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3:3 in Udine : Wieder macht Diego den Unterschied für Werder aus

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Einer wie keiner - in Bremen: Diego hielt Bremens Hoffnungen im Alleingang am Leben Bild: dpa

In der ersten Hälfte war es um Werder nicht gut bestellt - doch dank Diego steht die Mannschaft im Halbfinale des Uefa-Pokals. Beim 3:3 in Udine drehten die Bremer nach der Pause auf - trotz des italienischen Klassestürmers Fabio Quagliarella.

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          Gut eine Viertelstunde vor Schluss stürmten die Ersatzspieler von Werder Bremen auf den Platz. Claudio Pizarro hatte gerade das 3:3 bei Udinese Calcio geschossen. Durch dieses Ergebnis steht Werder im Halbfinale des Uefa-Pokals, Gegner dort ist ausgerechnet der Erzrivale Hamburger SV (siehe: 1:2 bei Manchester City: Hamburg zeigt Charakter und Uefa-Cup: Bremen und Hamburg im Halbfinale). In dem Jubellauf nach Pizarros Tor entlud sich die gesamte Anspannung, die sich während dieses spektakulären Spiels auf der Bremer Bank aufgestaut hatte.

          In der ersten Halbzeit hatte Werder seinen 3:1-Vorsprung aus dem Hinspiel schnell verspielt. Gökhan Inler (15. Minute) und zweimal Fabio Quagliarella (30./38.) trafen für die pausenlos stürmenden Italiener, Diego hatte mit seinem Tor zum 1:1 (28.) nur für eine kurzzeitige Erleichterung gesorgt. Nach der Pause schlug Werder aber zurück, so wie es der Bundesligaklub schon beim 2:2 in der Zwischenrunde beim AC Mailand getan hatte.

          Es hätte auch 6:6 ausgehen können

          Erneut Diego (60.) und Claudio Pizarro (73.) machten den Weg ins Halbfinale frei. Es passte zu diesem turbulenten Spiel, dass Diego kurz vor Pizarros Ausgleich noch einen Foulelfmeter verschossen hatte. Werder hatte lange Zeit große Probleme mit den flinken Italienern, besaß aber auch zahlreiche Chancen. Dieses Spiel hätte auch 6:6 ausgehen können.

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          3:3 in Udine : Wieder macht Diego den Unterschied für Werder aus

          Die italienischen Sportzeitungen besaßen vorher ein gutes Gespür. Sie reduzierten die Partie in ihrer Vorberichterstattung nahezu komplett auf ein Duell zwischen Udines Fabio Quagliarella und Werders Diego. Beide hatten schon im Hinspiel für ihre Mannschaften getroffen. Und beide werden nach Angaben gleich mehrerer Blätter sowohl von Juventus Turin als auch von Inter Mailand umworben. Dass Diego überhaupt mitspielen konnte, entschied sich erst kurz vor dem Anpfiff. Tagelang hatte Werders medizinische Abteilung mit Massagen und einer Elektrotherapie gegen seine Muskelverhärtung angekämpft. Den letzten Belastungstest absolvierte er beim Warmlaufen.

          „Mir wäre es lieber, wenn Diego nicht spielt“

          Seine mehrtägige Pause merkte man Diego an, ihm fehlte manchmal die Spritzigkeit. In den entscheidenden Situationen aber war er zur Stelle. In der 28. Minute kam er nach einem Fehler von Udines Zapata an den Ball. Er tanzte mit Domizzi den nächsten Verteidiger aus und schoss den Ball aus der Drehung zum 1:1 ins Tor. Beim noch wichtigeren zweiten Auswärtstor begnügte er sich mit einem schnöden Abstauber. Nach einem Lattenschuss von Hugo Almeida drückte er den Ball per Kopf über die Linie. Die italienischen Gazetten werden sich trotz seines verschossenen Elfmeters bestätigt fühlen. Sie tun gern so, als bestünde Werder nur aus Diego. „Ich bin ganz offen“, hatte auch Udines Felipe vor dem Spiel gesagt. „Mit wäre es lieber, wenn Diego nicht spielt.“

          Noch besser war an diesem Abend nur Fabio Quagliarella. Nur zwei Minuten nach Diegos Ausgleich brachte er Udine wieder in Führung. Per Mertesacker konnte ihm dabei nicht folgen. In der 38. Minute ging Petri Pasanen zu lax gegen den italienischen Nationalstürmer zur Sache. Der erhöhte aus der Drehung auf 3:1. Udines Taktik ging lange Zeit auf. Zwar hatte Werders Trainer Thomas Schaaf mit Tziolis (für Hunt) sowie Pasanen (für Boenisch) extra eine sicherheitsorientierte Aufstellung gewählt. Aber seine Mannschaft unterband Udines schnelle Angriffe mit langen Bällen zu selten. Auf diese lauerte Quagliarella. Trotz seines Treffers war er im Hinspiel mehr durch das Auslassen weiterer Großchancen aufgefallen. „Ich habe eine unglaubliche Wut im Bauch“, sagte er zwischen den beiden Partien. Das merkte man ihm an. Doch trotz seines Topstürmers verabschiedete sich Udine als letzter italienischer Verein aus den Europacup-Wettbewerben dieser Saison.

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