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„Enttäuscht und blamiert“ : Ägypten hadert mit Salah nach Aus im Afrika-Cup

  • Aktualisiert am

Auf dem Boden der Tatsachen: Mohamed Salah scheidet mit Ägypten aus. Bild: Reuters

Aus Ausrichter des Afrika-Cups hatte Ägypten besonders große Hoffnung auf den Titel. Doch schon im Achtelfinale kommt das Aus. Das hat nicht nur personelle Konsequenzen. Die Kritik ist enorm.

          Mohamed Salah vergrub sein zerknirschtes Gesicht im dunkelroten Trikot. Das viel zu frühe Aus im Achtelfinale des Afrika-Cups schmerzte Ägyptens Star sichtlich. 0:1 (0:0) stand während Salahs Abgang noch immer auf der riesigen Anzeigetafel des International Stadiums, Ägypten war an entschlossenen Südafrikanern gescheitert. Für den Angreifer des FC Liverpool war das eine bittere Enttäuschung, für den Rekordsieger das Signal für den Umbruch.

          „Es ist die moralische Verpflichtung, diesen Schritt zu gehen“, sagte Verbandspräsident Hani Abou Rida über seinen Rücktritt wenige Stunden nach dem Schlusspfiff. Nicht die letzte personelle Entscheidung in der Nacht zum Sonntag: Nationaltrainer Javier Aguirre musste seinen Posten nach nicht einmal einem Jahr wieder räumen. Der Mexikaner, der nach der verkorksten WM-Endrunde 2018 in Russland eigentlich den Neubeginn hatte anleiten sollen, sah seine Entlassung vermutlich schon kommen. „Ich übernehme die volle Verantwortung“, sagte Aguirre nach der Niederlage, die Südafrikas Thembinkosi Lorch (85.) mit einem späten Treffer herbei geführt hatte. „Und ich dulde keine Kritik an meinen Spielern.“

          Dabei spielten sie uninspiriert. Wieder war auch Salahs Klasse nicht zu sehen. Möglicherweise hemmte auch die Unruhe über die Rückkehr des umstrittenen Mittelfeldspielers Amr Warda die Ägypter. Der 25-Jährige war wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung zunächst vom Verband EFA suspendiert und dann für die K.o.-Runde begnadigt worden. Gegen Südafrika wurde Warda in der 64. Minute eingewechselt. „Wir sind alle betrübt“, sagte Aguirre, „es ist eine traurige Nacht.“ So traurig, dass die einheimischen Medien hart mit Salah und seinen Mitspielern ins Gericht gingen. „Unser Team hat Millionen von Menschen bitter enttäuscht und blamiert“, schrieb das Journal Al-Akhbar. Nach „katastrophalen Fehlern“ titelte die Zeitung Al-Watan: „Unser Traum ist in Rauch aufgegangen.“

          Der Gastgeber, in der Vergangenheit siebenmal Sieger des Afrika-Cups, war nicht das einzige hoch gehandelte Team, das früher als erwartet die Heimreise antreten musste. Auch Titelverteidiger Kamerun scheiterte in der Runde der letzten 16 Mannschaften. Das Team des von Clarence Seedorf verlor mit 2:3 (1:2) gegen Nigeria mit Trainer Gernot Rohr. Nigeria trifft im Viertelfinale nun auf Südafrika.

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