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Aufstieg zur dritten Liga : Spiel in Mannheim endet mit einem Skandal

  • Aktualisiert am

Mannheimer Zuschauer benahmen sich daneben (Bild vom Hinspiel). Bild: Picture-Alliance

1860 München, Energie Cottbus und der KFC Uerdingen steigen in die dritte Fußball-Liga auf. Das Spiel in Mannheim, in dem die Krefelder aufsteigen, dauert nur 82 Minuten – dann wird es abgebrochen.

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          Das Rückspiel in den Play-offs um den Aufstieg in die dritten Liga zwischen Waldhof Mannheim und dem KFC Uerdingen endete mit einem Skandal. Die Begegnung beim Fußball-Regionalligavereine musste am Sonntag aufgrund von massiven Ausschreitungen in der 82. Minute beim Stand von 1:2 (1:2) abgebrochen werden. Das Ergebnis steht allerdings noch unter Vorbehalt. Das DFB-Sportgericht muss über die endgültige Wertung der Partie entscheiden, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit. Nach dem 0:1 im Hinspiel aber dürfte der bittere Hattrick für Mannheim perfekt sein – Waldhof hat wohl zum dritten Mal in Folge den Aufstieg in der Relegation verpasst. Die 24.000 Zuschauer im ausverkauften Carl-Benz-Stadion sahen von Beginn an eine hitzige Partie. Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) hatte alle Hände voll zu tun. Nach den Toren zum zwischenzeitlichen 1:1 kam es zu ersten Ausschreitungen auf den Rängen. Ittrich musste die Partie für einige Minuten unterbrechen. Polizisten marschierten auf und beruhigten die Lage.

          Via Twitter forderte die Polizei die Fans auf, friedlich zu bleiben. Das half nichts. In der 82. Minute musste Ittrich das Spiel abermals unterbrechen, da vermummte Waldhof-Anhänger massiv Pyrotechnik einsetzten. Die Unterbrechung dauerte zunächst 20 Minuten. Als die Mannschaften wieder aus der Kabine kamen, wurden abermals Feuerwerkskörper abgeschossen. Ittrich entschloss sich daraufhin zum Abbruch. Laut SWR-Informationen soll es Verletzte gegeben haben, den Mannheimern drohen schwere Strafen. „Bei mir herrscht großes Unverständnis, das ist nicht zu entschuldigen“, sagte der Mannheimer Trainer Bernhard Trares: „Für solche sogenannten Fans kann man kein Verständnis haben. Man muss im Sport immer ein fairer Verlierer sein.“ Auch SVW-Geschäftsführer Markus Kompp zeigte sich von den Geschehnissen betroffen: „Das sind Dinge, die man in einem Fußballstadion nicht sehen will.“

          Die Mannheimer, die zwischen 1983 und 1990 der Bundesliga angehörten, waren 2003 aus der zweiten Liga abgestiegen. Da der Klub damals keine Lizenz für die Regionalliga erhielt, wurde er in die Oberliga durchgereicht. Seitdem versuchen die Mannheimer vergeblich, zumindest in die dritte Liga aufzusteigen. Connor Krempicki (29.) und Tanju Öztürk (39.) trafen für den KFC. Patrick Mayer (32.) war für den Waldhof erfolgreich. Im Gegensatz zu Mannheim kann der einmalige DFB-Pokalsieger (1985) und Europacup-Halbfinalist (1986) aus Uerdingen, für den es nach dem Bundesliga-Abstieg 1996 zwischenzeitlich bis in die sechsten Liga nach unten ging, wieder von besseren Zeiten träumen.

          Uerdingen kehrt nun ebenso in die Drittklassigkeit zurück wie 1860 München und Energie Cottbus. Besonders schwer tat sich dabei der Traditionsklub von der Isar, der im Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken über ein 2:2 (0:1) nicht hinaus kam und froh sein musste, das Hinspiel im Saarland mit 3:2 gewonnen zu haben. Bei frühsommerlicher Hitze trafen aber auch Cottbus und Uerdingen auf energische Gegenwehr. Ein Kraftakt war das 0:0 der Lausitzer gegen Außenseiter SG Weiche Flensburg, auch hier aber hatten die Gäste das Hinspiel mit 2:3 verloren.  Die Krefelder vollendeten damit ihren Durchmarsch binnen zwei Jahren aus der Oberliga Nordrhein. Connor Krempicki (29.) per Abstauber und Tanju Öztürk mit einem Distanzschuss (39.) trafen im Carl-Benz-Stadion für den ehemaligen deutschen Pokalsieger, für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Uwe Meyer (32.).

          Schwieriger gestaltete sich die entscheidende Aufstiegspartie für Cottbus. Die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte vor 20.000 Zuschauern im Stadion der Freundschaft den phasenweise überforderten Gegner von der dänischen Grenze weitgehend im Griff, es fehlte jedoch an den zündenden Ideen vor und im gegnerischen Strafraum. Die sportlich aufregendste Zitterpartie mussten aber die Münchner Löwen überstehen. Ein Eigentor von Jan Mauersberger (33.) ließ die Platzherren in Rückstand geraten, nach dem 0:2 durch Sebastian Jacob (57.) durfte der FCS sogar neun Minuten lang vom Aufstieg träumen. Der für die Platzherren vorentscheidende Anschlusstreffer fiel durch Sascha Mölders per Foulelfmeter (66.), ehe dem eingewechselten Simon Seferings (82.) der Ausgleich gelang.

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