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Altersrekord im Profifußball : Gute Nachricht für Poldi

  • -Aktualisiert am

50 Jahre und kein bisschen müde: Kazuyoshi Miura ist der älteste Profi der Welt Bild: AFP

Sir Stan ist überboten: Ein Japaner spielt mit 50 Jahren und sieben Tagen im Profifußball. Er übertrifft somit den Engländer Matthews. Das macht Hoffnung für Lukas Podolski.

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          Japan hat eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt – und eine der höchsten Lebenserwartungen. Im Land der aufgehenden Sonne leben die meisten über Hundertjährigen. Da war es wirklich nur eine Frage der Zeit, dass Japan nun auch den ältesten Fußballprofi auf dem Globus hat. Glückwunsch, Kazuyoshi Miura!

          Der rüstige Kicker, der für den Zweitligaklub Yokohama FC am Ball ist, überbot beim 1:1 gegen V-Varen Nagasaki jetzt die uralte Bestmarke des Engländers Stanley Matthews. Der war bei seinem letzten Pflichtspiel im Jahr 1965 im Trikot von Stoke City gegen den FC Fulham 50 Jahre und fünf Tage alt. Nun hat „King Kazu“, wie Kazuyoshi Miura in Japan aufgrund seiner fußballerischen Verdienste fürs Vaterland auch ehrfürchtig genannt wird, den Rekord auf 50 Jahre und sieben Tage verbessert. Respekt, Alter!

          Die Reihe der Altstars ist lang

          54 Minuten stand der 89-malige japanische Nationalspieler, der als Fünfzehnjähriger die Schule abbrach, nach Brasilien auswanderte und schließlich als Profi beim berühmten Péle-Klub FC Santos landete, bei seinem persönlichen Rekordspiel auf dem Platz; ein Treffer gelang ihm nicht. Nichts Neues.

          Und so sieht er im Trikot aus: Miura bei seinem Rekordeinsatz

          Der Stürmer ist schon seit längerem kein Torgarant mehr, die Formkurve zeigt altersbedingt nach unten, weswegen sein aktueller Marktwert auch nicht der Rede Wert ist: schlappe 100.000 Euro. Aber es kann noch eine Weile so weitergehen mit dem nimmermüden Fußball-Methusalem. Ans Aufhören denkt Miura nicht. „Ich tue mein Bestes, damit ich spielen kann, bis ich 60 bin.“

          Ganz ähnlich geht es auch Noriaki Kasai. Der Skispringer ist jetzt 44 Jahre alt und hat es im Weltcup nur noch mit jungen Hüpfern zu tun. Aber genug hat er noch lange nicht. Sollten die überübernächsten Olympischen Winterspiele – wir schreiben dann das Jahr 2026 – an seine Heimatstadt Sapporo vergeben werden, dann würde sich Kasai am liebsten immer noch in den Abgrund stürzen – und fliegen und fliegen und fliegen. Er wäre dann 53 Jahre alt – und würde gegen Burschen antreten, die seine Kinder sein könnten.

          Was sagt uns das eigentlich? Schaffen Miura und Kasai den Absprung nicht? Können sie nur Sport und haben Angst vor der großen Langeweile? Oder ist was dran an der These, dass Japaner langsamer altern, weil sie bis ins hohe Alter einfach keine Ruhe geben wollen? Womit wir – quasi automatisch – bei Lukas Podolski wären. Der findet mit seinen 31 Jahren keine Hauptrolle mehr auf einer der großen Fußball-Bühnen und kickt demnächst in Japan. Glücklicher Poldi! Er wird in einen Jungbrunnen fallen und sollte sich dieses hübsche japanische Sprichwort zu Herzen nehmen: „Ein fleißiges Mühlrad friert nie ein.“

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