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3:1 in Darmstadt : Schalke meistert die Prüfung in Darmstadt

  • -Aktualisiert am

Torschütze: Benedikt Höwedes erzielt das 2:1 Bild: REUTERS

Schalke 04 setzt sich beim Drittligaklub Darmstadt 98 durch. Die „Königsblauen“ setzen bei ihrem Ausflug nach Hessen sogar Gerald Asamoah ein.

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          Mit einiger Mühe hat der FC Schalke 04 die Hürde Darmstadt genommen und den Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale geschafft. Die Mannschaft von Trainer Jens Keller setzte sich beim SV Darmstadt 98 3:1 durch und ließ nach der 0:4-Niederlage gegen Bayern München erst gar keine Krisenstimmung aufkommen. Jefferson Farfan brachte die Königsblauen per Foulelfmeter in Führung (35.), doch nur eine Minute später gelang Hanno Behrens der umjubelte Ausgleich im alterschwachen Stadion am Böllenfalltor, das nahezu unverändert wie in kurzen Bundesligazeiten Ende der 70er Jahre dasteht. Der Gelsenkirchener Kapitän Benedikt Höwedes (59.) und Max Meyer (86.) erzielten die weiteren Schalker Treffer an einem stimmungsvollen Pokalabend in Südhessen.

          „Mehr als eine Riesensensation“, so „Lilien“-Trainer Schuster, sei es, wenn die Darmstädter ihre Pokalreise über den Tag hinaus fortsetzen dürften. Der einstige Nationalspieler erinnert regelmäßig daran, dass nicht viel gefehlt hätte und die 98er würden nur noch Fußball vierter Klasse anbieten. Im Mai hatten die Südhessen den Klassenverbleib in der dritten Liga verpasst und waren nur dank des Lizenzentzugs des Lokalrivalen Offenbacher Kickers an spielerischer Ort und Stelle geblieben. Verstärkt mit Spielern, deren Karriere zuvor schwer ins Stocken geraten war und die ins das schmale Lizenzspielerbudget (2,4 Millionen) passten, spielen die Darmstädter bislang eine gute Saison. Mit zuletzt zwei Siegen haben sie vor ihrem Pokalfesttag zudem zwei exzellente Arbeitsproben abgeliefert.

          Doch gegen den Bundesligaklub ließen sich die Grenzen zwischen Drittliga-Siebtem und Champions-League-Teilnehmer nicht so schnell verwischen wie gewünscht. Die Schalker drängten die „Lilien“ von Anpfiff an tief in die eigene Hälfte. Behrens musste schon nach fünf Minuten für seinen geschlagenen Keeper Jan Zimmermann in höchster Not klären. Den sehenswerten Volleyschuss von Jefferson Farfan konnte Zimmermann dann wenige Sekunden parieren. Der Darmstädter Torhüter, der sich vor Anpfiff bewusst war, „dass ich viel zu tun bekommen werde“, stand häufig im Brennpunkt des Geschehens.

          Kantiges Darmstädter Innenverteidigerduo

          Doch so wie die Nervosität der „Lilien“ nachließ, konnten sie mit Disziplin und Laufbereitschaft die Königsblauen immer besser von ihrem Tor fernhalten. Den Schalkern gingen zunehmend die Ideen aus, für die sonst die verletzt fehlenden Draxler und Boateng gut sind. Das kantige Darmstädter Innenverteidigerduo Sulu und Gorka, das mitunter im Zentrum einer Sechser-Abwehrkette stand, klärte die Bälle, wie sie auch angeflogen kam. Doch mit der besten, weil schnellsten Kombination der ersten Halbzeit wurde Farfan freigespielt und von Zimmermann im Strafraum von den Beinen geholt. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Gefoulte gleich selbst. Der Pokalabend hätte nun seinen erwarteten Lauf nehmen können. Aber nicht mit den unermüdlichen Darmstädtern.

          Im Gegenzug gelang Behrens per Kopf der Ausgleich - das Böllenfalltor erbebte in seinen maroden Grundfesten. Und es entwickelte sich ein Pokalabend, der seinen Reiz in aufgeheizter, dichter Atmosphäre daraus zieht, dass Klein Groß über die Gebühr ärgert. Bis zur Pause und auch darüber hinaus hielten die nun mutigeren Südhessen das Spiel offen und zeigten sich ihrerseits im Schalker Strafraum, ohne jedoch dem von Timo Hildebrand gehüteten Tor nennenswert gefährlich zu werden. Doch wie schon der Führungstreffer zum 1:0 entsprang auch das zweite Schalker Tor keiner Drangphase. Höwedes profitierte bei seinem erfolgreichen Kopfball von einem Stellungsfehler Zimmermanns.

          Asamoah spielt

          Doch bei allem Bemühen des Erstligaklubs, das Feuer der „Lilien“ und ihres Anhangs klein zu halten: so ganz gelang es den Schalkern nicht - bis zur 86. Minute, als der 18-jährige Meyer für die Entscheidung sorgte. Denn zuvor waren die Emotionen am Böllenfalltor nochmal aufgewallt. Höwedes (74.)rettete artistisch vor dem einschussbereiten Darmstädter Dominik Stroh-Engel, dem mit zehn Treffern derzeit besten Torjäger der dritten Liga. Auch „Lilien“-Kapitän Sulu (82.) hatte die Chance auf dem Kopf, dem Spiel nochmal eine für die Königsblauen pikante Wendung zu geben.

          Zum Schluss kam bei den „Lilien“ noch Elton da Costa ins Spiel. Der Mittelfeldakteur stand schon vor zwölf Jahren auf dem Spielfeld am Böllenfalltor, als beim letzten großen Pokalauftritt der Südhessen ebenfalls der FC Schalke 04 zu Gast war. Damals mussten sich die tapferen „Lilien“ erst in der Verlängerung 0:1 geschlagen geben. Schalke „konterte“ diese Einwechslung mit der Hereinnahme von Gerald Asamoah, der eigens für diese Begegnung von der Reservemannschaft reaktiviert wurde. Asamoah durfte eine knappe halbe Minute mitspielen.

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