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Abschied aus Los Angeles : „Thank you Beckham“

  • Aktualisiert am

Abschied mit Titel: David Beckham und seine Kinder mit dem Meisterpokal der MLS Bild: AFP

David Beckham verabschiedet sich mit dem Meistertitel aus den Vereinigten Staaten. Im Endspiel der Major League Soccer besiegen seine Los Angeles Galaxy Houston mit 3:1 – es ist Becks´ „Abgang in den Sonnenuntergang“.

          Der englische Fußball-Star verlässt mit seinem zweiten Meistertitel die Major League Soccer (MLS). Am Samstag (Ortszeit) gewann er in seinem 115. und letzten Pflichtspiel mit der Los Angeles Galaxy das Finale gegen Houston Dynamo 3:1 – und setzte sich somit wie schon im Vorjahr gegen die Texaner im Endspiel durch. „Es ist etwas Besonderes, ein Finale daheim zu gewinnen, vor den eigenen Fans. Heute ist ein ganz spezieller Tag“, meinte „Becks“ nach dem Finalsieg. Er stand vor 30.510 Zuschauern im ausverkauften Home Depot Center von Carson im Mittelpunkt – die Tore schossen aber andere.

          Calen Carr traf für die in der ersten Halbzeit besseren Gäste zur verdienten Pausenführung (44. Minute). Omar Gonzalez glich nach einer Stunde mit einem sehenswerten Kopfball aus, Landon Donovan verwandelte nur fünf Minuten später einen Handelfmeter zum 2:1. Der Ire Robbie Keane, ein weiterer Superstar aus Europa bei Los Angeles, erzielte in der vierten Minute der Nachspielzeit mit einem Foulelfmeter den Endstand.

          „Thank you Beckham“-Sprechchöre

          Die Szene der Partie folgte jedoch unmittelbar danach, als Galaxy-Trainer Bruce Arena Beckham auswechselte. Die Zuschauer erhoben sich und applaudierten minutenlang. Unter „Thank you Beckham“-Sprechchören verließ der 37-Jährige den Rasen, umarmte nahezu jeden seiner Mitspieler und fiel auch Arena innig um den Hals. „Ich bin traurig, dass es nun vorbei ist“, meinte er. Los Angeles sei für seine Familie immer eine besondere Stadt gewesen und werde dies auch bleiben. Im Sommer 2007 war der Mittelfeldspieler von Real Madrid nach Kalifornien gewechselt – auch um der Randsportart Soccer zu mehr Aufmerksamkeit und Popularität zu verhelfen. Einige sprachen damals von einer „Mission impossible“. Beckham spielte seine Rolle vor allem zu Beginn nicht immer mit Bravour, fehlte verletzungsbedingt oder saß im Flugzeug zur Nationalmannschaft.

          Dennoch steht die MLS im Dezember 2012 besser da als je zuvor. Und von Mitspieler Landon Donovan, über Bruce Arena bis hin zu Liga-Boss Don Garber reden alle von einem mehr als gelungenen Auftrag. „Ich hoffe einfach, dass ich ein wenig Interesse an unserem Sport in Amerika geweckt habe. Wenn das die einzige Sache ist, die mir gelungen ist, bin ich zufrieden“, sagte er. „Danke für die Erinnerungen“ und „Wir werden Beckham vermissen“ stand auf zahlreichen Plakaten in der Arena.

          Solzer Abgang: Beckham gewinnt mit Los Angeles seine zweite Meisterschaft Bilderstrecke

          Wo er demnächst seine Finten, Flanken und Freistöße schlägt, ließ er offen. Er habe keine Ahnung, wo es für ihn hingehe. „Heute bin ich einfach nur froh, das Galaxy-Trikot zu tragen und sechs Jahre lang Teil dieses Vereins gewesen zu sein – dafür bin ich sehr dankbar.“ Zum Abschluss seines Galaxy-Kapitels marschierte Beckham mit einer übergroßen britischen Fahne um die Schultern und seinen drei Söhnen neben sich zur Siegerehrung. Als er den Meisterpokal in die Höhe reckte, stieg ein Feuerwerk in den Himmel. Wie einst bei seiner Vorstellung flog kiloweise Konfetti durch die Luft. Der Kommentator bei ESPN sprach von einem „Abgang in den Sonnenuntergang“. Ein besseres Ende hätten sie selbst im nahe gelegenen Hollywood nicht schreiben können.

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