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6:1 gegen Serbien : Titelreife Leistung der deutschen U 21

Jubel bei der deutschen U21: Ein hoher Sieg gegen Serbien Bild: AP

Serbien und Top-Torjäger Luka Jovic waren komplett chancenlos: Die deutsche U 21 darf nach einer Machtdemonstration bei der EM hoffnungsvoll aufs Halbfinale schielen – und nach Tokio.

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          Es macht wieder Spaß, Menschen im deutschen Nationaltrikot zuzuschauen. Nach dem 3:1 gegen Dänemark haben die deutschen Fußballjunioren ihren Ausstoß an Spielfreude und Torhunger am Donnerstagabend noch einmal gesteigert und Serbien mit einer famosen Leistung 6:1 besiegt. Marco Richter eröffnete die Torfolge mit seinem dritten Turniertreffer, ehe der Freiburger Luca Waldschmidt sein EM-Konto mit einem Dreierpack (30./36./80. Minute) sogar auf vier Tore erhöhte. Dazwischen hatte Mahmoud Dahoud das 4:0 erzielt (68.), ehe der Serbe Andrija Zivkovic fünf Minuten vor Schluss einen Foulelfmeter verwandelte. Für den Schlusspunkt sorgte Arne Maier (90.+2).

          U-21-EM 2019
          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          Dass Richter gegenüber Waldschmidt im Duell um die interne Torjägerkanone diesmal den Vortritt lassen musste, störte den Doppeltorschützen aus dem Auftaktspiel nicht: „Den Titel 'Man of the Match' gebe ich heute gerne an Luca ab.“ Der Mann des Spiels stellte hingegen die Leistung der gesamten Mannschaft in den Vordergrund: „Wir haben mit dem ganzen Team eine gute Leistung gezeigt. Wenn's einmal läuft, dann macht es allen Spaß.
          Klar, bin ich glücklich.“

          Nach dieser glänzenden Darbietung kann die deutsche Mannschaft den Platz im Halbfinale und damit die Qualifikation für das olympische Fußballturnier in Tokio kaum noch verspielen. Um ganz sicher zu gehen, braucht das Team von Bundestrainer Stefan Kuntz am Sonntag gegen Österreich, das 1:3 gegen Dänemark verlor, einen Punkt. „Das war ein tolles Spiel, ich hatte viel Spaß. Die Jungens haben sich toll präsentiert. Ich freue mich aber erst richtig, wenn wir das Halbfinale erreichen“, so Kuntz. Doch selbst bei einer Niederlage stehen die Chancen gut, Gruppensieger oder wenigstens bester Gruppenzweiter zu werden.

          Ausgerechnet die von Kuntz zuvor als Gruppenfavorit bezeichneten Serben mit ihrem Superstar Luka Jovic erwiesen sich als größte Enttäuschung des Turniers. Nach dem 0:2 gegen Österreich hatte Trainer Goran Djorovic sein Team als „schrecklich“ bezeichnet, dann jedoch trotzig gefragt: „Warum sollen wir Deutschland nicht schlagen?“ Ja, warum nicht? Die Antwort der Deutschen kam schnell – durch Richter, den Mann mit der „Bolzplatzmentalität“, wie Kuntz den frechen Angreifer beschrieben hatte. Als der Serbe Uros Racic den Ball verlor und Levan Öztunali schnell konternd durchs Mittelfeld stieß, schlich sich Richter instinktiv im richtigen Moment in den toten Winkel seines Gegenspielers, öffnete damit den Passweg für Öztunali und lenkte dessen feines Zuspiel ins Tor.

          Es war der Beginn einer Demonstration spielerischer Reife, in der den Serben zunehmend nur die Rolle des Versuchsobjekts zukam. Sasa Lukic verfing sich beim Spielaufbau im deutschen Pressing-Netz, Florian Neuhaus gewann den Ball, spielte zu Richter, und dessen kluges Zuspiel musste Waldschmidt nur noch ins leere Tor drücken. Bis dahin war Richter an allen fünf deutschen EM-Toren beteiligt, dreimal als Schütze, zweimal als Assistent, nun folgte eine Premiere: ein Tor ohne ihn. Ein Tor, zu dem nur einer nötig war. Waldschmidt nahm den Ball im linken Mittelfeld an, startete ein Tempodribbling durch den serbischen Abwehrtorso und vollendete mit links zum 3:0. Dann hatte Öztunali das 4:0 auf dem Fuß, er traf die Latte. Dahoud holte das Versäumte in der zweiten Halbzeit mit einem wuchtigen Weitschuss nach, ehe Waldschmidt mit einem schönen Linksschuss zu seinem dritten Treffer kam.

          Vom späten Elfmeter abgesehen, bekam Torwart Alexander Nübel nur einmal, kurz nach der Pause, richtig Arbeit. Jovic schoss scharf, doch der Schalker reagierte prächtig. Der neue Star von Real Madrid verdrehte genervt die Augen. Vielleicht freut er sich, bald andere Mitspieler zu haben – und andere Gegner.

          U-21-EM 2019

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