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Vorwürfe gegen Fußballstar : Affäre um Neymar wird immer verwirrender

  • Aktualisiert am

Die Affäre um Neymar beschäftigt Brasilien. Bild: AFP

Die Vorwürfe gegen Brasiliens Fußballstar Neymar wiegen schwer. Nun aber beenden offenbar die Anwälte des vermeintlichen Opfers die Zusammenarbeit wegen widersprüchlicher Aussagen der Frau.

          Die Affäre um die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Brasiliens Fußballstar Neymar wird immer diffuser. Wie der brasilianische TV-Sender Globo berichtete, haben die Anwälte des vermeintlichen Opfers die Zusammenarbeit aufgrund widersprüchlicher Aussagen der jungen Frau beendet. Der Sender zitierte aus einem Schreiben der Kanzlei Fernandes e Abreu. Demnach habe die Mandantin zunächst angegeben, eine Beziehung mit dem Stürmerstar von Paris St. Germain zu führen. Dieser sei jedoch später gewalttätig geworden und habe sie körperlich angegriffen. Bei der Polizei habe die Frau, deren Identität weiter geheim gehalten wird, jedoch eindeutig von Vergewaltigung gesprochen, was eine vollkommen andere Behauptung sei.

          Die brasilianische Nachrichtenseite UOL Esporte behauptete indessen, sie habe Zugang zu einem medizinischen Bericht, wonach die junge Frau an Hämatomen an Beinen und Gesäß, Magenproblemen und posttraumatischen Symptomen gelitten habe. Der ärztliche Bericht sei von einem brasilianischen Arzt in Sao Paulo sechs Tage nach dem Übergriff erstellt worden.

          Neymar soll Medienberichten zufolge wegen der unerlaubten Veröffentlichung von Textnachrichten und Fotos der Frau bei der Polizei aussagen. Beamte hätten den Stürmerstar am Montag im Trainingslager in Teresópolis aufgesucht und zu einer Vernehmung vorgeladen, berichtete Globo TV. Neymar solle seine Aussage voraussichtlich in der kommenden Woche in Rio de Janeiro machen. Der brasilianische Fußballverband (CBF) bat die Behörden laut einem Bericht des Medienportals UOL, die Vernehmung bis nach der Copa América zu verschieben. Die brasilianische Nationalmannschaft bestreitet in dieser Woche zwei Testspiele gegen Qatar und Honduras, bevor am 14. Juni das südamerikanische Turnier vor heimischer Kulisse beginnt.

          Die für Cyberkriminalität zuständige Polizeidienststelle in Rio de Janeiro hatte am Sonntag angekündigt, ein Ermittlungsverfahren gegen Neymar wegen Veröffentlichung intimer Fotos ohne Zustimmung der betroffenen Person zu eröffnen. Parallel dazu läuft bereits eine Untersuchung in Sao Paulo, wo die junge Frau am vergangenen Freitag gegen Neymar Anzeige erstattet hatte.

          Neymar bestreitet die Vorwürfe der Vergewaltigung vehement, spricht davon, „in eine Falle getappt“ zu sein. Zum Beweis seiner Unschuld veröffentlichte Neymar am Samstag in seinem Instagram-Profil Chatverläufe. Die Fotos wurden vor der Veröffentlichung bearbeitet, zeigen nicht das Gesicht der Frau, auch intime Stellen ihres Körpers wurden unscharf gemacht, was den möglichen Strafbestand aufheben könnte. Der Eintrag auf Neymars Instagram-Account ist mittlerweile gelöscht.

          Nationaltrainer Tite will sich bezüglich des Vergewaltigungsvorwurfs gegen Neymar kein Urteil erlauben. „Ich weiß, dass es eine persönliche Angelegenheit ist, und es braucht Zeit für Menschen, um die Fakten zu beurteilen. Ich erlaube mir selbst nicht, die Fakten zu beurteilen“, sagte Tite, der sich derzeit mit dem brasilianischen Team um Neymar in der Nähe von Rio de Janeiro auf die Copa América vorbereitet. Tite ergänzte am Montag, er arbeite seit drei Jahren mit dem Stürmer von Paris Saint-Germain zusammen, und in der Beziehung zwischen Coach und Spieler sei der 27-Jährige „loyal und wahrheitsliebend“.

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