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Freude und Ärger bei U 21 : „Das ist für mich absolut ein Unding“

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Nun hoffe Bierhoff, dass „die Vereine auch mitziehen“ werden. Das olympische Fußball-Turnier der Männer findet vom 22. Juli bis zum 8. August 2020 statt und wird somit auch die Vorbereitung der Bundesligaklubs beeinträchtigen. Auch die Nationalspieler blickten bereits mit Vorfreude Richtung Olympia, auch wenn viele der aktuellen Akteure nicht spielberechtigt sein werden. Eingesetzt werden dürfen Spieler, die am oder nach dem 1. Januar 1997 geboren sind, zudem drei „Joker“, die diese Grenze überschreiten. „Natürlich freuen wir uns", sagte Abwehrspieler Timo Baumgartl vom VfB Stuttgart, richtete seine Konzentration aber sogleich auf die Gegenwart. „Für mich zählt momentan die EM. Was in einem Jahr passiert, ist erst einmal egal“, sagte er.

Denn noch aber hat die U 21 Ziele in Italien bei der EM. Im nächsten Spiel wird Benjamin Henrichs allerdings nicht dabei sein. Seine Gelbe Karte ganz kurz vor Schluss tat ihm besonders weh. Zumal er sie bekam, weil er einen Einwurf etwas zu langsam ausführte. Fingerspitzengefühl für die Situation und die Folgen für den Spieler bewies der Schiedsrichter jedenfalls nicht. Der Außenverteidiger wird damit im Halbfinale gesperrt fehlen.

Elfmeter für Österreich: Torwart Nübel trifft den Gegenspieler mit dem Knie.

„Das ist extrem bitter, weil ich im ganzen Spiel vorsichtig war. Und dann so was“, sagte der Profi vom AS Monaco. Bei Schiedsrichter Andris Treimanis (Lettland) habe er in der Situation kurz vor Spielende das nötige Fingerspitzengefühl vermisst. „Er hat mir nach dem Spiel gesagt, dass ich unbedingt Zeitspiel machen wollte. Das war aber nicht meine Absicht. Der Ball war nass, ich wollte ihn wechseln, dann rutscht er aus meiner Hand.“ Nun wünscht sich Henrichs, im Halbfinale gegen Italien oder Rumänien zu spielen: „Ich würde mich freuen, wenn wir nicht gegen Frankreich spielen, damit wir im Finale gegen Frankreich spielen.“

Trainer Kuntz forderte die Mannschaft bereits auf, im Halbfinale auch für Henrichs zu spielen. „Wenn ihr Benni noch ein Spiel schenken wollt, müsst ihr das selber regeln“, sagte Kuntz dem Team nach eigenen Angaben. Aller Voraussicht nach wird für Henrichs Maximilian Mittelstädt von Hertha BSC zum Einsatz kommen. „Maxi ist bereit. Er hat eine super Vorbereitung gespielt“, sagte Henrichs.

Bierhoff setzt derweil auf eine längerfristige Zusammenarbeit mit Trainer Kuntz. „Stefan wollen wir nicht abgeben, insofern hoffe ich, dass er die Stärken des DFB sieht“, sagte Bierhoff. „Wir werden ihm natürlich immer wieder interessante Angebote schaffen auch außerhalb der Mannschaft, dass er die Arbeit beim DFB schätzt“, ergänzte der 51-Jährige. Kuntz' Vertrag läuft noch bis zu den Spielen in Tokio, Gerüchte über seine Zukunft wollte er nicht kommentieren. „Das ist für mich jetzt echt überhaupt kein Thema“, sagte der 56 Jahre alte Kuntz.

Bierhoff bezeichnete das mögliche Interesse an Nationaltrainern wie Kuntz als „Auszeichnung“ für den Deutschen Fußball-Bund. „Weil es zeigt, dass wir gute Arbeit machen und auch die richtigen Trainer aussuchen.“ Der DFB-Direktor lobte die Arbeit des ehemaligen Nationalstürmers und seines Trainerteams. „Mich freut es riesig, dass er diese Arbeit bei der U 21 erfolgreich fortsetzt, das zeigt einfach seine Qualität“, sagte Bierhoff. „Er hat einfach kommunikative Stärken, er ist ein toller Trainer und vor allem weiß er in solchen Situationen, wie die Spieler ticken und was in einem Turnier wichtig ist.“

U-21-EM 2019

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