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3:2 gegen Portsmouth : Die Magath-Elf überwintert im Uefa-Cup

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Kampf um die nächste Runde: In Wolfsburg ging's hoch her Bild: dpa

Der VfL Wolfsburg hat erstmals den Sprung in die K.o.-Runde des Uefa-Cups geschafft. Der Bundesligaklub setzte sich in einem turbulenten Spiel 3:2 gegen Portsmouth durch. Nach 23 Minuten waren bereits vier Tore gefallen.

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          Wolfsburg gegen Portsmouth im Fußball-Europapokal - das klingt immer noch etwas ungewohnt, vor allem wenn man AC Mailand heißt und es gewohnt ist, in München oder Manchester zu spielen. Der renommierte Klub aus Italien macht aber in diesen Tagen die Erfahrung, dass ihm durchaus gefährlich werden kann, was er bis vor kurzem noch kaum wahrnahm: Vor einer Woche verhinderten nur zwei Tore in den letzten sechs Minuten eine Niederlage in Südengland. Und am Donnerstagabend verdrängte ihn der VfL Wolfsburg vom ersten Platz der Uefa-Cup-Gruppe E (Siehe auch: Alle Spiele und Tabellen des Uefa-Cups im Überblick).

          Der Bundesligaklub schlug den FC Portsmouth 3:2, und die zweite Belohnung, die er sich durch diesen Sieg verdiente, wird ihm noch wichtiger sein als die Tabellenführung. Denn der VfL hat sich vorzeitig für die Runde der letzten 32 Mannschaften qualifiziert. Und das ist nicht nur angesichts der Probleme von Schalke 04 oder Hertha BSC in diesem Wettbewerb beachtlich. Im Gegensatz zu den anderen deutschen Teilnehmern spielt Wolfsburg nämlich erst zum zweiten Mal im Uefa-Cup.

          Turbulente Anfangsphase mit vier Treffern

          Die Tore am Donnerstag schossen Edin Dzeko (3. Minute), Christian Gentner (23.) und Zvejzdan Misimovic (74.) für Wolfsburg sowie Jermain Defoe (11.) und Arnold Mvuemba (14.) für Portsmouth.

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          „Ich bin zufrieden, dass wir auch das dritte Spiel gewonnen haben. Wir können stolz darauf sein, dass wir so klar weitergekommen sind. Wir haben gut gespielt, wenigstens nach vorne. Was wir am Anfang in der Abwehr gemacht haben, hat mit gar nicht gefallen“, sagte Magath, der ein Sonderlob für den Torschützen zum 1:0 parat hatte. „Dzeko war wieder überragend. Mit so einem Mann kann man auch Tore machen.“

          Dejagah sorgte für viel Wirbel

          Beide Vereine haben es zwar ähnlich überraschend, aber auf verschiedenen Wegen auf Europas Fußball-Bühne geschafft. Der VfL besitzt mit Barzagli, Josué und dem zur Zeit verletzten Grafite ein namhaftes Gerüst. Das Gesicht dieser Mannschaft aber bilden junge, ehrgeizige Spieler wie eben Dzeko (22), Gentner (23), Marcel Schäfer (24) oder Ashkan Dejagah (22). Gentner bereitete auch Dzekos frühes 1:0 vor, Dejagah sorgte für viel Wirbel.

          Portsmouth dagegen setzt auf Profis, die sich schon andernorts einen Namen gemacht haben. David James (38 Jahre alt) hütet das Tor der englischen Nationalelf, der ehemalige Arsenal-Verteidiger Sol Campbell (34) versucht ihm davor so viel Arbeit wie möglich abzunehmen. Nwankwo Kanu (32) spielte schon bei Inter Mailand und Ajax Amsterdam, die Stürmer Defoe und Crouch holte man für viel Geld aus Tottenham und Liverpool. Dieses Konzept führte zwar im Mai zum Gewinn des englischen Pokals, am Donnerstagabend aber nicht gerade zur erwarteten Stabilität.

          Magaths Mannschaft fehlt weiter die Beständigkeit

          Der VfL war vor 21.000 Zuschauern von Beginn an überlegen. Die Gäste drehten zwar den frühen Rückstand binnen drei Minuten in eine kurzzeitige Führung um, aber Wolfsburg ließ sich davon nicht beeindrucken. Gentners 2:2 und das spätere Siegtor von Misimovic belohnten eine engagierte, immer auf Balleroberung und Angriff ausgerichtete Leistung. Die Wolfsburger störten die Engländer früh und griffen meist über Dejagahs rechte Seite an. Nur in der Abwehr fielen sie von ihrem hohen Niveau etwas ab. Bei einigen Kontern ließen sie Portsmouth zu viel Raum. Defoe kam so zu zwei weiteren Chancen (20./31.).

          VfL-Trainer Felix Magath muss solche Situationen in dieser Saison immer wieder erleben. Seiner jungen Mannschaft fehlt mitunter selbst innerhalb eines Spiels die Beständigkeit. Deshalb liegt sie in der Bundesliga auch nur in Lauerstellung auf Platz acht. Gegen Portsmouth steuerte Magath früh gegen. In der 37. Minute nahm er den schwachen Zaccardo vom Platz und ersetzte ihn durch Hasebe. Dieser Wechsel war überraschend, da Sascha Riether zu diesem Zeitpunkt schon minutenlang eine Verletzung angezeigt hatte. Aber Magath traute offenbar selbst einem lädierten Mann mehr zu als dem gesunden Zaccardo. Nach der Pause erhörte er Riether und wechselte Madlung ein.

          Zwei Wochen lang auf Augenhöhe mit dem AC Mailand

          Der VfL stand dadurch sicherer. Er ließ nur noch einen gefährlichen Freistoß durch Portsmouths Kranjcar zu. Der Ball flog in der 53. Minute an die Latte. Wolfsburg kontrollierte die Partie auch nach dem Wechsel und vergab durch Misimovic sogar einen Foulelfmeter (80.) - James hielt. Die „Messlatte“, als die Magath Portsmouth bezeichnet hatte, wurde so übersprungen. „Sie werden uns zeigen, wo wir uns einordnen können“, hatte er vor dem Spiel gesagt. Das ist auf jeden Fall in der K.o.-Runde des Uefa-Cups. Und zumindest zwei Wochen lang auf Augenhöhe mit dem AC Mailand. Am 17. Dezember gibt es dort das Spiel um den Gruppensieg. So ungewohnt das für Milan auch klingen mag.

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