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3:0 in Nikosia : Frankfurt stürmt durch die Europa League

Ich war’s: Torschütze Lakic zeigt grimmige Entschlossenheit Bild: AP

Das Weiterkommen in der Europa League rückt für die Eintracht ein großes Stück näher. Nach dem 3:0 zum Auftakt gegen Bordeaux setzen sich die Frankfurter auch bei Apoel Nikosia souverän 3:0 durch.

          Auftrag ausgeführt. Die Frankfurter Eintracht hat die Signale ihres Vorstandsvorsitzenden empfangen und zur vollsten Zufriedenheit umgesetzt. „Für den Sechsten der Fußball-Bundesliga muss es der Anspruch sein, dort zu bestehen“, hatte Heribert Bruchhagen vor dem ersten Auswärtsspiel in der Gruppenphase der Europa League gesagt.

          Die Mannschaft von Trainer Armin Veh hat ihren obersten Chef nicht enttäuscht und fern der Heimat auf der drittgrößten Mittelmeerinsel Zypern deren führenden Klub Apoel Nikosia 3:0 besiegt. Initiator des ersten Tores war Kapitän Sebastian Jung, der sich der freundlichen Unterstützung von Nektarios Alexandrou erfreuen konnte. Der Spielführer von Apoel fälschte die Flanke in der 27. Minute entscheidend ab.

          Srdjan Lakic machte es ohne fremde Hilfe und erhöhte nach dem Seitenwechsel auf 2:0 (59.), ehe Jung den 3:0-Schlusspunkt setzte (66.). „Wir können das genießen und sind sehr zufrieden“, sagte Bruchhagen über die Mission Europapokal. „Sieben Jahre lang waren wir über Bord, daher ist jedes Spiel auf der internationalen Bühne ein Highlight für uns alle.“

          Es war eine von vielen Emotionen geprägte Partie, die die knapp 14.000 Zuschauer am Donnerstagabend im stimmungsvollen GSP-Stadion der zyprischen Hauptstadt geboten bekamen. Gegen den Tabellenvierten der Division A, der noch am Wochenende sein Punktspiel bei Nea Salamis Famagusta 1:0 gewonnen und nur durch Losentscheid den Einzug in die Gruppenphase der Europa League geschafft hatte, tat sich der aktuelle Tabellendreizehnte der Bundesliga anfänglich schwer.

          Die Zyprer hielten nur in wenigen Fällen so robust dagegen

          Bis zum befreienden 2:0 war es ein härteres Stück Arbeit, das die Hessen während ihrer Nachtschicht auf Zypern – Spielbeginn war um 22.05 Uhr Ortszeit – zu bewältigen hatten. Zudem hatten sie auch noch Pech. Unmittelbar vor dem Anpfiff zog sich Stefan Aigner beim Aufwärmen eine Verletzung zu und musste kurzfristig durch Lakic ersetzt werden.

          Der Kroate, beflügelt durch seine unverhoffte Nominierung, mühte sich sofort nach Kräften. Er war es auch, dem sich in der achten Minute eine erste Chance für die Eintracht bot. Trotzdem galt es, stets auf der Hut vor den Zyprern zu sein. Apoel präsentierte sich im Vergleich zu Girondins Bordeaux, von der Eintracht im ersten Gruppenspiel 3:0 bezwungen, zumindest eine Halbzeit lang als die bessere und unangenehmer zu spielende Mannschaft. So erarbeitete sich die Truppe von Trainer Paulo Sergio in der zwölften Minute gleich drei Eckbälle in Folge.

          Erfolgreicher Ausflug für die Eintracht nach Nikosia

          Der erste Treffer des lauen, 22 Grad warmen Fußballabends aber fiel auf der anderen Seite. Eintracht-Kapitän Jung, präzise von Carlos Zambrano mit einer Flanke bedient, nahm die Kugel volley und hatte Glück. Seine als Weiterleitung geplante Hereingabe fälschte Kapitänskollege Alexandrou unglücklich und unhaltbar für Urko Pardo ins eigene Tor.

          1:0 für die Eintracht, Führung für den vermeintlichen Favoriten, der sich lange schwer tat, ins Rollen zu kommen. Als ob es Veh geahnt hätte. Dem Eintracht-Trainer behagte überhaupt nicht, „dass wir der klare Favorit sind und uns diese Rolle in die Schuhe geschoben wird“.

          Auch die vielen Frankfurter Fans durften sich freuen

          Immerhin: Nach dem Seitenwechsel bekam die Eintracht die Partie mehr und mehr in den Griff. Václav Kadlec absolvierte im Sturmzentrum ein gewohnt engagiertes Laufpensum, und auch Lakic stand dem Tschechen in Nichts nach. Und er wurde für seinen Eifer belohnt. In der 59. Minute erhöhte Lakic nach feinem Doppelpassspiel mit Kadlec auf 2:0. Die Partie war entschieden, zumal Jung kurz danach sogar auf 3:0 erhöhte (66.).

          Die Reise auf die Insel hatte sich nicht nur für die Eintracht, sondern auch für die mitgereisten 2000 Fans gelohnt. Noch in der Nacht zum Freitag flog das Gros von ihnen gemeinsam mit dem Eintracht-Tross zurück nach Frankfurt.

          In der Heimat warten schließlich weitere Aufgaben auf die Hessen, gehen die englischen Wochen auf deutschen und europäischen Fußballbühnen gehen unvermittelt weiter. Am Sonntag (17.30 Uhr / Live im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) schon misst sich die Eintracht beim zweiten deutschen Europa League-Teilnehmer SC Freiburg. Und in drei Wochen stellt sich mit Maccabi Tel Aviv der dritte Gruppengegner in Frankfurt vor.

          Apoel Nikosia - Eintracht Frankfurt 0:3 (0:1)

          Apoel Nikosia: Pardo - Mário Sérgio, João Guilherme, Borda, Cabral - Nuno Morais, Gomes (78. Vinicius), Oliveira - Alexandrou (65. Sotiriou), Esmael, Aloneftis (78. Benachour)
          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Rode (68. Celozzi), Barnetta (80. Lanig), Russ, Flum - Kadlec (74. Joselu), Lakic
          Schiedsrichter: Tudor (Rumänien)
          Zuschauer: 14.000
          Tore: 0:1 Alexandrou (27./Eigentor), 0:2 Lakic (59.), 0:3 Jung (66.)
          Gelbe Karten: Borda, Esmael, Oliveira, Sotiriou / -

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