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3:1 in Moskau : Der nächste Bayern-Rekord

Torwart am Pfosten, Ball im Netz: Robben hat getroffen Bild: AP

Der FC Bayern lässt sich auch von Minusgraden nicht irritieren und schafft den zehnten Champions-League-Sieg nacheinander. Kapitän Lahm muss verletzt raus.

          2 Min.

          Es war ein hartes Stück Arbeit, vor allem für Manuel Neuer, der am Mittwoch so viel Arbeit bekam wie bisher noch nie in dieser Saison. Sechzehn gegnerische Torschüsse (bei nur neun des eigenen Teams) hielten den Torwart, der über eine Stunde lang auch die Kapitänsbinde anstelle des angeschlagenen Philipp Lahm trug, auf Betriebstemperatur im eiskalten Schneetreiben von Moskau. Am Ende stand ein verdienter, aber hart umkämpfter 3:1-Sieg des FC Bayern bei ZSKA Moskau, der das Münchner Rekordjahr um zwei weitere Bestmarken bereicherte.

          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          Fünf Siege in den ersten fünf Partien einer Champions-League-Saison bedeuteten Vereinsrekord. Saisonübergreifend sind es nun sogar zehn am Stück, so viele hat es noch nie gegeben in diesem Wettbewerb. „Wir spielen nicht für Rekorde, sondern für Titel“, sagte Arjen Robben, doch zeige die Siegesserie, „dass wir eine Supertruppe sind, und deshalb können wir stolz darauf sein“. Dass die Mannschaft trotz der schon vorher feststehenden Achtelfinal-Qualifikation nur vier Tage nach dem Top-Spiel in Dortmund in ihrer Konzentration und Motivation in Moskau nicht nachließ, und das trotz widriger Bedingungen, zeigte laut Robben, „was für einen guten Charakter sie hat“.

          Es war auf seifigem Geläuf bei sieben Grad minus ein turbulentes Spiel mit reichlich erstklassigen Torchancen auf beiden Seiten, von denen die Bayern ihre besser nutzten: durch Robbens Direktschuss nach einem feinen Schnellangriff über Toni Kroos und Thomas Müller (17. Minute), durch Mario Götze nach schönem Solo gegen drei Russen (56.) und durch Müllers Elfmeter nach einem Foul an Robben (65.). Zwischenzeitlich hatte Keisuke Honda mit einem Handelfmeter den Anschlusstreffer erzielt (62.).

          Torwart auf dem Posten, Ball an der Hand: Neuer hat gehalten
          Torwart auf dem Posten, Ball an der Hand: Neuer hat gehalten : Bild: AP

          Zuvor allerdings hatte der Japaner in der stärksten Drangphase der Russen kurz nach der Pause gleich zweimal in bester Position kläglich den Ausgleich verpasst. Zuerst kam er, als ein langer Befreiungsschlag von Torwart Akinfejew über alle zehn Feldspieler der Bayern hinweg auf seinen Fuß gesegelt war, völlig frei vor Neuer auf die kühne Idee, den wohl besten Torwart der Welt mit einer Art Standversuch zu übertölpeln – Neuer ging zwar wie erhofft zu Boden, doch ehe Honda den Ball seitlich vorbeilegen konnte, hatte der Bayern-Torwart ihm die Kugel so schnell vom Fuß gefingert wie ein Chamäleon eine Fliege fängt.

          Und nur drei Minuten später versagte der Japaner abermals aus bester Position, als die nach der Pause recht schläfrig auftretende Bayern-Abwehr eine scharfe Hereingabe von rechts in den Fünfmeterraum zuließ, Honda jedoch aus drei Metern den Ball nicht richtig traf.

          Weiße Weste: Bayern München gewinnt weiter, immer weiter
          Weiße Weste: Bayern München gewinnt weiter, immer weiter : Bild: dpa

          Die Bayern konnten sich die deutlichen Defensivschwächen gegen diesen Gegner leisten. Selbst als Neuer einmal aus dem Spiel heraus geschlagen war, traf Tosic nur das Lattenkreuz (78.). Und immer wirkte die Offensive der nur vor der Pause dominanten Bayern bei diversen Kontergelegenheiten so, als könne sie jederzeit, wenn nötig, noch einen Gang zulegen.

          Auch den Verlust von Kapitän Lahm, der bei einem Konter nach 26 Minuten einen Spurt abbrach, Probleme am Oberschenkel andeutete und für Thiago Alcántara ausgewechselt wurde, verkrafteten die schon ohne die verletzten Ribéry, Schweinsteiger und Mandzukic angetretenen Bayern ohne Probleme. Lahms Ausfall erwies sich als Vorsichtsmaßnahme: Erste Untersuchungen ergaben lediglich eine Verhärtung, keine Verletzung der Muskulatur.

          Philipp Lahm (links): Raus schon vor der Pause
          Philipp Lahm (links): Raus schon vor der Pause : Bild: AFP

          ZSKA Moskau - Bayern München 1:3 (0:1)

          ZSKA Moskau: Akinfejew - Nababkin, Alexej Beresuzki, Ignaschewitsch, Schtschennikow - Milanow (90. Vitinho), Wernbloom, Tosic, Zuber (68. Elm) - Honda - Musa (80. Baseljuk)
          Bayern München: Neuer - Rafinha, Boateng, Dante, Alaba - Javi Martínez (80. Kirchhoff) - Müller, Lahm (28. Thiago), Kroos, Robben - Götze (88. Green)
          Schiedsrichter: Gautier (Frankreich)
          Zuschauer: 15.000
          Tore: 0:1 Robben (17.), 0:2 Götze (56.), 1:2 Honda (62./Handelfmeter), 1:3 Müller (65./Foulelfmeter)
          Gelbe Karten: - / Dante, Javi Martínez, Thiago

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