperrt worden, weil die Nationalmannschaft in der ersten Playoff-Runde zur Qualifikation einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatte. Dafür war Mauretanien nachgerückt.

          Die Absetzung von Marokko schlug hohe Wellen

          Die Mannschaft von Äquatorialguinea wird nun aber als Vertreter der Gastgebernation doch teilnehmen. Marokko war vom Afrika-Cup verbannt worden, weil es wegen der Ebola-Epidemie in einigen afrikanischen Ländern auf eine Verlegung des Turniers um ein Jahr gedrängt hatte. Dies kam für den afrikanischen Verband aber nicht infrage. „Wenn wir die Veranstaltung nach hinten verschieben würden, wäre das tödlich für den afrikanischen Fußball“, hatte CAF-Präsident Issa Hayatou in einem Fernsehinterview gesagt.

          Nach Schätzungen sollen bereits mehr als 5000 Menschen hauptsächlich in Sierra Leone, Liberia und Guinea an den Folgen der Virus-Infektion gestorben sein. Insgesamt sind 16 Mannschaften für das kontinentale Turnier qualifiziert, die in vier Gruppen gegeneinander antreten. Der jeweils Gruppenerste und -zweite zieht ins Viertelfinale ein. Die Gruppen-Auslosung findet am 3. Dezember in Malabo statt.

          Weitere Themen

          Ein Schatten seiner selbst

          Blamage für Tiger Woods : Ein Schatten seiner selbst

          Die katastrophale erste Runde erträgt Tiger Woods nur mit Selbstironie – dann folgt das Aus bei den British Open zur Halbzeit. Auch für den eigentlichen Favoriten wird das Turnier zum Desaster.

          Topmeldungen

          Undatierte Aufnahme der „Stena Impero“

          Straße von Hormus : Iran stoppt Öltanker im Persischen Golf

          Die Lage im Persischen Golf spitzt sich zu. Nach eigenen Angaben setzt Iran einen britischen Öltanker in der Straße von Hormus fest. Ein zweites aufgebrachtes Schiff ist mittlerweile wieder freigegeben.

          Transfer-Offensive : Borussia Dortmund hat ein großes Problem

          Der BVB beeindruckt mit seinen starken Neuzugängen. Doch die Offensive auf dem Transfermarkt hat auch ihre Schattenseiten. Der Kader ist nun viel zu üppig besetzt. Auf der Streichliste stehen prominente Namen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.