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3:1 beim Hamburger SV : Leipziger Imagepflege

  • -Aktualisiert am

Mann des Abends: Leipzigs Yussuf Poulsen Bild: EPA

RB Leipzig gewinnt mit Mühe und einem Eigentor beim HSV und erreicht zum ersten Mal das DFB-Pokalfinale. Jatta sorgte für Hamburger Hoffnung, ehe Janjicic zum Pechvogel avanciert.

          Ein Spaziergang war es nicht für RB Leipzig beim „gefühlten Erstligisten“, wie Trainer Ralf Rangnick den Zweitliga-Vertreter Hamburger SV bezeichnet hatte. Mit etwas Mühe und ziemlichem Chancenwucher besiegten die Leipziger den HSV am Dienstagabend vor 52.000 Zuschauern im Volksparkstadion. Das 3:1 reichte, um das Berliner Finale im DFB-Pokal am 25. Mai zu erreichen, und war wegen der guten zweiten Halbzeit auch verdient. Wichtige Imagepflege für den Verein aus dem Osten. Der Gegner wird an diesem Mittwoch zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern ermittelt (20.45 Uhr / ARD und im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal).

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          Der HSV blieb mit seiner jungen Mannschaft lange ebenbürtig und versuchte alles, um in sein erstes Endspiel seit 1987 zu kommen. Doch Bakery Jattas Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 reichte nicht, weil Poulsen, Janjicic (Eigentor) und Forsberg für RB trafen. Durch Hamburgs Ausscheiden bleiben die Relegationsspiele zwischen Erster und Zweiter Liga auf den geplanten Terminen am 23./27. Mai.

          Die Hamburger Fans unterstützten ihre Mannschaft mit einem aufwändigen Plakat über die gesamte Breite der Nordtribüne: „Vergesst die Angst, die mal war, der Sieg ist unser, na klar!“ Gemünzt war das auf hasenfüßige und nervenschwache Auftritte zuletzt in der zweiten Liga: kein Sieg aus den scheinbar leichten Spielen gegen Darmstadt, Magdeburg, Aue. Der Tabellenzweite HSV steht sich vier Spieltage vor Saisonende in Sachen Aufstieg selbst im Weg. Die Leipziger Fans waren sachlicher. „Auf zum letzten Akt vorm Finale“, hatte sie auf ihr Spruchband geschrieben.

          Und auf diesen Weg machte sich der Ranglisten-Dritte des Oberhauses zunächst beeindruckend. Yussuf Poulsens ungestörtes 1:0 aus der 12. Minute war eine zu niedrige Führung, denn vier Minuten später waren Poulsen, Werner und Sabitzer bei einer Dreifach-Chance dem zweiten Tor sehr nah. RB schien alles im Griff zu haben. „Wenn man sieht, wie unsere Jungs seit Weihnachten auswärts aufgetreten sind, weiß man, mit welchem Selbstvertrauen wir nach Hamburg gereist sind“, hatte Rangnick gesagt, und so trat sein Team nach sieben Liga-Auswärtssiegen 2019 zunächst auch auf.

          Doch in der 24. Minute nutzte Jatta eine Unaufmerksamkeit Kevin Kampls, schnappte ihm den Ball weg und schlenzte die Kugel aus 25 Metern über Peter Gulacsi hinweg ins Tor. Der ohne die erfahrenen Hunt, Holtby und Sakai aufgestellte HSV war zurück. Nach diesem überraschenden Ausgleich entwickelte sich eine 50 Minuten packende und spannende Pokalpartie. Zweimal verpasste Khaled Narey das Leipziger Tor äußerst knapp (32./42. Minute). Der ballsichere Douglas Santos schob das HSV-Spiel von der ungewohnten Mittelfeldposition aus gekonnt an. Leipzig wirkte beeindruckt von der Kulisse und der mutigen Gegenwehr.

          Gleich nach der Pause machte RB dann aber schnell mal Ernst. Kampls feiner Heber erreichte Poulsen, der ließ den Ball nach innen prallen, dort wollte Vasilije Janjicic vor Emil Forsberg retten, traf aber ins eigene Gehäuse. Leipzig führte in der 54. Minute 2:1 und machte 18 Minuten später durch Forsbergs Tor den ersten Einzug ins Pokalfinale klar.

          „Normalerweise müsste das Spiel nach 20 Minuten entschieden sein. Wenn es da 3:0 steht, kann sich der HSV nicht beklagen“, meinte Rangnick in der ARD. „Unterm Strich haben wir die schwere Tour gewählt. So mussten wir dann richtig noch mal Mentalität zeigen.“ Am Ende war der Coach stolz: „Die Mannschaft verblüfft uns immer wieder.“

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