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Ärger bei Real Madrid : „Zidane ist eine Schande“

  • Aktualisiert am

Real-Trainer Zinedine Zidane während des Testspiels gegen den FC Arsenal Bild: EPA

Der Streit zwischen Real Madrid und dem einstigen Rekordtransfer Gareth Bale spitzt sich zu. Der Berater des Spielers greift Zinedine Zidane mit heftigen Worten an. Der Konter des Trainers folgt prompt.

          Im Testspiel zwischen Real Madrid und dem FC Arsenal trifft ausgerechnet der abwanderungswillige Gareth Bale – und erntet von Trainer Zinedine Zidane prompt lobende Worte: „Er hat ein gutes Spiel gemacht, ich freue mich für ihn.“ Das Verhältnis zwischen den Madrilenen und dem Waliser ist seit längerer Zeit stark belastet, ein Abgang des Stürmers in diesem Sommer bleibt dennoch sehr wahrscheinlich.

          Zuletzt hatte Bales Berater Jonathan Barnett Zidane Respektlosigkeit im Umgang mit dem 30-Jährigen vorgeworfen. Vor dem Test gegen Arsenal wies Zidane die Vorwürfe zurück. „Ich habe niemanden nicht respektiert, am allerwenigsten Gareth“, erwiderte der 47-Jährige.

          Bei dem Test in Washington brachten der Franzose Alexandre Lacazette und der frühere Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang die Londoner in Führung, ehe Bale und Marco Asensio für Real egalisierten. Wenige Minuten nach seinem Treffer musste Asensio den Platz aufgrund einer Verletzung verlassen und könnte für längere Zeit ausfallen. Der 23 Jahre alte Offensivspieler zog sich in einem Zweikampf mit Aubameyang einen Riss im vorderen Kreuzband sowie des äußeren Meniskus' im linken Knie zu. Wie der Klub auf seiner Homepage mitteilte, wird der Mallorquiner in den nächsten Tagen operiert. Im Elfmeterschießen sorgten die Königlichen letztlich mit einem 3:2 für eine Entscheidung zu ihren Gunsten, Bale allerdings vergab dort den ersten Versuch.

          Bale selbst habe aufgrund von Transferverhandlungen auf einen Einsatz beim International Champions Cup gegen Bayern München (1:3) verzichtet, so Zidane. Nach dem Spiel hatte der Franzose über Bale gesagt: „Der Klub arbeitet an seinem Abschied. Lasst uns hoffen, dass es bald passiert.“ Barnett reagierte daraufhin gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP empört: „Zidane ist eine Schande, er zeigt keinen Respekt für einen Spieler, der so viel für Real Madrid getan hat“. Der Berater bestätigte aber zugleich, dass man an einem Wechsel arbeite.

          Bale war 2013 für die damalige Rekordsumme von 101 Millionen Euro von Tottenham Hotspur nach Madrid gewechselt, passte aber nicht in Zidanes System. Zuletzt war der walisische Flügelstürmer deshalb unter anderem mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht worden. Laut dessen Trainer Niko Kovac ist der Offensivstar in München aber kein Thema. Auch eine Rückkehr zu den Spurs ist im Gespräch.

          Real Madrid hat derweil dem französischen Meister Paris Saint-Germain nach Medienberichten ein vermeintlich spektakuläres Tauschgeschäft vorgeschlagen: Der spanische Rekordmeister wolle Bale abgeben und im Gegenzug Stürmerstar Neymar bekommen, berichteten unter anderem die spanische Fachzeitung „Mundo Deportivo“ und das britische Blatt „The Independent“. Anders als „The Independent“ schreibt „Mundo Deportivo“ allerdings, Real sei bereit, für Neymar zusätzlich 90 Millionen zu bezahlen.

          Die Zukunft des Brasilianers Neymar und des Walisers Bale ist seit Wochen ungewiss. Beide Stars werden mit zahlreichen europäischen Topklubs in Verbindung gebracht. Bei dem 30 Jahre alten Bale waren es vor allem Vereine der Premier League. Auch über einen Wechsel nach China soll angeblich verhandelt werden. Der 27 Jahre alte Neymar soll eine Rückkehr zum spanischen Meister FC Barcelona bevorzugen.

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