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3:1 gegen Dänemark : Japan schnibbelt sich ins Achtelfinale

  • Aktualisiert am

Schon wieder eine Überraschung: Japan schlägt Dänemark aus dem Feld Bild: dpa

Beim 3:1 im Gruppenfinale gegen Dänemark schießen sich die Japaner mit zwei direkt verwandelten Freistößen durch Honda und Endo früh den Weg in Richtung K.o.-Runde frei. Dort treffen sie am Dienstag auf Paraguay.

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          Dank seiner beiden Kunstschützen Keisuke Honda und Yasuhito Endo feierte Japan im Gruppenfinale bei der Fußball-WM in Südafrika einen verdienten 3:1 (2:0)-Sieg gegen Dänemark. In der K.o.-Runde trifft die mutige Mannschaft von Trainer Takeshi Okada als Zweiter der Vorrunden-Gruppe E nun am Dienstag (16.00 Uhr im FAZ.NET-WM-Liveticker) auf F-Gruppen-Sieger Paraguay. Kapitän Makoto Hasebe träumt allerdings schon von einem Duell mit seiner Wahlheimat. „Wir können weit kommen. Ich hoffe, dass wir im Halbfinale auf Deutschland treffen“, sagte der Wolfsburger.

          Nach der zweiten Turnier-Niederlage muss die „Olsen-Bande“ dagegen die Koffer packen. Dänemark stand im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale unter Siegzwang und war von Beginn an um die Kontrolle des Spiels bemüht. Leichte Vorteile erkämpfte sich der Europameister von 1992 vor rund 30.000 Zuschauern in Rustenburg aber nur in der Anfangsphase. Per Kröldrup (8.) und Jon Dahl Tomasson (14.) kamen einem Torerfolg dabei noch am nächsten. Die Japaner, denen ein Unentschieden zum Einzug in die Runde der letzten 16 genügte, hielten sich hingegen zunächst zurück.

          Mit zunehmender Spielzeit nahm aber auch die Mannschaft um Kapitän Hasebe aktiver am Geschehen teil - und wurde belohnt. Nachdem Daisuke Matsui und Hasebe innerhalb weniger Sekunden zwei gute Chancen vergaben (13.), zeigte sich Keisuke Honda treffsicherer. Der Star der Japaner verwandelte im Royal-Bafokeng-Stadion einen Freistoß aus gut 25 Metern und erzielte nach dem 1:0-Siegtor gegen Kamerun schon seinen zweiten Treffer des Turniers (17.). Allerdings begünstigte Dänemarks Schlussmann Thomas Sörensen den Einschlag in seinem Kasten durch äußerst unglückliches Stellungsspiel.

          Da fliegt der Ball ins lange Eck: Honda hat sie dorthin frisiert

          Den Dänen fehlten Ideen und Durchschlagskraft

          Die Dänen versuchten, nach dem Rückschlag umgehend zu antworten. Allerdings fehlte es der Mannschaft von Trainer Morten Olsen an Ideen und Durchschlagskraft. Die Japaner verwalteten den Vorsprung hingegen über weite Strecken und handelten sich schon nach 26 Minuten die zweite Gelbe Karte wegen Zeitspiels ein. Vor allem bei Standardsituationen blieben die Asiaten aber stets gefährlich: Auch das 2:0 resultierte aus einem direkt verwandelten Freistoß. Dieses Mal überließ Honda den Ball seinem Kollegen Yasuhito Endo, und der 30-Jährige zirkelte den Schuss aus 22 Metern ins Netz (30.). Die Dänen waren nach dem erneuten Tiefschlag geschockt und kamen vorerst nicht mehr ins Spiel zurück.

          Erst in der 81. Minute verkürzte Jon Dahl Tomasson auf 1:2: Zunächst verschoss er zwar einen Foulelfmeter, den Nachschuss konnte er jedoch verwandeln. Zuvor hatte Hasebe Daniel Agger im Strafraum zu Fall gebracht. Doch die dänische Hoffnung währte nur kurz: In der 87. Minute erhöhte Shinji Okazaki für Japan nach einem schönen Konter mit einem Schuss aus kurzer Distanz zum 3:1. „Unsere Mannschaft ist die beste japanische seit langem. Es ist unglaublich, was wir hier für einen Zusammenhalt und Teamgeist haben. Das hilft uns gegen jeden Gegner“, sagte Hasebe.

          Trainer Okada hatte seine Mannschaft vor der WM umgebaut, auf junge Spieler gesetzt - und Erfolg. Sein dänischer Kollege Morten Olsen baute auf Routiniers - und scheiterte. Ob er seinen Vertrag bis 2012 erfüllt, ist offen. „Lassen Sie mich erstmal Urlaub machen“, sagte er nach dem „kollektiven Harakiri“ (die Tageszeitung Politiken). Die Alt-Stars Jesper Grönkjaer und Martin Jörgensen erklärten dagegen direkt nach der Niederlage ihren Abschied, andere Routiniers wie Angreifer Jon Dahl Tomasson (34), Torhüter Thomas Sörensen (34) und Außenstürmer Dennis Rommedahl (31) wollen weitermachen. Die Zukunft aber sind Spieler wie Nicklas Bendtner und Christian Eriksen.

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