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3:0 gegen Tottenham : Große Dortmunder Fußball-Kunst

  • -Aktualisiert am

Einheit in gelb und schwarz: Borussias Team zeigt europäische Klasse Bild: dpa

Borussia Dortmund deklassiert Tottenham in der Europa League und zeigt der Konkurrenz: Wer diesen Wettbewerb gewinnen will, muss erst mal den BVB besiegen.

          Wenn der Tabellenzweite der Fußball-Bundesliga gegen den Zweiten der englischen Premier League antritt, findet ein solches Treffen meist in der Champions League statt. Die Partie zwischen Borussia Dortmund und Tottenham Hotspur bildete insofern eine Ausnahme. Beide Klubs begegneten sich nur in der Europa League, aber zumindest die Dortmunder zeigten beim 3:0 vor knapp 66.000 Zuschauern im Achtelfinal-Hinspiel eine beeindruckende Leistung.

          Der BVB beherrschte die Londoner, auch im Ergebnis, überraschend deutlich. Dank der Tore von Pierre-Emerick Aubameyang (30. Minute) und Marco Reus (61./70.) verschafften sich die Westfalen ein stabiles Fundament für das Rückspiel, das am kommenden Donnerstag in London stattfindet.

          Er machte es mit Köpfchen: Pierre-Emerick Aubameyang Bilderstrecke

          Tottenham war für den BVB ein namhafter und doch unbekannter Gegner. Vor diesem Achtelfinale hatte der Revierverein es noch nie in einem Pflichtspiel mit den „Spurs“ zu tun bekommen. Falls die Dortmunder den Gegner zuletzt im Derby gegen den FC Arsenal beobachtet haben, werden sie nicht viele Erkenntnisse gewonnen haben für die Partie am Donnerstagabend. Trainer Mauricio Pochettino änderte seine Startaufstellung auf sieben Positionen; sogar Torjäger Harry Kane, der in der Prermier League schon siebzehn Mal getroffen hat, erlebte den Anpfiff von der Ersatzbank aus. So oder so rechnete BVB-Trainer Thomas Tuchel mit einer „Prüfung auf höchstem Niveau“.

          Die Dortmunder legten ein hohes Tempo vor und kamen früh zu vielversprechenden Möglichkeiten. Allein in den ersten elf Minuten bot sich dreimal die Chance, in Führung zu gehen, doch Gonzalo Castro, Erik Durm und Aubameyang zielten nicht genau genug und verfehlten knapp das Ziel, ohne dass Hugo Lloris im Tor der „Spurs“ hätte eingreifen müssen.

          Dass die erste Angriffswelle ohne Erfolg blieb, hielt die Dortmunder nicht davon ab, es weiter mit Nachdruck zu versuchen. Nach einer halben Stunde wurde ihre Hartnäckigkeit zum ersten Mal belohnt: Aubameyang, der Dortmunder Torschütze vom Dienst, verwertete Marcel Schmelzers Flanke von links zum Führungstreffer. Wenn der BVB im Angriff war, machte Schmelzer, wie sein Gegenüber Piszczek auf der anderen Seite, im Außendienst Tempo. Bei gegnerischem Ballbesitz erweiterten die beiden Flügelmänner die Abwehrkette – eine Strategie, die sich jüngst beim Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern bewährt hatte.

          Ruhiger Abend für Weidenfeller

          Im Vergleich zur Formation des München-Spiels hatte Tuchel, sonst durchaus ein Freund der Rotation, nur zwei Wechsel vorgenommen. Wie in der Europa League gewohnt, ersetzte Routinier Roman Weidenfeller, der lange Zeit einen ruhigen Abend verlebte, den in der Bundesliga bevorzugten Roman Bürki zwischen den Pfosten. Dazu rückte Gonzalo Castro für Ilkay Gündogan ins zentrale defensive Mittelfeld. Aufgrund einer Verletzung verpasste der Gündogan die Gelegenheit, sich im Spiel gegen eine englische Mannschaft zu profilieren und sich vielleicht noch interessanter zu machen für Manchester City, jenen Klub aus der Premier League, der offenbar stark daran interessiert ist, den Nationalspieler abzuwerben.

          Doch auch so hätten die Dortmunder ihren Vorsprung schon im Laufe der ersten Hälfte ausbauen können. Marco Reus verfehlte mit einem Freistoß aber knapp das Ziel. In der Defensive waren die Borussen kaum gefordert. Den Engländern gelang es in den ersten 45 Minuten nicht ein einziges Mal, im gegnerischen Strafraum an den Ball zu kommen.

          Eine Stunde lang musste der Bundesliga-Zweite sich allenfalls ankreiden lassen, nicht frühzeitiger klare Verhältnisse geschaffen zu haben. Die nächste Chance dazu bot sich Castro dank einer Vorlage von Aubameyang, doch aus spitzem Winkel traf er nur den Pfosten. Aber das schien den Ehrgeiz der Westfalen nur noch mehr zu steigern. Besonders Reus war in seinem Tatendrang nicht mehr zu bremsen. Mit zwei Treffern binnen zehn Minuten schuf er klare Verhältnisse und stieß das Tor zum Viertelfinale weit auf.

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