https://www.faz.net/-gtl-9rnbo

Affenlaute und Homophobie : Eine spricht, andere schweigen

Frau mit klarer Meinung und klarer Botschaft: Weltfußballerin Megan Rapinoe Bild: AFP

Viel zu viele Profis und Funktionäre reagieren nicht auf die unzähligen Fälle von Diskriminierung im Sport. Doch eine Weltmeisterin hat nun genug. Und prangert an, was viel zu oft verharmlost wird. Auch ganz aktuell.

          1 Min.

          Megan Rapinoe, Weltfußballerin. Logisch, nach dieser WM. Dass sie die richtigen Worte fand, war auch keine große Überraschung. Rapinoe gilt vielen als Inspiration, was vor allem an ihrer klaren Ausdrucksweise liegt. Sie sei ein bisschen enttäuscht, sagte Rapinoe also in der Mailänder Scala, nachdem Gianni Infantino ihr einen Pokal in die Hand gedrückt hatte. Damit sich wirklich etwas verändere, sollten sich nicht schwarze Profis über Rassismus echauffieren müssen. Sondern alle anderen. Sollten sich alle gegen Homophobie aussprechen, nicht nur homosexuelle Sportlerinnen und Sportler. Sollten sich nicht nur Frauen über die mangelnden Investitionen in den Frauen-Fußball beschweren.

          Schließlich hätten alle Profis dieselben unglaublichen Möglichkeiten wie sie selbst, bedingt durch den Erfolg und das Geld, das dieser bringt. Jeder Profi im Saal habe eine Bühne. „Teilt sie mit anderen. Hebt andere hervor. Teilt euren Erfolg. Wir haben im Fußball Möglichkeiten, die kein anderer Sport bietet: Benutzt das Spiel, um die Welt besser zu machen. Tut was. Wir haben unglaubliche Macht.“ Wenn Megan Rapinoe spricht, wird das Schweigen vieler, vieler Profis noch deutlicher. Und deutlich unangenehmer.

          Einer hört nicht zu

          Andererseits: si tacuisses. Auch wenn aus Giovanni Malago, oberster Sportfunktionär Italiens, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, demnächst Organisator der Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina, auch schweigend kein Philosoph wird. Aber es ist schon erstaunlich: Woche für Woche wird der Rassismus in italienischen Fußballstadien offen zur Schau gestellt, und Woche für Woche melden sich die Apologeten der gepflegten Diskriminierung. Sicher, schlimm, die Fans, die schwarze Spieler auspfeifen. Aber noch schlimmer sei, wenn sich einer, der drei Millionen verdiene, mit einer Schwalbe im Strafraum einen Elfmeter schinde, findet Malago.

          Ein Stück nördlich der Alpen, in Weißenfels, wurde der Ludwigsburger Basketballer Konstantin Konga derweil in einem Bundesligaspiel mit Affenlauten bedacht in der vergangenen Woche. Er hatte im Sommer den afrikanischen Nachnamen seiner Frau angenommen. Nach dem Vorfall in Weißenfels wies er auf Instagram „auf das hier in Deutschland bestehende Rassismusproblem“ hin. Solidarität mit den schwarzen Sportlern und Sportlerinnen sei seine Pflicht, schrieb Konga. So hatte Megan Rapinoe das gemeint. Leuten wie Malago fällt aber nicht nur das Schweigen schwer, sondern auch das Zuhören.

          Weitere Themen

          Gladbach quält sich und dankt Pléa

          3:1 gegen Mainz : Gladbach quält sich und dankt Pléa

          Die Borussia erlebt zähe und mühevolle Winterwochen. Das ist auch beim Heimspiel gegen Mainz nicht anders. Früh geraten die Gladbach mit 0:1 in Rückstand, drehen aber die Partie noch. Ein Stürmer ragt heraus.

          Topmeldungen

          Wegbereiter eines großen Erfolgs: Almamy Toure (Mitte) lässt sich von Timothy Chandler feiern.

          2:0 gegen Leipzig : Frankfurt stoppt den Tabellenführer

          Ein Sieg wider die Gerechtigkeit: Die Frankfurter Eintracht besiegt das lange überlegene Team von RB Leipzig dank einer Leistungssteigerung in Halbzeit zwei. Touré ebnet den Weg. Und der Spitzenreiter stolpert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.