https://www.faz.net/-gtl-7hlda

3:0 gegen ZSKA Moskau : Das geht gut los für Bayern

Ich war’s: Mandzukic trifft für die Bayern zum Auftakt Bild: dpa

Der Titelverteidiger startet stark in die neue Saison in der Champions League. Die Bayern besiegen ZSKA Moskau mit 3:0. Alaba legt den Grundstein, Mandzukic und Robben machen alles klar.

          3 Min.

          Es sind noch weitere acht Monate und zwölf Spiele zu überstehen, bis die Bayern sich wie im Mai 2013 vielleicht wieder als die Könige Europas fühlen dürfen. Doch schon am Dienstag haben sie sich wieder ein wenig in die Stimmung der Triple-Saison geschossen. Mit einem nie gefährdeten 3:0-Sieg über ZSKA Moskau startete der Titelverteidiger in die neue Saison der Champions League.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Beide Tore vor der Pause gegen die überforderten Russen fielen nach Freistößen. Bereits in der dritten Minute traf David Alaba aus dreißig Metern gegen den verdutzten Torwart Igor Akinfejew. Vier Minuten nach der Pause erhöhte Mario Mandzukic per Kopfball nach einer Freistoßflanke von Arjen Robben auf 2:0. Nach 68 Minuten gab es das spielerische Bonbon des Abends für die 68.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena, als Robben nach herrlichem Heber von Alaba zum 3:0 traf.

          Ohne ihre verletzten Top-Angreifer Alan Dsagojew und Seydou Doumbia wirkte der russische Meister und Tabellenführer von Beginn an wie ein Team, das sich nicht viel ausrechnete beim großen Favoriten und mit Schonhaltung ohne größere Prügel davonzukommen hoffte. Dass die Bayern nicht bereit wären, ihnen diesen Gefallen zu tun, wurde von der ersten Minute an deutlich.

          Nach drei Minuten bekamen sie eine Freistoß in scheinbar harmloser Position - zwar in zentraler Lage, doch weit genug vom Tor entfernt, um einem aufmerksamen Torwart Zeit genug zum Parieren eines Schusses zu geben. Alaba lief an und traf den Ball sauber mit dem Vollspann, so dass die Kugel sich in feiner Flugkurve knapp über die Köpfe der Mauer und dann hinab zur Torlinie bewegte.

          Mit einem Freistoß bringt Alaba die Münchner früh in Führung Bilderstrecke

          Dennoch benötigte der Österreicher für seinen frühen Knalleffekt die Schläfrigkeit des russischen Nationaltorhüters. In bahnschrankenartiger Behäbigkeit wie dereinst der legendäre Engländer David Seaman beim letzten Tor im alten Wembley-Stadion (erzielt von Dietmar Hamann) senkte sich Akinfejew dem Ball entgegen. Zu langsam - es stand 1:0, und im Grunde war die Partie da schon entschieden.

          Drei Minuten später spielte Rafinha, der die rechte Abwehrseite für Philipp Lahm bearbeitete, der wiederum auf der Sechser-Position den erst nach siebzig Minuten eingewechselten Bastian Schweinsteiger vertrat, den Ball auf Mandzukic. Der Kroate entwischte der Moskauer Abseitsfalle, scheiterte aber freistehend vor dem Torwart - denn diesmal war Akinfejew glänzend zur Stelle.

          Vom Innenpfosten parallel zur Torlinie

          Nach vierzehn Minuten konnte der Mandzukic beim nächsten Versuch einen Kopfball nicht genug drücken, um ihn ins Tor zu befördern. Danach war es für mehr als zwanzig Minuten erst einmal vorbei mit den ganz zwingenden Chancen. Doch die Bayern konnten sich diese kleine Schonphase leisten, denn die Russen blieben völlig harmlos. Der verzogene 18-Meter-Schuss des schnellen Nigerianers Ahmed Musa nach zwölf Minuten blieb ihre einzige wahrnehmbare Angriffsaktion in der ersten Halbzeit.

          Bei seinem dritten Abschluss, nach 37 Minuten, kam Mandzukic dem Torerfolg dann schon bis auf ein paar Zentimeter nahe. Der Mittelstürmer erwischte Rafinhas von Franck Ribéry verlängerte Flanke per Flugkopfball. Der Ball prallte an den Innenpfosten und rollte von dort parallel zur Torlinie in die Arme des Torwarts.

          Doch vier Minuten später klappte es dann doch - unter Mithilfe des Linienrichters, der Mandzukic’ Abseitsposition bei Robbens Freistoßflanke übersah. Drei Minuten nach Wiederanpfiff war Akinfejew wacher, als er es drei Minuten nach Anpfiff gewesen war: Einen wuchtigen Direktschuss von Robben blockte er mit dem Körper zur Ecke.

          Nach 68 Minuten aber war er machtlos gegen den Holländer, den Alaba mit einem eleganten Lupfer so freispielte, dass Robben den Ball frei vor dem Torwart mit der Brust annehmen und volley verwandeln konnte.

          „Ich bin kein Freund öffentlicher Kritik“

          Prächtige Stimmung diesmal also in München und keinerlei Anlass für Kritik am Team, wie sie Sportvorstand Matthias Sammer am Samstag nach dem etwas müden 2:0 gegen Hannover geäußert hatte - dafür aber diesmal Anlass für Kritik an Sammer.

          Nach Präsident Uli Hoeneß stellte vor dem Spiel nun auch Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge Sammer wegen dessen Attacke in den Senkel. „Ich bin kein Freund öffentlicher Kritik“, so die öffentliche Kritik von Rummenigge im TV-Sender „Sky“. „Der Mannschaft wird es nicht gefallen haben, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es dem Trainer gefallen hat, und uns hat es auch nicht gefallen“. Wichtiger war, dass das Spiel gefiel.

          Bayern München - ZSKA Moskau 3:0 (2:0)

          Bayern München: Neuer - Rafinha, Boateng, Dante, Alaba - Lahm - Robben (79. Shaqiri), Müller, Kroos (71. Schweinsteiger), Ribéry - Mandzukic (75. Pizarro)
          ZSKA Moskau: Akinfejew - Alexej Beresuzki, Nababkin, Ignaschewitsch, Schtschennikow - Cauna, Wernbloom - Zuber (77. Milanow), Honda, Vitinho (46. Tosic) - Musa (74. Baseljuk)
          Schiedsrichter: Rocchi (Italien)
          Zuschauer: 68.000 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Alaba (4.), 2:0 Mandzukic (41.), 3:0 Robben (68.)
          Gelbe Karten: - / -

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundesinnenminister Horst Seehofer und Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang stellen den Verfassungsschutzbericht 2019 vor

          Rechtsextremismus : „Das ist eine Schande für unser Land“

          Der aktuelle Verfassungsschutzbericht zeichnet ein klares Bild: Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus seien weiter die größte Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland, erklärt Innenminister Seehofer. „Wir müssen weiterhin wachsam und wehrhaft sein.“
          Der Dresdner Stadtteil Neustadt

          Lokalposse : Schaltet Dresden das Internet ab?

          Wie es die Partei „Die Partei“ in Dresden unter Mithilfe etablierter Politiker abermals schafft, die Kommunalpolitik lächerlich zu machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.