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Honduras gegen El Salvador : Tödliche Verlängerung zum „Fußballkrieg“

Das Team von El Salvador feiert die WM-Qualifikation. Bild: Imago

Vor fünfzig Jahren erzielte Pipo Rodríguez für El Salvador gegen Honduras ein Tor, das man als ersten Schuss eines Krieges interpretieren kann. 2000 Menschen starben danach. Es ist ein einmaliges, bitteres Stück Fußballgeschichte.

          6 Min.

          Es gab einen Krieg, dessen erster Schuss in einem Fußballspiel fiel. Das geschah vor fünfzig Jahren, am 26. Juni 1969, nach einhundert Spielminuten im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt. Die Waffe, die ihn abfeuerte, war die linke Fußspitze von Mauricio Rodríguez, genannt „Pipo“.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Was in jener Minute in der riesigen, fast leeren Arena geschieht, ist ein einmaliges, bitteres Stück Fußballgeschichte, auch wenn es da noch kein Beteiligter ahnt. So wie ein Jahr später Karl-Heinz Schnellinger in demselben Stadion, ja an fast derselben Stelle des Spielfeldes den Ball treffen wird (womit er jene Verlängerung erzwingt, die aus dem WM-Halbfinale Deutschland gegen Italien das sogenannte „Jahrhundertspiel“ macht), genauso, in derselben Pose, in äußerster Streckung, in Querlage, erreicht Rodríguez den Ball. Deutlich vor seinem Körperschwerpunkt kreuzt die Kugel seinen Lauf und kommt dabei nur knapp, nur für einen Sekundenbruchteil in Reichweite seines Fußes. Das Bein flach über der schlecht gemähten Grasnarbe so lang wie möglich ausfahrend, stochert „Pipo“ den Ball ins Tor. Treffer für El Salvador.

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