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Nationalteam in Aserbaidschan : 70 Prozent reichen nicht

Reise in den fernen Kaukasus: Die deutsche Nationalmannschaft (im Bild Mustafi, Özil und Leno) muss in Aserbaidschan spielen Bild: dpa

Die Nationalmannschaft will in Aserbaidschan die bislang makellose WM-Qualifikation fortsetzen. Julian Weigl kann dabei nicht mitspielen. Unterdessen warnt der Teamnmanager vor Überheblichkeit.

          2 Min.

          Die weite Reise ans Kaspische Meer ist nichts Neues mehr für Joachim Löw und sein Team. Schon zum dritten Mal tritt die Fußball-Nationalmannschaft an diesem Sonntag (18 Uhr, live in RTL und F.A.Z.-Liveticker) zu einem Qualifikationsspiel in Aserbaidschan an. Bei den beiden bisherigen Aufeinandertreffen in der Hauptstadt Baku in den Jahren 2009 und 2011 hieß deren Trainer noch Berti Vogts, die Deutschen siegten 2:0 und 3:1. Inzwischen hat Robert Prosinecki dort das Sagen, und der einstige jugoslawische, später dann kroatische Ballkünstler hat seine Mannschaft zu mehr Offensivgeist ermuntert.

          Warnung vor dem Gegner: Oliver Bierhoff mahnt ernsthafte Vorbereitung des Teams von Bundestrainer Joachim Löw (rechts) an
          Warnung vor dem Gegner: Oliver Bierhoff mahnt ernsthafte Vorbereitung des Teams von Bundestrainer Joachim Löw (rechts) an : Bild: dpa
          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Ob das reicht, um den Deutschen den ersten Gegentreffer der laufenden Qualifikationsrunde zur WM nächstes Jahr in Russland zuzufügen? „Das Spiel ist kein Selbstläufer“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. „Aserbaidschan hat in der Qualifikation so gut gespielt wie in keiner davor.“ Tatsächlich weist die Tabelle Prosineckis Team als Gruppendritten aus, punktgleich mit dem Zweiten Nordirland, und der Sieg gegen Norwegen (1:0) sowie das Remis in der Tschechischen Republik (0:0) scheinen Löws Einschätzung durchaus zu stützen. Andererseits sollte eine Mannschaft, die sich in San Marino zu einem 1:0 mühte sowie in Nordirland mit einem 0:4 unterging, kein ernsthaftes Hindernis für das deutsche Team darstellen, auch wenn Teammanager Oliver Bierhoff vor dem Training am Freitagmorgen in der Sportschule Kaiserau warnte, dass „70 Prozent nicht genügen“ würden.

          Weigl muss pausieren

          Nach der Übungseinheit ging es zum Flughafen Düsseldorf, um den 4100 Kilometer langen Flug anzutreten. Julian Weigl war da nicht mehr dabei. Der Dortmunder Mittelfeldspieler hatte sich am Mittwoch, beim 1:0 gegen England, eine Oberschenkelprellung zugezogen. Bei ihm ist aber, anders als beim Leipziger Timo Werner, der einen Muskelfaserriss erlitt, wohl keine Bundesliga-Pause zu befürchten. Ob Mesut Özil im Tofiq-Bahramov-Stadion spielen kann, war am Freitag noch nicht sicher; ihn plagen Rückenbeschwerden. Sami Khedira, Julian Draxler und Mario Gomez hingegen konnten wieder trainieren und stehen dem Bundestrainer zur Verfügung.

          Der Großteil des aserbaidschanischen Teams, das in der Weltrangliste Platz 89 belegt, ist in der heimischen Liga tätig. Deren bekannteste Vertreter sind, wenn man das so sagen kann, der FK Qäbälä sowie Qarabag Agdam. Zwei Spieler sind in Deutschland aktiv, der Mittelfeldmann Dima Nazarov vom FC Erzgebirge Aue sowie der erst 17 Jahre alte Renat Dadashov, der bei Eintracht Frankfurt als großes Talent gilt und sich etwas überraschend dafür entschieden hat, für das Land seiner Eltern spielen zu wollen. Dadashov ist in Rüdesheim geboren und hat in den U-Mannschaften des Deutschen Fußball-Bundes durchaus Spuren hinterlassen. In 21 U-16- und U-17-Länderspielen erzielte er 17 Tore. In Baku hofft nun dessen ganze Familie darauf, dass Trainer Prosinecki so offensiv denkt, ihn auch einzusetzen.

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