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5:0 für die Bayern : Das Trauerspiel des Hamburger SV

  • -Aktualisiert am

Und nun? Der Hamburger SV verliert auch im Pokal gegen die Bayern Bild: dpa

Ein Pokalfight ist es nie, die Bayern ziehen durch ein 5:0 in Hamburg ins DFB-Pokal-Halbfinale ein. Die HSV-Fans begleiten ihre Spieler mit einer großen Portion Sarkasmus. Und es wird mehr über Magath als über die Niederlage geredet.

          Über den Ausgang des Spiels hatte vorher keiner geredet - und nach der Partie wird man in Hamburg auch mehr über Felix Magath sprechen als über das bittere 0:5 des Hamburger SV im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Bayern München. 20 Minuten hielt der HSV am Mittwochabend ordentlich mit, igelte sich ein, wehrte beherzt ab - dann waren es die gewohnten Abwehrfehler, die den Münchnern den Weg in die Runde der letzten Vier bei einem chancenlosen HSV ebneten.

          Ein echter Pokalfight wurde dieser bayerische Spaziergang ins Halbfinale nie. Vielmehr gab der Münchner Trainer Pep Guardiola dem lange verletzten Bastian Schweinsteiger ab der 64. Minute die Möglichkeit zum Reinschnuppern und wechselte auch sonst munter durch. Beim 1:0 für Bayern ließ sich Rechtsverteidiger Zhi Gin Lam von Mario Götze vernaschen; Mario Mandzukic musste in der Mitte nur den Fuß hinhalten (21. Minute).

          Fünf Zeigerumdrehungen später nutzte Bayerns Dante die Schläfrigkeit des Hamburgers Jonathan Tah und köpfte zum 2:0 ein. Arjen Robben erzielte in der 54. Minute dank Marcell Jansens Päuschen das 3:0. In der 74. und 76. Minute ließ Mandzukic das 4:0 und 5:0 folgen. Das alles gelang den Bayern drei Tage vor dem Spiel gegen Freiburg im Sparmodus.

          Beim HSV werden einige Profis bald an die Partie in Braunschweig gedacht haben. Die Hamburger Fans in der ausverkauften Arena bejubelten jeden gewonnenen Zweikampf ihrer traurigen Mannschaft mit einer großen Portion Sarkasmus. Die gut gelaunten Bayern-Anhänger hatten ihrerseits Spaß an den ungestörten Kunststücken ihrer Lieblinge.

          So sehen Sieger aus: Die Bayern stehen im Pokal-Halbfinale Bilderstrecke

          Vor allem Götze sprühte vor Spielfreude. Die Zeichen beim HSV standen schon vor dem Ausscheiden auf Abschied. Als Vereins-Boss Carl-Edgar Jarchow und Sportchef Oliver Kreuzer am Mittwochabend um kurz nach halb acht Uhr ihren Wagen auf dem Vorstandsparkplatz abstellten, drängelten sich Kameramänner und Fotografen um die besten Bilder.

          Niemand weiß in diesen Tagen, wie lange die Entscheidungsträger des HSV noch ihren Beruf ausüben dürfen. Seit der 0:3-Niederlage am Samstag gegen Berlin sucht Aufsichtsratschef Jens Meier nach einer Mehrheit für den großen Umsturz, um den großen Absturz zu verhindern.

          „Wir haben ja noch Zeit bis Sonnabend“

          Allenthalben ging man davon aus, dass die noch fehlende Stimme im Kontrollgremium für Magath spätestens an diesem Donnerstag gefunden wird - und der HSV ihn dann schnell als neuen Trainer und Sportchef bis zum Saisonende und Vorstandschef ab Sommer wird vorstellen können. „Wir haben ja noch Zeit bis Sonnabend“, war am Mittwoch die lapidare Aussagen eines Kontrolleurs, darauf angesprochen, bis wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei.

          Am Samstag steht das Spiel bei Eintracht Braunschweig an: Tabellen-Vorletzter beim Letzten. Doch trotz aller Spekulationen um Magath, um die Entlassung des halbe Vorstandes und Trainer Bert van Marwijks Zukunft - vollkommen sicher konnte sich wenige Tage vor der bedeutenden Partie beim Aufsteiger niemand sein, wer dann auf der Bank sitzen wird.

          „Das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen“

          Wenigstens ein Rat zögert, weil Magath bei seiner Einstellung eine große Machtfülle erhielte und quasi HSV-Alleinherrscher wäre. Deshalb dauert die Entscheidungsfindung an. Jarchow und Kreuzer bemühten sich beim Aussteigen aus ihrer Karosse jedenfalls um größtmögliche Gelassenheit. Was bleibt ihnen auch anders übrig - sie müssen sich wie Hauptdarsteller eines bürgerlichen Trauerspiels vorkommen.

          Nur das tragische Ende dürfte ausbleiben. Es geht ja nur um Fußball. Die Fans jedenfalls hatten sich in einem großen Banner den richtigen Spruch zurechtgelegt: „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“ Ein Satz, wie von Magath komponiert - am Mittwoch waren die Hamburger aber noch meilenweit vom Unmöglichen entfernt.

          Hamburger SV - Bayern München 0:5 (0:2)

          Hamburger SV: Adler - Tah, Lam, Westermann, Jansen - Rincón, Badelj (72. Bouy) - Ilicevic, van der Vaart (40. Arslan), John - Calhanoglu (71. Zoua)
          Bayern München: Neuer - Rafinha, Boateng (49. Javi Martínez), Dante, Alaba - Lahm (65. Schweinsteiger) - Götze, Kroos, Thiago (64. Shaqiri), Robben - Mandzukic
          Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
          Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Mandzukic (21.), 0:2 Dante (26.), 0:3 Robben (54.), 0:4 Mandzukic (74.), 0:5 Mandzukic (76.)
          Gelbe Karten: Arslan, Lam, Rincón / -

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