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4:1 gegen Donezk : Eintracht verlängert Europatour

  • -Aktualisiert am

Halt den Haller: Eintracht Frankfurt steht dank seines französischen Stürmers im Europa-League-Achtelfinale. Bild: AFP

Erst souverän, dann zittrig, schließlich klar und deutlich: Frankfurt schlägt Donezk 4:1 und stürmt in die nächste Europapokalrunde. Hinten hilft die Torlatte, vorne treffen Jovic, Haller und Rebic.

          Die mitreißende Europapokal-Kampagne der Frankfurter Eintracht findet ihre Fortsetzung im Achtelfinale. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter besiegte am Donnerstag in einer hochklassigen und äußerst spannenden Auseinandersetzung Schachtar Donezk 4:1 und zog damit nach dem 2:2 im Hinspiel in die Runde der letzten 16 der Europa League ein.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Das Ergebnis täuscht darüber hinweg, wie knapp die Entscheidung ausfiel. Jovic und Haller (Handelfmeter) hatten die Frankfurter in der ersten Halbzeit 2:0 in Führung gebracht, doch nach dem 1:2 durch Moraes stürmte nur noch Donezk. Der ukrainische Meister traf zweimal die Latte des Frankfurter Tores, ehe Haller und Rebic in der Schlussphase das Frankfurter Publikum, die Kollegen und sich erlösten. Mit ihrem Willen und ihrer Wucht hatten sich die Eintracht-Profis gegen ein außergewöhnlich spielstarkes Team durchgesetzt.

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          Die Eintracht führte zur Pause 2:0, doch diejenigen im Stadion mit einem realistischem Blick auf das Spiel hielten die Begegnung noch längst nicht für entschieden. Schachtar Donezk hatte auf den Rückstand mit einer Offensive geantwortet, die so bedrohlich wirkte, dass jederzeit ein Torerfolg möglich schien. Die Brasilianer im Trikot von Schachtar zogen ein Kombinationsspiel im Mittelfeld auf, das der Eintracht alles abverlangte. Marlos und Taison waren bei ihren Läufen nicht vom Ball zu trennen, und ihre Kollegen boten sich ständig für ein Zuspiel an.

          Dass Donezk trotz der spielerischen Klasse in der ersten Halbzeit zu keiner großen Torchance kam, lag an der aufopferungsvollen und hoch konzentrierten Abwehrarbeit des Eintracht-Kollektivs. Der Frankfurter Trainer Hütter hatte sich entschieden, Libero Makoto Hasebe ins defensive Mittelfeld vorzuziehen, um den Ausfall von Gelson Fernandes zu kompensieren. Dafür übernahm Martin Hinteregger die zentrale Position in der Dreierkette, auf rechts verteidigte Mannschaftskapitän David Abraham, der nach längerer Verletzungspause sein Comeback gab. Die Umstellungen funktionierten ohne Reibungsverlust.

          Dass die Eintracht nach 23 Minuten in Führung ging, hatte sie wieder einmal ihrem Torjäger Luka Jovic zu verdanken. Der heiß umworbene 21 Jahre alte Serbe schoss den Ball nach einem flachen Zuspiel von Danny da Costa umstandslos unter die Latte. Einen Meter Raum hatten ihm die ukrainischen Abwehrspieler gelassen – für sie verhängnisvoll. Bis dahin hatten sich die beiden Teams weitgehend neutralisiert. Die Eintracht war der Aufforderung nachgekommen, erst einmal defensiv zu denken, keine Räume anzubieten und Donezk nur vorsichtig die Initiative übernommen.

          Zwei Torschützen, auf die Verlass ist: Haller und Jovic (r.)

          Das 1:0 dramatisierte die Auseinandersetzung. Die Eintracht setzte nach wie ein Boxer, der seinen Gegner kurz zu Boden geschlagen hatte. Zwei Minuten später wagte Sebastian Rode einen Volleyschuss von der Strafraumgrenze, der gefährlich hätte werden können, doch der Ball erreichte nicht das Tor, sondern den Oberarm von Matwijenko. Schiedsrichter Lahoz entschied sofort auf Handelfmeter. Sebastien Haller ließ sich wie gewohnt die Chance nicht nehmen.

          In den nächsten fünf Minuten hätte die Eintracht gegen ein taumelndes Schachtar die Partie entscheiden können, doch sie verpasste das mögliche 3:0. Dann rappelte sich Donezk auf und stand nicht nur wieder fest auf beiden Beinen, sondern drängte die Eintracht zurück.

          Zu Beginn der zweiten Halbzeit gelang es den Frankfurtern zunächst besser, ihre Gegner vom eigenen Tor wegzuhalten, dank eines beherzten Offensiv-Pressings. Jovic eröffnete sich die Möglichkeit zum 3:0, doch der Serbe war schon ziemlich weit nach links abgedrängt und konnte den Ball nicht mehr auf das Tor bringen.

          In der 63. Minute belohnte sich dann Schachtar für sein gutes Spiel. Moraes krönte einen wiederum sehenswerten Spielzug mit dem Treffer zum 1:2. Nun war es die Eintracht, die einen angeknockten Eindruck machte. Um in der Boxersprache zu bleiben: Sie wurde nun von Donezk durch den Ring getrieben und versuchte mit einer Doppeldeckung über die Runden zu kommen. Trainer Hütter brachte unmittelbar nach dem Lattentreffer von Moraes mit Rebic und Willems für Jovic und den erschöpften Rode frische Kräfte ins Spiel – an den Verhältnissen änderte sich dadurch zunächst wenig.

          Schachtar drückte und Taison kam in der 79. Minute bei einem Kopfball an die Latte dem Ausgleich sehr nahe. Doch dann gelang Frankfurt zwei Minuten später der perfekte Konter. Kostic stürmte durch das Mittelfeld, setzte Haller ein und der Franzose schloss nach einem Übersteiger, mit dem er Torwart Pjatow narrte, zum 3:1 ab. Ein wunderbarer Treffer, der der Eintracht das Tor zum Achtelfinale erschloss. Rebics 4:1 in der 88. Minute war dann noch eine schöne Dreingabe.

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