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4:0 gegen Weißrussland : Deutschland qualifiziert sich für die EM 2020

  • -Aktualisiert am

Alles klar: Leon Goretzka und die deutsche Nationalmannschaft haben die EM-Qualifikation überstanden. Bild: Reuters

Deutschland ist dank eines eigenen Siegs und eines torlosen Unentschiedens zwischen Nordirland und den Niederlanden sicher bei der EM 2020 dabei. Im letzten Qualifikationsspiel geht es nur noch um den Gruppensieg.

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          Ein perfekter Abend für die deutsche Nationalmannschaft: Das Team von Bundestrainer Joachim Löw qualifizierte sich durch einen verdienten 4:0-Sieg in Mönchengladbach gegen Weißrussland vorzeitig für die Endrunde der Europameisterschaft 2020. Die Deutschen profitierten dabei von einem 0:0 im parallelen Duell zwischen Nordirland und den Niederlanden.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Damit eroberte die Nationalmannschaft auch die Tabellenführung der Gruppe C mit zwei Punkten Vorsprung vor den Niederlanden. Mit einem Sieg im abschließenden Qualifikationsspiel am Dienstag in Frankfurt gegen Nordirland (20.45 Uhr im F.A.Z.-Länderspiel-Liveticker und bei RTL) würden die Deutschen als Gruppensieger die Qualifikation abschließen.

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          „Es waren ein paar gute Kombinationen dabei, wir haben vier Tore erzielt, insgesamt bin ich sehr zufrieden“, sagte Löw bei RTL und lobte Ginter: „Er ist sehr zuverlässig, fußballerisch sehr gut. Es ist natürlich toll, dass er hier ein so schönes Tor macht.“

          Die stark ersatzgeschwächte deutsche Mannschaft bot eine ordentliche Leistung. Vor allem in der ersten halben Stunde überzeugte das Team von Bundestrainer Löw mit druckvollem Spiel, dem aber im Abschluss zunächst die letzte Entschlossenheit fehlte. Erst der Treffer von Matthias Ginter (42. Minute) löste diese Blockade. „Es musste anscheinend so kommen“, sagte der Mönchengladbacher Innenverteidiger über sein erstes Länderspieltor. „Ich bin sehr froh über mein erstes Tor. Bis zum ersten Tor war es sehr eng im Strafraum. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gespielt.“

          Kurz nach dem Wechsel trafen dann Leon Goretzka (49.) und Toni Kroos (55.) umgehend, bevor abermals Kroos in der 85. Minute mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt zum ungefährdeten Erfolg gegen die Nummer 86 der Fußball-Weltrangliste setzte.

          Allerdings profitierten die Deutschen an diesem Abend auch von der Abwesenheit eines Videoassistenten in der EM-Qualifikation, der ansonsten beim ersten und dritten Treffer hätte eingreifen können. Am verdienten Erfolg, bei dem sich Manuel Neuer mit einem gehaltenen Elfmeter in der 75. Minute auszeichnete, änderte das aber nichts.

          „Bis zum 1:0 ist es gegen einen solchen Gegner immer schwierig. Aber insgesamt haben wir es gut gemacht“, sagte Kroos. „Aktuell zähle ich uns aber nicht zu den Favoriten für die EM. Wichtig ist, dass wir uns in den beiden Länderspielen im März als Mannschaft einspielen."

          Drin: Toni Kroos hat getroffen.

          Der Bundestrainer war mit dem Wunsch in die EM-Saison gestartet, eine eingespielte Mannschaft für die Endrunde zu finden und zu formieren. Die Wirklichkeit sieht sieben Monate vor der Endrunde 2020 allerdings anders aus. Löw veränderte sein Team auf sieben Positionen gegenüber dem 3:0-Sieg im vergangenen Monat in Estland. Auf Emre Can (Sperre), Niklas Süle, Marcel Halstenberg, Kai Havertz und Marco Reus (alle verletzt) musste der Bundestrainer verzichten, Julian Brandt und Luca Waldschmidt setzte er auf die Bank. Stattdessen standen Matthias Ginter, Robin Koch, Nico Schulz, Toni Kroos, Leon Goretzka, Timo Werner und Serge Gnabry in der Startformation.

          Die deutschen Spieler in der Einzelkritik

          In den ersten 25 Minuten erspielten sich die uneingespielten Deutschen acht Torchancen und eine deutliche Überlegenheit. Wirklich gefährliche Situationen entstanden dennoch nur nach einem Schuss von Ginter (15.), den Torwart Gutor mit einer Hand gerade noch zur Ecke abwehren konnte, und nach einer Flanke von Werner, die Gnabry knapp verpasste (16.). Nach 25 Minuten war es mit dem deutschen Schwung vorbei. Weißrussland geriet nicht mehr in Gefahr, weil die deutschen Angriffe zu langsam vorgetragen wurden.

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          Die beste Gelegenheit des Spiels hatten in dieser Phase die Weißrussen bei ihrem ersten schnell vorgetragenen Angriff. Stasewich hatte auf der linken Seite viel zu viel Platz bei seinem Schuss von der Strafraumgrenze, aber Neuer reagierte prächtig und lenkte den Ball gerade noch um den Pfosten. Nahezu im Gegenzug kamen die Deutschen zur 1:0-Führung nach einem schönen Angriff über Gnabry, dessen Zuspiel Ginter mit der Hacke elegant ins Tor verlängerte. Allerdings stand der Mönchengladbacher Innenverteidiger bei seinem ersten Länderspieltor im 29. Einsatz offenbar im Abseits. Einen Videoassistenten, der die Szene kontrolliert, gibt es in der EM-Qualifikation nicht.

          Alles in trockenen Tüchern: Bundestrainer Joachim Löw kann für die EM planen.

          In der zweiten Halbzeit waren die Deutschen gleich zu Beginn konsequent vor dem Tor. Kroos sah in der 48. Minuten bei einem Eckstoß den im Strafraum freistehenden Goretzka, der das flache Zuspiel mit einem plazierten Schuss aus der Drehung zum 2:0 verwandelte. Die nächste Chance nutzte Kroos dann selbst mit einem schönen Schuss zum 3:0 nach einer starken Balleroberung von Ginter (55.). Allerdings hatten die Deutschen wieder Glück, dass kein Videoassistent den Treffer kontrollierte, denn Werner stand im Sichtfeld des Torhüters. Mit dem dritten Tor war die Partie entschieden, die spannende Frage war nur noch, ob sich die DFB-Auswahl mit dem Sieg in Mönchengladbach vorzeitig für die Endrunde qualifizieren würde.

          Das deutsche Team ließ mitunter in der Konzentration nach, Weißrussland kam zu einigen Gelegenheiten. Nach einer schönen Kombination konnte Koch den Weißrussen Nekhayschik nur durch ein Foul im Strafraum stoppen. Neuer hielt jedoch den Elfmeter von Stasewisch (75.) mit einer starken Parade. Kroos setzte schließlich den schönen Schlusspunkt an einem Abend, der vom Ergebnis keine Wünsche bei den Deutschen offen ließ. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid traf in der 85. Minute sehenswert zum 4:0 nach Vorarbeit des eingewechselten Brandt und Gündogan. Als mit dem Schlusspfiff auch das 0:0 von Nordirland gegen die Niederlande feststand, machte sich die deutsche Mannschaft gleich zur Ehrenrunde in Richtung EM auf.

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